WEEKLY: Ein Update

Hallo an alle,

nur ein kurzes Update zur WEEKLY: Offiziell wollte ich nur für die Winterferien in Schreibpause gehen. Da hat mir leider das Leben eine Rechnung durch den Strich gemacht, d.h. die WEEKLY feiert ihr Comeback am 18. Februar 2019.

Zusätzlich zum verspäteten Comeback wird die WEEKLY ab Februar aller zwei Wochen erscheinen, da ich ab März an meiner Bachelorarbeit sitzen werde – ganz einstampfen wollte ich das Projekt allerdings doch nicht, dazu schreibe ich viel gern über queere Themen. 🙂

Ich entschuldige mich bei allen, die regelmäßig in die WEEKLY schauen und vielleicht schon sehnsüchtig auf neue queere Nachrichten gewartet haben.

Alles Liebe und bis Februar,

Min.

WEEKLY (KW 49)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY
eurem queeren Wochenüberblick!

Diese Woche gab es leider kaum etwas positives aus der queeren Szene zu berichten,
weswegen ich mich diese Woche relativ kurz halten werde: gavel-2492011_1920

In Indien steht nun ein Arzt vor Gericht, da er behauptete, mit Elektroschocks Lesben und Schwule “heilen zu können”. 2016 wurde bereits Beschwerde gegen ihn eingereicht, jedoch praktizierte er weiter – weswegen er nun zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt werden könnte, da Homosexualität in Indien nicht als psychische Erkrankung gilt und deswegen nicht behandelt werden muss oder sollte.

Victoria’s Secret zeigte sich diese Woche wieder von der schlimmsten Seite und brachte vor allem die trans Community mit Kommentaren wie “Eine trans Frau könnte die Fantasien von Victoria’s Secret nicht verkaufen” ordentlich zum wüten (zu Recht). Ein Model, das selbst trans ist, zeigte auf Twitter nun, dass Victoria’s Secret eigentlich nur eins ist: transphob.

Bleiben wir beim Thema Sichtbarkeit:
Patricio Manuel bestritt am Samstag einen Profikampf in den USA – und siegte gegen den Mexikaner Hugo Aguilar. Was daran so besonders ist?
Patricio Manuel ist trans.

Bei dem Turnier im Fantasy Springs Resort Casino in der kalifonischen Stadt Indio rang der 34-Jährige seinen Konkurrenten aus der Superfliegengewicht-Klasse in vier Runden nieder und siegte nach Punkten.

Und zu guter letzt gibt es Neuigkeiten aus der LSBTIQ* Community in Sachsen-Anhalt:
Nächsten Samstag (15.12.2018) ist von 15:00 – 19:00 Uhr das Weihnachtscafé
im Regenbogencafe des LSVD Sachsen-Anhalt.

Wer bei Plätzchen gemütlich zusammensitzen will, kann gern vorbeikommen! 🙂

Quelle: © Nikita Dragun | twitter.com

Das wars für diese Woche auch schon!
Bis nächste Woche,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

 

WEEKLY (KW 48)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurem queeren Wochenmagazin!

Diese Woche war es relativ ruhig in der queeren Welt, aber ein paar Neuigkeiten konnte ich trotzdem für euch ausfindig machen. Fangen wir also an! 🙂

Die Bischöfliche Akademie Aachen zeigt noch bis zum 19. Dezember die Ausstellung “Verschaff mir Recht!” über den Umgang der katholischen Kirche mit LGBTI-Menschen.

Die von der Initiative Homosexuelle und Kirche (HuK) konzipierte und vom Hilfswerk Misereor verantwortete Schau stellt zehn katholische Christ*innen aus verschiedenen Ländern vor, die von ihrer eigenen Kirche diskriminiert und manchmal sogar kriminalisiert werden. “Religiöse Argumente werden dazu missbraucht, andere Menschen auszugrenzen”, heißt es im Flyer.

Solltet ihr in den nächsten zwei Wochen im Raum Aachen unterwegs sein, schaut doch einfach in der Leonhardstraße 18-20 in der Aachener Innenstadt vorbei.

 

Pünktlich zum Welt-Aids-Tag gab es auch Neuigkeiten aus Deutschland:

Die DAK-Gesundheit beabsichtigt, künftig die Kosten für die sogenannte PrEP zu übernehmen. Das gab die drittgrößte deutsche Krankenkasse mit Sitz in Hamburg am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt. Der Verwaltungsrat der Krankenkasse will demnach eine neue Satzungsleistung für die PrEP beschließen.

Die Deutsche AIDS-Hilfe begrüßt den ersten Vorstoß einer großen gesetzlichen Krankenkasse in dieser Richtung. Die DAK-Gesundheit übernehme damit eine wichtige Vorreiterrolle in der HIV-Prävention.

 

Interessantes gab es diese Woche auch aus der Beauty-Welt:

Beim alljährlichen Wettbewerb um den Titel der “Miss Universe” ist erstmals auch eine trans Frau dabei.

Die amtierende “Miss Spanien”, Angela Ponce, landete am Freitag in Bangkok. Die 27-Jährige gehörte zu den ersten Kandidatinnen, die in Thailands Hauptstadt eintrafen. Sie hat bereits angekündigt, sich besonders für queere Kinder einsetzen zu wollen.

 

Seit dieser Woche gibt es in Australien außerdem gleichgeschlechtliche Ampelfiguren!

In Canberra wurden jetzt die ersten gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen Australiens installiert – um den Jahrestag des Parlamentsbeschlusses zur Eheöffnung zu feiern.

Insgesamt acht homosexuelle Liebespaare weisen Fußgängern in Braddon, dem Szene-Stadtteil der australischen Hauptstadt, den Weg. Der Standort seit gewählt wurden, weil Bradon der Ort der Feierlichkeiten für die LGBTIQ-Gemeinde von Canberra war.

Die ersten ersten gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen gab es übrigens 2015 in Wien! 🙂

 

Das wars dann auch schon für diese Woche!

Denkt dran, euch beim kommenden Winter warm einzupacken 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 

 

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WEEKLY (KW 47)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurer queeren Wochenübersicht!

Auch diese Woche ist wieder viel passiert, fangen wir also gleich an 🙂

 

Gestern gab es offizielle Wahlen zum Thema Eheöffnung in Taiwan. Leider wurde mit einer überwältigenden Mehrheit gegen die Eheöffnung gestimmt. Hätten die Leute in Taiwan dafür gestimmt, so wäre das Land das erste asiatische gewesen, in dem auch gleichgeschlechtliche Paare hätten heiraten können.

Doch nicht nur gegen die Eheöffnung wurde gestern abgestimmt: In weiteren LSBTIQ* bezogenen Fragen stimmte die Mehrheit z.B. gegen das Unterrichten von Geschlechtergleichwertigkeit (gender equality) an Grund- und Mittelschulen. Eben wurde gegen Sexualkundeunterricht gestimmt, der gleichgeschlechtliche Liebe mitbehandelt hätte. Positiv war jedoch, dass gleichgeschlechtliche Paare, die zusammenleben, nun auch rechtlich geschützt werden sollen.

Allerdings muss die Flinte noch nicht ins Korn geworfen werden: Im Mai 2017 hatte das oberste Gericht Taiwans bestimmt, dass auch gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Heirat hätten – es gab eine zweijährige Frist zur Umsetzung des Gesetzes, was bedeutet, dass LSBTIQ* Paare spätestens ab Mai 2019 auch in Taiwan heiraten dürfen.

Hoffen wir also, dass das Gesetz schnell umgesetzt wird!

 

Ebenso darf jetzt auch (wieder) offiziell in Bermuda geheiratet werden!

Nachdem die Ehe schon mal für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wurde, diese wieder aufgrund religiöser Argumentation wieder geschlossen wurde, wurde nun diesen Freitag die Ehe erneut für alle geöffnet.

Diese Ja-Nein-Spiel geht nun seit Mai 2017 und Aktivist_innen vor Ort hoffen nun, dass es bei der eheöffnenden Entscheidung bleibt.

 

Neues gibt es auch aus der queeren Musikszene:

Olly Alexander – Frontmann der Synthpop-Band Years & Years und offen schwul – performte diese Woche bei The Voice Of Poland in einem regenbogenfarbenen Anzug.

Ein Statement für LSBTIQ* Rechte in Polen sei der Anzug gewesen, um dessen Tragen polnische Aktivist_innen ihn gebeten hatten. Auf Twitter erklärt Olly, dass er dankbar sei, dass Aktivist_innen ihn gefragt hatte, ein Zeichen gegen die aufkommenden Queerphobie in Polen zu setzen. Mittlerweile sei es nicht einmal mehr erlaubt, gleichgeschlechtliche Paare bei Datingshows zu zeigen.

Des Weiteren erklärte er, dass “der Standpunkt der Regierung zu LSBTIQ* Gleichstellung nicht die Liebe und den Stolz repräsentiert, die er bei den [Years & Years] Shows oder bei den Leuten, mit denen er in Polen zusammenarbeite, sieht”. Sie habe ein tolles Wochenende in Polen gehabt und er würde sein bestes tun, um die polnischen Fans und Aktivist_innen weiterhin zu unterstützen.

Als Fan der Band bin ich natürlich umso glücklicher, dass er mit dem Anzug ein Zeichen setzen wollte – bleibt nur zu hoffen, dass es keinerlei Auswirkungen auf die Karriere der Band hat.

 

Auch aus dem WWW gibt es Neuigkeiten:

Twitter hat die Nutzungsbedingungen diese Woche geändert und – was für einige sicherlich überraschend kommt – verbietet es nun, Nutzer_innen mit “Beleidigungen und Verleumdungen zu erniedrigen und enthumanisieren”. Dies bezieht sich vor allem auf transphobe Beleidigungen (in dem Falle “deadnamen” und “misgendern”, die immer häufiger auf der Seite zu finden sind.

In einer Umfrage, die Twitter gestartet hatte, wurde herausgefunden, dass vor allem queere Menschen auf Onlineplattformen attackiert werden. Aber auch nicht-weiße Menschen und auch Frauen werden häufiger angegriffen – etwas, wogegen Twitter nun etwas mit den sogenannten “Konsequenzen” machen will. Hierbei will der Social Media-Riese gegen die Täter_innen vorgehen.

Für mich persönlich klingt das zu gut, um wirklich wahr zu sein. Vor allem auch deswegen, weil diese “Konsequenzen”-Option in Deutschland nicht vorhanden ist. Hier vor Ort handelt Twitter immer noch nach dem deutschen Gesetz, das deadnamen und misgendern nicht als explizite Beleidigung oder Verleumdung auffasst. Queere Menschen in Deutschland können also kaum gegen homo-, bi-, ace- oder transphobe Äußerungen vorgehen.

 

Bleiben wir doch gleich beim Thema Medien:

Dieses Wochenende war in Amerika Thanksgiving und typischerweise werden zu Thanksgiving Paraden im TV ausgestrahlt. Bei der diesjährigen The Macy’s Parade gab es den ersten lesbischen Kuss im Live TV!

Die Parade performte dieses Jahr ein Stück aus dem neuen Broadwaymusical “The Prom” – hierbei geht es um einen queeren Teenager, dessen Schultanz (“Prom”) gecancelt wird, nachdem die Schule herausfindet, dass sie ihre Partnerin zum Schultanz bringen will.

Wie erwartet rankten die Reaktionen auf den Kuss von erfreuten Jubel bis hin zu erbosten Tweets über die “Korruption der armen Kinder, die das Spektakel mitansehen mussten”.

Hört ihr, wie ich die Augen rolle? Ja? Sehr schön 🙂

Warum lesbische Sichtbarkeit heutzutage immer noch ein wichtiges Thema ist, muss ich hier vermutlich nicht ausführen. Deswegen bin ich umso glücklicher, dass der Kuss dieses Jahr bei der Parade gezeigt wurde – ganz gleich, wie manche “besorgte Eltern” darauf reagierten.

 

Und um die WEEKLY warm und kuschelig zu beenden, gibts noch einen kleinen Veranstaltungstipp aus Sachsen-Anhalt:

Am 01.12.2018 findet ein vorweihnachtliches Treffen der Queerulanten aus Halle, dem COME IN aus Magdeburg, dem Dyke&Gay aus Magdeburg und dem Queerbeet aus Wittenberg statt!

Die Gruppe trifft sich dieses Jahr in den Räumen von Queerbeet und besucht gemeinsam den Weihnachtsmarkt in Wittenberg.

Wer mehr dazu wissen will, findet die Veranstaltung auf Facebook.

 

Das wars auch schon für diese Woche!

 

Bis nächste Woche,

Min. 

 

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WEEKLY (KW 46)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu WEEKLY – eurem queeren Wochenüberblick!

Auch diese Woche ist wieder einiges passiert, fangen wir also gleich an 🙂

 

 

Nochmal ein kurzes Update zur “Raibow Wave” der Midterms, die letzten Sonntag stattfand:

Kyrsten Sinema wurde am Montagabend zur Siegerin der Wahlen zum US-Senat in ihrem Heimatstaat Arizona erklärt. Die 42-Jährige ist damit die erste offen bisexuelle Person, die einen Sitz in der 100 Mitglieder umfassenden Parlamentskammer erringen konnte.

Der Sieg ist historisch für die Demokraten im traditionell eher konservativen Bundesstaat, da sie erstmals seit den Sechzigerjahren mehr Abgeordnete ins US-Kapitol schicken als die Republikaner.

Wir wünschen Kyrsten viel Erfolg und starke Nerven im Kongress!

 

Weiter geht es mit Indien: Hier zeigte MTV diese Woche das erste Mal ein gleichgeschlechtliches Paar in einer der dort laufenden Datingshows!

In MTVs Elevator Pitch versuchen die Kandidat_innen, ein Date mit der Person zu gewinnen, die dort im Aufzug auf sie wartet. Die Folge wurde nun ausgestrahlt, nachdem im September das Verbot gleichgeschlechtlicher Handlungen in Indien abgeschafft wurde.

 

Auch aus San Marino gibt es gute Neuigkeiten diese Woche: Am Donnerstag wurde für ein Gesetz gestimmt, das Lebenspartnerschaften für gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare einführt.

Mit der Lebenspartnerschaft erhalten die Paare in der kleinen, von Italien umgebenen Enklave mit rund 33.400 Einwohnern unter anderem Vorzüge bei der Krankenversicherung und bei Pensionen, die üblichen Niederlassungsrechte und weitere Rechte und Pflichten. Das neue Institut (“unioni civili”) schafft zudem die Möglichkeit zur Stiefkindadoption; Einzelpersonen konnten bereits seit 1986 Kinder adoptieren. Eine direkte gemeinschaftliche Adoption ist nicht ausdrücklich vorgesehen, wird aber nach Auffassung von LGBTI-Aktivisten in der Praxis durch Gerichte ermöglicht werden. Wird ein Kind in die Lebenspartnerschaft hinein geboren, werden beide Partner als Eltern anerkannt.

Das Gesetz geht damit weiter als in Italien, führt aber nicht die Ehe für alle ein. Im letzten Jahr stimmte das Parlament dafür, dass ausländische Homo-Paare – und nur diese – in San Marino heiraten dürfen.

 

Spannendes gibt es auch aus Köln!

Hier setzt die Stadt ein Zeichen gegen Diskriminierung, in dem das neu eingerichtete Amt für Integration und Vielfalt im Dezember seine Arbeit aufnehmen. Eine Kampagne mit dem Thema “Unsere Vielfalt. Kölns Stärke” wurde bereits jetzt schon gestartet.

Im Amt für Integration und Vielfalt wird fortan die fachlichen Kompetenzen mehrerer Dienststellen zu den Themen Einwanderung, Integration, Vielfalt und Inklusion unter einem Dach gebündet. Zudem werden in dem Amt, das rund 80 Mitarbeiter umfassen wird, wichtige Querschnittsaufgaben strategisch und teils auch operativ zentral gesteuert.

Wir dürfen gespannt sein, wie genau das neue Amt die kommenden Aufgaben umsetzt und ob Diskussionen einer Einführung in Sachsen-Anhalt in Zukunft geführt werden sollten!

 

In Frankreich gab es diese Woche einen kleinen Gewinn für trans Eltern: Eine trans Frau wollte nach ihrer Geschlechtsangleichung offiziell als Mutter ihrer leiblichen Tochter anerkannt werden. Dies konnte so vor Gericht nicht durchgebracht werden – allerdings wird die Mutter in Zukunft als “biologisches Elternteil” (le parent) in die Geburtsurkunde eingetragen, was eine Premiere in Frankreich ist!

Die Anwältin von Claire – so der Name, der der Klägerin gegeben wurde, um ihre Anonymität zu schützen – zeigte sich “zu 80 Prozent zufrieden” über das Urteil: “Der weibliche Vornamen meiner Mandantin wird in die Geburtsakte eingetragen, auch wenn das Gericht nicht das Wort ‘Mutter’ benutzt. Meine Mandantin ist sehr erleichtert, es ist ein sehr großer Schritt für sie.”

Ähnliche Fälle gibt es auch in Deutschland. Jedoch zeigten sich deutsche Gerichte bislang nicht so kompromissbereit und zwangen beispielsweise eine trans Frau dazu, sich als “biologischer Vater” des Kindes eintragen zu lassen. Einem trans Vater erging es ähnlich – er musste als “biologische Mutter” des Kindes eingetragen werden.

Mit dem neuen Gerichtsurteil aus Frankreich wäre es auch langsam an der Zeit, dass in deutschen Gerichten ein Umdenken stattfindet, um so weitere Diskriminierung von trans Personen aus dem Weg zu räumen.

 

Und noch ein kleiner Nachtrag zum Thema queer und Alter(n): Für Pflegeheime mit Spezialisierung auf LSBTIQ* Personen in Deutschland gibt es ein neues Qualitätssiegel. Das Immanuel Seniorenzentrum in Berlin-Schöneberg erhält es am Mittwoch als erstes Heim bundesweit, wie die Einrichtung mitteilte.

Um das Siegel “Lebensort Vielfalt” zu bekommen, muss ein Großteil von 120 Kriterien aus einem Katalog erfüllt sein, den die Berliner Schwulenberatung mit Menschen aus der Community erarbeitet hat.

Wer sich den Katalog gerne einmal genauer ansehen will, wird hier fündig.

 

Das wars auch schon für diese Woche! 🙂

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

 

WEEKLY (KW 45)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurer queeren Wochenkolumne!

 

In Amerika hat sich diese Woche einiges bewegt – schauen wir doch gleich mal, was es dort neues gibt 🙂

Die Midterms standen in den Vereinigten Staaten an, was bedeutete, dass Abgeordnete des Repräsentantenhauses gewählt wurden und siehe da? Die Demokrat_innen haben nun wieder die Mehrheit im Kongress, was folglich heißt, sie können Trump das Leben schwer(er) machen.

Aber nicht nur das ist ein Sieg für die Vielfalt!

Auch mehrere LSBTIQ* Politiker_innen schafften den (Wieder-)Einzug ins Parlament, alle von ihnen waren Demokraten. Darunter war beispielsweise auch Sharice Davids, die lesbische ehemalige Kampfsportlerin, die nun als eine der ersten Native Americans im Kongress den Staat Kansas vertritt.

Zudem gab es staatenbezogene Wahlen. In einer Abstimmung über LSBTIQ* Rechte in Massachusetts (“Question 3”) stimmten 67 Prozent für die Beibehaltung des Diskriminierungsschutzes für trans Personen. Trans-Gegner hatten versucht, ein vom Parlament beschlossenes entsprechendes Gesetz mit direkter Demokratie auszuhebeln.

Außerdem sitzt jetzt in Florida ein nur aus LSBTIQ* Menschen bestehende Stadtrat: In Wilton Manors wurde für drei schwule Kandidaten gestimmt – darunter der Bürgermeister und zwei weitere Personen für den Stadtrat. Das heißt nun, dass Wilton Manors die zweite Stadt – nach Palm Springs – ist, in der nur homosexuelle Mitglieder im Stadtrat sitzen.
Allen gewählten Politiker_innen können wir nur alles Gute und viel Kraft wünschen!

 

Interessantes gibt es auch aus Deutschland: Im Rahmen der Haushaltsberatungen beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags am Freitag auf Initiative der SPD auch ein Modellprojekt, das älteren schwulen und lesbischen Personen ein diskriminierungsfreies Umfeld anbieten soll. Für die kommenden beiden Jahre sind dafür jeweils 250.000 Euro im Einzelplan 17 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorgesehen.

“Alterswürdiges Leben macht nicht an der sexuellen Identität halt”, erklärten die beiden SPD-Abgeordneten Karl-Heinz Brunner und Johannes Kahrs in einer Pressemitteilung. “Wir hoffen, dass dieses Projekt den ersten Schritt darstellt zu einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung im Umgang mit homosexuellen Menschen älteren Semesters. Gerade sie haben in der Vergangenheit oft Diskriminierung, Ausgrenzung, Stigmatisierungen, Repressionen, sogar Gewalt und Verfolgung erfahren.”
 

(Achtung, hier folgt ein kleiner Rant:)
Generell finde ich das Projekt und die Finanzierung eben jenes nicht schlecht – Das “Problem” ist nur dabei, dass es bereits um 2017 ein Forschungsprojekt zum Thema Homosexualität(en) im Alter gab, das an der Alice-Salomon-Hochschule erforscht wurde. Wer fällt dabei wieder komplett runter? Richtig – trans und inter Menschen.
Absolut sehe ich einen Bedarf, Pflegekräfte im Umgang mit LSBTIQ* Menschen zu stärken und auszubilden, allerdings sollte dabei niemals vergessen werden, dass es noch mehr auf dem Spektrum als die sexuell-romantische Identität eines Menschen gibt. Es wäre zu wünschen, dass sich Politik und Forschung in Zukunft auch mehr auf das Thema Trans- und Intergeschlechtlichkeit konzentrieren und auch hier Betroffenen von Diskriminierung und Gewalt entsprechende Hilfe anbieten.

 

Damit wir uns nicht zu sehr in meiner Meinung zu dem Thema verlieren, gehen wir zu Nachrichten aus Uruguay: Hier wurden nämlich vor zwei Wochen trans Personen-stärkende Gesetze erlassen!
Trans Menschen konnten schon seit 2009 ihren Personenstand ändern lassen, jetzt aber auch können sie ihren Personenstand ändern lassen, ohne dafür die Zustimmung eines_einer Richter_in zu benötigen. Zudem können Hormonbehandlungen und geschlechtsangleichende Operationen nun auch vom Staat übernommen werden.
Des Weiteren sollen innerhalb der nächsten 15 Jahren mindestens 1% der Jobs im Öffentlichen Dienst an trans Personen vergeben werden. Dies könne Arbeits- und Obdachlosigkeit vorbeugen, von denen trans Menschen leider immer noch zu häufig betroffen sind.
Das Gesetz ist ein Gewinn für unsere trans Freund_innen in Uruguay, zu dem wir nur Herzlichen Glückwunsch sagen können!

 

Queeres Leben wird auch in Berlin gelebt, denn hier wird ein Zentrum für queeres Leben in den alten Räumen der “taz” errichtet.
Für das sogenannte “Elberskirchen-Hirschfeld-Haus” haben sich bislang acht Institutionen aus dem schwul-lesbischen und feministischen Spektrum zum Verein der Freund*innen des Elberskirchen-Hirschfeld-Hauses zusammengeschlossen und die Bereitschaft signalisiert, in das neue Leuchtturmprojekt des queeren Berlins einziehen und es mitgestalten zu wollen. Das Haus soll, so heißt es in einer Selbsterklärung des Vereins, „ein lebendiger Ort der Wissenschaft, Bildung und Begegnung, der Archive, Bibliotheken und Sammlungen“ werden.
Geplant sind Ausstellungs- und Seminarräume, Ateliers, Kulturräume und ein offenes Café. Kurz: ein offenes, vielfältiges und sichtbares Zentrum für queeres Leben.
Einzig die dauerhafte Finanzierung des Projektes steht noch in den Sternen. Der Berliner Bezirk, in dem das Haus stehen wird, hatte aber schon seine Unterstützung zugesichert.

 

Zum Abschluss der WEEKLY haben wir noch einen Veranstaltungshinweis und natürlich noch unser Coming Out der Woche.

 

Zu aller erst wenden wir uns einer kommenden Veranstaltung der Hirschfeld-Eddy-Stiftung zu:

 

„LGBTQ*-Emanzipation und Postkolonialismus – afrikanische Perspektiven“

Die aktuelle Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*-Menschen (LGBT) auf dem afrikanischen Kontinent ist bedingt durch koloniale Kontinuitäten. Die Kriminalisierung von Homosexualität ist zumeist in der Kolonialzeit eingeführt worden und gleichzeitig werden die einst aufgezwungenen Anti-Homosexuellen-Gesetze heute auch als Ausdruck kultureller Identität interpretiert. Die britische Premierministerin hat sich im April 2018 für die homophobe Gesetzgebung und das dafür entstandene Leid entschuldigt. Wie ist diese Form von „Apology“ einzuschätzen? Wie kann stattdessen eine postkolonial informierte Praxis aussehen? Können postkoloniale Ansätze zur Lösung der komplexen Probleme beitragen? Und wenn ja, wie? Gibt es Zusammenarbeit zwischen afrikanischer Diaspora und entwicklungspolitischen NGOs zu diesen Fragen?

In einem Podiumsgespräch erkunden zwei Menschen vom afrikanischen Kontinent aus ihren Perspektiven diese Fragen. Erfahrungen aus Südafrika und Nigeria werden dabei im Mittelpunkt stehen. 

Ein Impulsvortrag zur verkürzten Wahrnehmung von Sexualitäten und Geschlechtlichkeiten im Globalen Norden leitet das Gespräch ein.

Wann: Mittwoch, 21. November 2018, 19 Uhr
Wo: Afrika-Haus Berlin, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin

mit
Bunye Ngene, Autor, Pädagoge und Sprachlernberater 
Tsepo Bollwinkel, politischer Referent und Empowerment Trainer

 

Und im Coming Out der Woche möchten wir einmal kurz über Asexualität reden: Model Yasmin Benoit hatte sich in einem Interview mit PinkNews als asexuell und aromantisch geoutet und spricht mit dem Portal über Vorurteile und Diskriminierung als asexuelle/aromantische Person.

Das komplette Interview könnte ihr hier (auf Englisch) anschauen!

 

Genießt noch den restlichen Sonntagmittag, wir lesen uns nächste Woche wieder! 🙂

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY (KW 44)

Hallo und herzlich Willkommen zur WEEKLY.

Diese Woche war es wieder sehr ruhig, deswegen fangen wir heute mal mit einer neuen Serie an, die ihr jetzt bei der kalten Jahreszeit anschauen könnt:

The Chilling Adventures of Sabrina, ein Reboot der Serie Sabrina The Teenage Witch (dt: Sabrina! – Total verhext), wurde letzte Woche auf Netflix veröffentlicht und überraschenderweise hat die Show gleich zwei Charaktere aus der LSBTIQ* Szene

Foto: © Netflix

… na ja, der eine ist noch nicht geoutet, aber der nicht-binäre Schauspieler Lachlan Watson (er und they Pronomen) hatte auf tumblr schon angedeutet, dass sich sein Charakter Susie womöglich in der zweiten Staffel als ebenfalls nicht-binär outen könnte.

Der zweite LSBTIQ* Charakter ist Ambrose Spellman, Sabrinas Cousin, der als “witty, puckish, and pansexual…always up for mischief” (dt: witzig, mutwillig und pansexuell … immer bereit für ein bisschen Unsinn) beschrieben wird.

 

Im Gegensatz zum Original lehnt The Chilling Adventures of Sabrina mehr an den Originalcomics an und wird mit Episoden, die als “Minifilme” als Homage an andere Horrorfilme wie Rosemary’s Baby oder The Exorcist anlehnen, umgesetzt.

Klingt alles sehr magisch – ich bin gespannt auf die Rückmeldungen zur Serie! 🙂

 

Nicht ganz so positive Nachrichten gibt es leider aus Deutschland: Anders als bei Heteropaaren wird die Ehepartnerin einer queeren Frau nicht automatisch bei der Geburt eines Kindes als Elternteil anerkannt. Das hat der Bundesgerichtshof in einem am Dienstag bekannt gegebenen Beschluss vom 10. Oktober entschieden.

Die Karlsruher Bundesrichter stellten fest, dass die bei verschiedengeschlechtlichen Ehepaaren geltende Abstammungsregelung bei gleichgeschlechtlichen Ehepaaren weiterhin nicht gilt. Mit dem Gesetz zur Öffnung der Ehe war die Passage im Originalparagraphen zur “Vaterschaft” nicht geändert worden, was natürlich scharf kritisiert wurde.

Bleibt zu hoffen, dass das Gesetz schnellstmöglich angeglichen wird, damit Mütter nicht weiterhin diskriminiert werden.

 

Etwas besser sieht es da in Hessen aus: Hier wurde der 23-jährige Azubi Felix Martin in den Landtag von Wiesbaden gewählt. Was neben seinem so jungen Alter so ungewöhnlich ist? Felix ist HIV-positiv.

Die Wahl ist – laut der AIDS-Hilfe Hessen – ein “starkes Signal für die Teilhabe von Menschen mit HIV”. Der schwule Grünenpolitiker aus dem Werra-Meißner-Kreis im Nordosten Hessens wird nach der Landtagswahl vom Sonntag der erste offen HIV-Positive im Wiesbadener Parlament sein. Seinen Einzug verdankt das zweitjüngste Mitglied des neuen Landtags dem starken Ergebnis der Grünen, die mit 19,8 Prozent zweitstärkste Kraft wurden.

Deutschlandweit ist bislang nur ein einziger anderer offen HIV-Positiver in ein Landesparlament eingezogen: Der Linkspolitiker Carsten Schatz ist seit 2013 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Hier noch das Coming Out der Woche:

Quelle: © jake.borelli | instagram

Jake Borelli, der seit 2017 den bisexuellen Arzt Levi Schmitt in der Serie Grey’s Anatomy spielt, hat sich auf Instagram als schwul geoutet. In dem Post schrieb er, dass ihm die Episode, in der langsam zu seinem schwulen Kollegen findet, besonders am Herzen liegt und er hofft, dass sich Menschen, denen es ähnlich wie Levi geht, gesehen fühlen. “Wir sitzen alle im selben Boot” steht am Ende der langen Coming-Out-Nachricht.

 

Das wars auch schon für diese Woche!

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

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WEEKLY (KW 43)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurer queeren Wochenkolumne.

Ich hoffe, ihr habt die heutige Stunde alle sinnvoll genutzt und seid einfach länger im Bett liegen geblieben 😉

Die WEEKLY nutzt die Extrastunde, um euch die neuesten LSBTIQ* Nachrichten aus aller Welt zu bringen – fangen wir also gleich an!

 

In Taipei war dieses Wochenende der größte CSD Asiens!

Mehr als 130.000 Menschen haben die alljährliche Pride-Parade gefeiert, dies sei die bisher höchste Teilnehmendenzahl seit der ersten LSBTIQ*-Demonstrationen auf der Insel gewesen. Im Rahmen des CSD wurde die Eheöffnung gefordert. Am 24. November gibt es zudem ein Referendum zu LSBTIQ*-Fragen, für die die Teilnehmenden warben.

Drücken wir unseren taiwanesischen Geschwistern die Daumen, dass das Referendum mit Erfolg angenommen wird!

 

Ebenso gratulieren können wir der offen lesbische Chefin der schottischen Konservativen Partei, Ruth Davidson, die ihr erstes Kind zur Welt gebracht hat.

Am Freitag gab sie zusammen mit ihrer Partnerin Jen Wilson die Geburt ihres Sohnes Finn Paul bekannt. Davidson hatte ihre Schwangerschaft durch In-Vitro-Fertilisation im April öffentlich gemacht. Damit wollte sie nach eigenen Angaben auch dazu beitragen, dass gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern als etwas Normales angesehen werden.

Den Dreien können nur ruhige Nächte gewünscht werden 😉

 

In Deutschland wiederum könnte sich einiges im Arbeitsrecht machen:

 

In dem am Donnerstag verkündeten Urteil entschied das Bundesarbeitsgericht Erfurt, dass für eine Arbeitsaufnahme in einem kirchlichen Umfeld nicht unbedingt eine Kirchenmitgliedschaft gefordert werden darf. Dies sehen Verbände wie der LSVD nun als Chance, die Ausnahmeregelungen für Kirchen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz einzuschränken. In der Vergangenheit war es nämlich zu Kündigungen durch kirchliche Arbeitergeber_innen gekommen, sobald diese herausfanden, dass lesbische oder schwule Angestellte eine Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft eingingen.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig und könnte zu einer Grundsatzentscheidung in Karlsruhe führen – es basiert bereits auf einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, der in diesem Jahr mehrfach auf Vorlagen des deutschen Gerichts entschieden hatte, dass das kirchliche Arbeitsrecht nicht grenzenlos gelten dürfe.

Sollte es Neuigkeiten zum möglichen Schutz von LSBTIQ* Angestellten bei kirchlichen Trägern geben, werde ich natürlich sofort davon berichten!

 

Ebenfalls positiv aus Deutschland zu vermelden ist die Tatsache, dass nach nun über einem Jahr die Ehepartner_innen mit der korrekten Bezeichnung in das Programm der Standesämter eingetragen werden!

Bislang kennt die Software nur die Einträge “Ehemann” und “Ehefrau”, bei schwulen und lesbischen Paaren wurde jeweils einer der beiden an falscher Stelle einsortiert. Das ist nun korrigiert, beide Partner werden als “Ehegatten” erfasst. Im Alltag der gleichgeschlechtlichen Paare hatte das interne Software-Problem der Standesämter keine Auswirkungen.

 

Interessante Neuigkeiten für alle Frauen, die nächstes Jahr in Mallorca Urlaub machen wollen: Im Küstenort Porto Cristo eröffnet die spanische Hotelkette Som im April 2019 das “Som Dona”.

Nicht nur dürfen die 39 Zimmer nicht von Männer und Kinder betreten werden, es gibt auch ein Mindestalter, das bei der Buchung erreicht werden muss (in dem Fall 16 Jahre). Als Grund für das Women-only-Hotel – zu dem übrigens auch das Personal zählt – wurde die steigende Anzahl von alleinreisenden Frauen/Frauengruppen genannt, die gerne unter sich bleiben wollen würden.

Generell finde ich das keine schlechte Idee, um alleinreisenden Frauen unterwegs Sicherheit zu bieten – Mich würde jedoch interessieren, wie das Hotel mit trans Frauen umgeht und ob diese ein gesellschaftlich-akzeptables Passing haben müssen, um sich dort einbuchen zu können.

 

Mit so vielen Nachrichten verabschiede ich mich bis zur nächsten Woche.

Genießt den Feiertag am 31.10 und falls ihr nicht frei habt: Happy Halloween

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

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WEEKLY (KW 42)

Ein kaltes Hallo und willkommen zurück zur WEEKLY – eurem queeren Wochenüberblick.

Bis auf den plötzlichen Wetterumschwung hat sich in der queeren Welt tatsächlich nicht so viel getan, deswegen werden wir die dieswöchige Ausgabe relativ kurz halten.

 

Für viele Fans der Serie “Orange Is The New Black” ist es eine traurige Nachricht:

Mit einem Video und der Tweetbeschreibung “Warning: This may make you cry. The Final Season, 2019.” (trans: Warnung: Das könnte dich/euch zum Weinen bringen. Die finale Staffel, 2019.) kündigte die Serie auf Twitter die letzte Staffel der Kultserie an, in der es nicht nur um diverse LSBTIQ* Charaktere ging, sondern die auch Stars wie Laverne Cox berühmt gemacht hat.

 

Etwas positivere Nachrichten gibt es da aus Frankreich:

In Frankreich dürfen sich homophobe Bürgermeister nicht aus Gewissens- oder religiösen Gründen weigern, gleichgeschlechtliche Paare zu vermählen. Das hat der Europäische Menschenrechtsgerichtshof am Mittwoch in Straßburg mitgeteilt. Das Gericht hat eine Klage von 146 konservativen Bürgermeistern für unzulässig erklärt – die Stadtoberhäupter hatten sich das Recht erstreiten wollen, nur heterosexuelle Paare zu vermählen. In Frankreich führen traditionell Bürgermeister Eheschließungen durch. Da diese als Stellvertreter des Staats handeln, wenn sie Eheschließungen durchführen, können sie sich nicht auf ihr Gewissen berufen.

Coming Out der Woche ist Daya!
Die 19 jährige Sängerin, die dem einen oder der anderen durch das Lied “Don’t Let Me Down” bekannt sein dürfte, hatte sich zum Internationalen Coming Out Day als bisexuell auf Instagram geoutet und zugleich auch ihre Freundin dort vorgestellt. Im Post selbst sagte sie, sie wisse, wie privilegiert sie sei und dass sie deshalb für andere queere Jugendliche und Fans da sein wollte.

 

Das wars für diese Woche tatsächlich auch schon wieder.

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

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WEEKLY (KW 41)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei der WEEKLY!
Wir sind endlich aus der Sommerpause zurück, ein Grund zu jubeln!
(… wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob der Sommer auch weiß, dass er jetzt Pause hat …)

Wenn mensch mal in die aktuellen Nachrichtenportale schaut, wird schnell klar, dass diese Woche wieder einiges in der queeren Welt passiert ist. Fangen wir also gleich mal mit einem besonderen Tag an, der diese Woche stattfand:

Der Internationale Coming Out Tag (11.10)

© artinspiring – Stock.Adobe.com

Für viele ein Grund, auf sozialen Medien zu verkünden, dass sie doch nicht so hetero oder cis sind, wie die Welt vielleicht dachte.

Und da mir aufgefallen ist, dass ich mich tatsächlich nie vorgestellt habe, sondern einfach auf magische Weise mit der WEEKLY aufgetaucht bin, nutze ich den Tag, um mich vorzustellen: Hallo, ich bin Min. Mein generelles Label ist queer – im einzelnen bedeutet das, dass ich nicht-binär (they/them im Englischen), asexuell und aroflux (also irgendwas zwischen aromantisch und polyromantisch) bin. Freut mich, eure Bekanntschaft zu machen! 🙂

Ein ähnliches Coming Out hatte diese Woche übrigens auch Karina Manta, die für das amerikanische Olympiateam im Eiskunstlauf an den Start geht. In einem Video outet sie sich als bisexuell und spricht offen darüber, wie schwierig die ungeoutete Situation für sie selbst und auch ihre Partnerin war.

Erfreuliche Nachrichten gibt es auch aus Baden-Württemberg:

Am Freitag haben sich im Standesamt von Stockach erstmals zwei trans Frauen das Ja-Wort gegeben. Christin Löhner und ihre frischgebackene Ehefrau Michelle, geborene Bilgeri, sind in der Region keine Unbekannten. Beide engagieren sich u.a. im Vorstand des Konstanzer CSD-Vereins. Die beiden hatten sich im April 2016 in einer Trans-Selbsthilfegruppe kennen und lieben gelernt.

Dem Paar alles Gute für die gemeinsame Zukunft! 🙂

Bleiben wir beim Thema (hoffentlich) lebenslange Partnerschaft – Die führende Regierungspartei in Rumänien, die sozialdemokratische PSD, hat nach dem fehlgeschlagenen Volksentscheid zum Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften angekündigt. Nachdem am vergangenen Wochenende eine Volksentscheid zum Thema Verbot einer Eheöffnung stattfand und diese an der Mindestbeteiligung von 30 Prozent scheiterte, möchte die rumänische Regierung nun eingetragene Lebenspartnerschaften für hetero- und homosexuelle Paare öffnen.

Dies würde vor allem viele Gleichstellungen etwa im Erbschaftsrecht oder im Rentenrecht beinhalten. Manche Rechte, insbesondere das Adoptionsrecht, sollen jedoch verheirateten heterosexuellen Paaren vorenthalten bleiben.

Auch in Österreich gibt es immer noch Terz um das Thema Eheöffnung. Der Verfassungsgerichthof hatte entschieden, dass die Ehe für alle geöffnet werden müsse – nur die regierende konservative Volkspartei ÖVP und der rechtspopulistische Koalitionspartner FPÖ sind bislang immer noch dagegen.

Überraschend kommt es also, dass die Fraktionschefs nun “klein beigeben” und trotz dem Wunsches, an der “traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau” festhalten zu wollen – natürlich ganz ohne Diskriminierung von Homosexuellen … ist klar – dem Gerichtsurteil zustimmen. Bis zum 1. Januar 2019 muss nun also auch in Österreich die Ehe für alle Heiratswütigen geöffnet werden.

Nicht ganz so rosig sieht es dafür aktuell in der Gedenkstätte Ravensbrück aus: Der jahrelange Streit um ein offizielles Mahnmal für verfolgte Lesben in der Gedenkstätte Ravensbrück ist noch nicht beendet. Zwei Tage, nachdem der LSVD Berlin-Brandenburg in einer Pressemitteilung die Errichtung einer Gedenkkugel mit der vermeintlichen Kompromiss-Inschrift “Den lesbischen Frauen unter den Häftlingen der verschiedenen Verfolgtengruppen” quasi angekündigt hatte, hat die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten diese Mitteilung am Donnerstag als irreführend und “kontraproduktiv” zurückgewiesen.

Ein Mahnmal für verfolgte Lesben in der NS-Zeit sei aufgrund des “aktuellen Forschungsstandes” nicht möglich (lese: notwendig), da es kaum bis keinerlei historischer Beweise für die explizite Verfolgung von Lesben gäbe. In aktivistischen Kreisen gilt die Lesbenverfolgung in der NS-Zeit als “Legende” – Aktivistinnen, die für ein eigenes Mahnmal Druck machen, werden da auch gut und gerne als Krawalllesben bezeichnet.

Es ist frustrierend zu sehen, dass lesbische Sichtbarkeit offenbar immer noch nicht im Jahr 2018 angekommen ist oder gar ernstgenommen wird.

 

In der Hoffnung, dass nächste Woche positivere Nachrichten dabei sind, verabschiede ich mich in einen sonnigen Sonntag.

 

Bis nächste Woche,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

 

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