(Bi-)WEEKLY (KW 12)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur (Bi-)WEEKLY, eurer queeren Wochenübersicht!

Ich hoffe, es ist euch in den letzten zwei Wochen soweit gut ergangen 🙂 Ich hatte jedenfalls viel Spaß beim Dreh der nächsten GoQueer Episode, die am Samstag gedreht wurde. Schaut doch einfach mal unter GoQueer vorbei – die neue Folge sollte eigentlich innerhalb der nächsten paar Tage hochgeladen werden! 😀

Nach dem bisschen Schleichwerbung kommen wir nun zu den Nachrichten aus der queeren Welt. Fangen wir also gleich an!

Die Wolfsburger Volkswagen Arena startet bei einem kommenden Fußballspiel den Versuch, das Fußballerlebnis geschlechtsneutral(er) zu machen:

Zwei Vorschläge aus dem Workshop “Queere Fans im Stadion” sollen beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien am 20. März umgesetzt werden.

Diese beinhalten nicht nur, dass sich Besucher_innen aussuchen können, von welcher_m Ordner_in sie kontrolliert werden – nein, es soll auch Unisextoiletten geben!

Die Ordner_innen und Helferinnen wurden angeblich alle geschult. Bleibt nur die Frage, ob sie sich auch tatsächlich bei einem möglichen Fall von Diskriminierung unter den Fans einsetzen. Immerhin möchte niemand angepöbelt werden, nur weil si_er grad mal das Klo aufsuchen will.

Auch gibt es neues aus der Union:

Beim Deutschlandtag der Jungen Union wurde ein neuer Bundesvorsitzende gewählt und die Bewerbungsreden stehen in Sachen Diskriminierung den Witzen vom #AKKGate um nichts nach.

Tilman Kuban z.B. meinte in seiner Rede: “Und wenn sich die Linken in unserem Land hinstellen und lieber für die Schultoilette des 3. bis 312. Geschlechts kämpfen oder sich um die Verkleidung am Karneval kümmern, dann stehen wir auf und reden Klartext”. Gleich darauf forderte die Ausweisung straffällig gewordener Ausländer. Außerdem sei die “linke Intoleranzpolizei” noch schlimmer als die “Schariapolizei”.

Eigentlich will ich solchen Leuten hier keine Plattform bieten. (Bi-)WEEKLY soll eine Wochenübersicht mit positiven Nachrichten sein, denn mein Gott, die queere Community hat tagein, tagaus mit Diskriminierung und Gewalt zu kämpfen. Aber was zur Hölle geht da grad bei der CDU ab!?

Wenn man so eine (entschuldigung) gequirlte Scheiße von sich gibt, kann man doch auch gleich zur AfD rüberwandern. Oder sind die AKK und Herrn Kuban zu “radikal”? Zu “rechts”? Oder hey, vielleicht feiern die ja auch alle heimlich gemeinsam Geburtstag, wie es mittlerweile auch deutsche Journalisten tun.

Ich habe es bei #AKKGate gesagt und ich sage es jetzt nochmal: Das hier sind die Politiker_innen, die in Zukunft Deutschland regieren, wenn die CDU weiterhin an der Macht bleibt. Das ist die Stimmung, mit der wir als Community letztendlich umgehen müssen, mit der Gewalt gegen uns gerechtfertigt wird, denn wir seien ja alle nur Spinner. Ich habe Angst vor diesem Deutschland. Ich habe Angst, dass Gewalt weiter ausschlägt, dass queere Menschen irgendwann auch vermehrt wieder ermordert werden, nur weil Menschen wie die Mitglieder der AfD oder auch CDU Queerfeindlichkeit wieder salonfähig machen.

Es liegt an uns, diese Stimmung zu ändern.

Auch in Amerika schaut es aktuell sehr düster aus:

Bereits 2017 hatte Trump angekündigt, trans Soldat_innen aus der US Army, der Air Force, der Navy, der Marine und der Coast Guard schmeißen zu wollen und jetzt hat er es leider geschafft.

Zum 12. April wird eine Regelung durchgesetzt, mit der trans Mitglieder der Armee nur noch dann dienen dürfen, wenn sie ihre Transgeschlechtlichkeit verstecken und unter einem falschen Geschlecht leben. Wörtlich heißt es in dem Papier, dass jede Person mit der Diagnose “Geschlechtsidentitätsstörung” aus dem Militär entfernt werden könne.

Viele Dienende und Veteran_innen hatten sich dazu im Kongress geäußert. Ein Video dazu könnt ihr hier auf Facebook finden.

Kommen wir jetzt lieber zu einem positiveren Thema, in dem eine Politikerin aus Hamburg involviert ist:

Katharina Fegebank – Hamburgs zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung – übernimmt die Schirmherrschaft für das trans Tanz-Ensemble “Transparence Theatre” (#TPT).

Das Projekt wurde vor drei Jahren in Hamburg gegründet, um trans Künstler_innen eine Plattform für ihr künstlerisches Können geben zu können. Gründungsmitglied Aline de Oliveira erklärt, dass #TPT deshalb auch gegründet wurde, da sie nach ihrer Transition keine Jobangebote mehr bekam, obwohl sie zuvor an großen Häusern engagiert war.

Passend dazu gibt es noch einen TV-Tipp: Bei Let’s Dance (immer freitags um 20.15 Uhr auf RTL) gibt es das erste gleichgeschlechtliche Tanzpaar!

Kerstin Ott tanzt diese Staffel mit Regina Luca, der sechsfachen Landesmeisterin in Mecklenburg Vorpommern in Standard und Latein (Norddeutsche Meisterin ist sie übrigens auch 😉 ). Dies war eine Voraussetzung Kerstins, unter der sie bei der Show mitmachen würde.

Drücken wir den beiden also die Daumen! 🙂

Das wars für diese Woche auch schon wieder.

Lasst es euch gutgehen, bis zum nächsten Mal,

Min.

(Bi-)WEEKLY (KW 10)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur (Bi-)WEEKLY, eurer queeren Kolumne!

In den letzten zwei Wochen ist wieder einiges passiert, fangen wir also gleich an!

© stock.adobe.com | panaceaart

Zuerst eine kleine Erinnerung: Am 8. März – also diesen Freitag – ist Weltfrauentag! Zu diesem Anlass wird das Netzwerk queerNB den internierten lesbischen Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück gedenken. Die Kranzniederlegung ist um 10 Uhr geplant.

Die Erinnerung an die im Konzentrationslager Ravensbrück internierten Lesben ist seit Jahrzehnten höchst umstritten. Unter Historiker_innen gilt das Thema “Lesbische Frauen in der NS-Zeit” als umstritten, da in Deutschland laut §175 StGb hauptsächlich Männer für homosexuelle Handlungen unter Strafe standen und es keine eindeutigen Beweise für eine Inhaftierung für lesbische Frauen geben würde.

Neues gibt es außerdem aus Bayern: Tessa Ganserer fordert – wie auch Jens Spahn – ein bundesweites Verbot von Therapien für queere Menschen.

“Homosexualität und Transidentität sind keine Krankheiten und deshalb auch nicht therapierbar”, sagte die queerpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag am Donnerstag in München. Dennoch gebe es in ganz Deutschland Fachkräfte, die weiterhin sogenannte Reparativ- oder Konversionstherapien anböten. “Da solche Zwangstherapien nicht selten in den Suizid der betroffenen Kinder und Jugendlichen münden, müssen sie endlich verboten werden.”

Können wir nur hoffen, dass das Verbot bald durchgesetzt wird – Immerhin gibt es selbst hier in Sachsen-Anhalt noch Vereine, die Konversionstherapien anbieten und unter dem Deckmantel der Jugendhilfe agieren. Dies muss definitiv verhindert werden!

Die Behandlung für HIV-positiven Patient_innen ist momentan im Wandel: Bei einem ehemals HIV-positiven Patienten sind 34 Monate nach einer speziellen Stammzelltransplantation keine Viren mehr nachweisbar. Sollte der Aids-Erreger auch in den kommenden Jahren nicht zurückkehren, wäre es erst der zweite Patient weltweit, der als von HIV geheilt gilt.

Dem Patienten waren blutbildende Stammzellen transplantiert worden, da er an Lymphdrüsenkrebs litt. Das Besondere daran: Der Spender hat in seinem Erbgut eine sehr seltene Mutation, die ihn immun gegen bestimmte Formen des HI-Virus macht.

Davon profitierte nun auch der besagte Patient, der 2003 erstmals HIV-positiv getestet worden war. 16 Monate nach der Transplantation setzte er antiretrovirale Medikamente ab, die die Vermehrung des HI-Virus unterdrücken. Wiederum eineinhalb Jahre später war der Erreger noch immer nicht bei ihm nachweisbar.

Sollte sich zeigen, dass eine Stammzellentransplantation ein wirksames Mittel gegen die HIV-Erreger ist, wäre das ein Durchbruch für die Aids-Forschung und alle Betroffene.

Karneval sollte eigentlich eine lustige fünfte Jahreszeit sein, doch jetzt fiel
Annegret Kramp-Karrenbauer – Angela Merkels mögliche Nachfolgerin – dank interfeindlicher Witze unangenehm auf.

Bei ihrem Auftritt beim “Stockacher Narrengericht” am 28. Februar hatte sie sich wie folgt geäußert:

“Guckt Euch doch mal die Männer von heute an: Wer war denn von Euch vor kurzem mal in Berlin, da seht Ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion; die, die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen. Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür, dazwischen ist diese Toilette”

AKK, wie sie dank ihres langen Namen von vielen abgekürzt wird, hatte sich zuvor schon gegen die Eheöffnung geäußert und diese mit Inzest gleichgesetzt und jetzt passierte im Namen des Karnevals dieses Faux-pas. (Wobei Faux-pas ja noch deutlich untertrieben ist)

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich anfangen soll – Bei der toxischen Maskulinität, die sie versucht, Männern aufzudrücken, die nicht in ihr Weltbild passen? Bei ihrem Fehlverständnis von Geschlechtervielfalt? Bei ihrer Interfeindlichkeit?

Bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht die nächste Bundeskanzlerin wird – Trump, Putin und co reichen als repräsentative Figuren der entsprechenden Länder, die mit solch gefährlichen Haltung Politik machen.

Und jetzt noch etwas in eigener Sache: Am 16. März dreht GoQueer eine neue Folge! Falls auch ihr dabei sein wollt, könnt ihr beim Offenen Kanal in Magdeburg vorbeischauen oder euch kurz auf der Seite des GoQueer melden: Queer & Young

Das wars für diese Woche!

Bis in zwei Wochen,

Min.

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

(Bi-)WEEKLY (KW 8)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur (Bi-)WEEKLY, eurem queere Wochenmagazin!

Ich hoffe, ihr habt die letzten 8 Wochen ohne die WEEKLY überlebt. Jetzt ist sie wieder da: 50% queerer dank des neuen Namens, dafür leider aber auch nur noch 2-mal im Monat. Bachelorarbeiten müssen schließlich auch irgendwann mal geschrieben werden 😉

Es gibt einige Neuigkeiten – fangen wir also gleich ein!

In Köln gibt es anlässlich des 50. Jahrestages von Stonewall nun gleichgeschlechtliche Ampelfiguren

Anfänglich wurde dies abgelehnt; ab Juli aber werden die Ampelfiguren durch 20 Schablonen ersetzt, die Frauen- und Männerpaare zeigen. Im übrigen steht der Kölner CSD dieses Jahr ebenfalls unter dem Motto Stonewall mit dem knackigen Titel “50 Years of Pride – Viele. Gemeinsam. Stark!”

Da können wir der Community in Köln und Umgebung doch nur einen schönen CSD wünschen! 🙂

Interessantes gibt es auch aus Südafrika:

Der Weltverband IAAF will ein Testosteron-Limit für Mittelstreckenläuferinnen mit intergeschlechtlichen Anlagen durchsetzt. Doch das macht Südafrika nicht mit – die Regierung unterstützt die Olympiasiegerin Caster Semenya unter dem Motto “naturally superior”. Es sei eine Verletzung der Menschenwürde, der Privatsphäre und ein Fall von Diskriminierung, sagte Südafrikas Sportministerin Tokozile Xasa. Es sei inakzeptabel, dass gesunde Frauen sich einer Hormonbehandlung unterziehen sollten. Die Regierung werde Semenya juristisch beistehen, so die Ministerin. Der Regelung zufolge sollen Frauen das Startrecht für bestimmte Rennen nur erhalten, wenn ein spezifischer Testosterongehalt im Blut (5 Nanomol pro Liter) nicht überschritten wird.

Auch wenn das Motto etwas ungünstig gewählt ist, so ist es doch gut, dass sich für Intergeschlechtlichkeit eingesetzt wird – und zwar in allen Lebenssituationen!

In Ungarn hat es nun das erste trans Model auf ein Zeitschriftencover geschafft!

Das in Berlin lebende Model Adél Onodi ist die erste trans Frau auf dem Cover der ungarischen Ausgabe der Frauenzeitschrift “Elle”.

Zusätzlich veröffentlichte das Magazin im März-Heft ein ausführliches Interview, in dem die 22-Jährige über Transfeindlichkeit und ihre Pläne als Schauspielerin und Sängerin spricht. So habe sie im August 2017 Morddrohungen von einem Mann aus ihrem ungarischen Heimatdort auf Facebook erhalten.

“Diese Erfahrung der Bedrohung hat mich jedoch motiviert, mich für die trans Community einzusetzen. Mir wurde klar, dass ich mich als trans Frau offen gegen Ungerechtigkeit, alltägliche Diskriminierung und transfeindliche Gewalt aussprechen muss.”

Wünschen wir Adél alles Gute bei ihren Zukunftsplänen 🙂

Fabelhafte Neuigkeiten gibt es auch aus der Schweiz:

Die Rechtskommission, der Fachausschuss für Justizfragen im schweizerischen Nationalrat, hat am Donnerstag mit 19 zu vier Stimmen bei einer Enthaltung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung erlauben soll.

Bisher könnten sich gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz nur verpartnern, das soll sich allerdings jetzt ändern!

Das wars für diese Woche auch schon!

Wir lesen uns in zwei Wochen wieder 🙂

Bis dahin, alles Liebe.

Min.

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY: Ein Update

Hallo an alle,

nur ein kurzes Update zur WEEKLY: Offiziell wollte ich nur für die Winterferien in Schreibpause gehen. Da hat mir leider das Leben eine Rechnung durch den Strich gemacht, d.h. die WEEKLY feiert ihr Comeback am 18. Februar 2019.

Zusätzlich zum verspäteten Comeback wird die WEEKLY ab Februar aller zwei Wochen erscheinen, da ich ab März an meiner Bachelorarbeit sitzen werde – ganz einstampfen wollte ich das Projekt allerdings doch nicht, dazu schreibe ich viel gern über queere Themen. 🙂

Ich entschuldige mich bei allen, die regelmäßig in die WEEKLY schauen und vielleicht schon sehnsüchtig auf neue queere Nachrichten gewartet haben.

Alles Liebe und bis Februar,

Min.

WEEKLY (KW 49)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY
eurem queeren Wochenüberblick!

Diese Woche gab es leider kaum etwas positives aus der queeren Szene zu berichten,
weswegen ich mich diese Woche relativ kurz halten werde: gavel-2492011_1920

In Indien steht nun ein Arzt vor Gericht, da er behauptete, mit Elektroschocks Lesben und Schwule “heilen zu können”. 2016 wurde bereits Beschwerde gegen ihn eingereicht, jedoch praktizierte er weiter – weswegen er nun zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt werden könnte, da Homosexualität in Indien nicht als psychische Erkrankung gilt und deswegen nicht behandelt werden muss oder sollte.

Victoria’s Secret zeigte sich diese Woche wieder von der schlimmsten Seite und brachte vor allem die trans Community mit Kommentaren wie “Eine trans Frau könnte die Fantasien von Victoria’s Secret nicht verkaufen” ordentlich zum wüten (zu Recht). Ein Model, das selbst trans ist, zeigte auf Twitter nun, dass Victoria’s Secret eigentlich nur eins ist: transphob.

Bleiben wir beim Thema Sichtbarkeit:
Patricio Manuel bestritt am Samstag einen Profikampf in den USA – und siegte gegen den Mexikaner Hugo Aguilar. Was daran so besonders ist?
Patricio Manuel ist trans.

Bei dem Turnier im Fantasy Springs Resort Casino in der kalifonischen Stadt Indio rang der 34-Jährige seinen Konkurrenten aus der Superfliegengewicht-Klasse in vier Runden nieder und siegte nach Punkten.

Und zu guter letzt gibt es Neuigkeiten aus der LSBTIQ* Community in Sachsen-Anhalt:
Nächsten Samstag (15.12.2018) ist von 15:00 – 19:00 Uhr das Weihnachtscafé
im Regenbogencafe des LSVD Sachsen-Anhalt.

Wer bei Plätzchen gemütlich zusammensitzen will, kann gern vorbeikommen! 🙂

Quelle: © Nikita Dragun | twitter.com

Das wars für diese Woche auch schon!
Bis nächste Woche,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

 

WEEKLY (KW 48)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurem queeren Wochenmagazin!

Diese Woche war es relativ ruhig in der queeren Welt, aber ein paar Neuigkeiten konnte ich trotzdem für euch ausfindig machen. Fangen wir also an! 🙂

Die Bischöfliche Akademie Aachen zeigt noch bis zum 19. Dezember die Ausstellung “Verschaff mir Recht!” über den Umgang der katholischen Kirche mit LGBTI-Menschen.

Die von der Initiative Homosexuelle und Kirche (HuK) konzipierte und vom Hilfswerk Misereor verantwortete Schau stellt zehn katholische Christ*innen aus verschiedenen Ländern vor, die von ihrer eigenen Kirche diskriminiert und manchmal sogar kriminalisiert werden. “Religiöse Argumente werden dazu missbraucht, andere Menschen auszugrenzen”, heißt es im Flyer.

Solltet ihr in den nächsten zwei Wochen im Raum Aachen unterwegs sein, schaut doch einfach in der Leonhardstraße 18-20 in der Aachener Innenstadt vorbei.

 

Pünktlich zum Welt-Aids-Tag gab es auch Neuigkeiten aus Deutschland:

Die DAK-Gesundheit beabsichtigt, künftig die Kosten für die sogenannte PrEP zu übernehmen. Das gab die drittgrößte deutsche Krankenkasse mit Sitz in Hamburg am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt. Der Verwaltungsrat der Krankenkasse will demnach eine neue Satzungsleistung für die PrEP beschließen.

Die Deutsche AIDS-Hilfe begrüßt den ersten Vorstoß einer großen gesetzlichen Krankenkasse in dieser Richtung. Die DAK-Gesundheit übernehme damit eine wichtige Vorreiterrolle in der HIV-Prävention.

 

Interessantes gab es diese Woche auch aus der Beauty-Welt:

Beim alljährlichen Wettbewerb um den Titel der “Miss Universe” ist erstmals auch eine trans Frau dabei.

Die amtierende “Miss Spanien”, Angela Ponce, landete am Freitag in Bangkok. Die 27-Jährige gehörte zu den ersten Kandidatinnen, die in Thailands Hauptstadt eintrafen. Sie hat bereits angekündigt, sich besonders für queere Kinder einsetzen zu wollen.

 

Seit dieser Woche gibt es in Australien außerdem gleichgeschlechtliche Ampelfiguren!

In Canberra wurden jetzt die ersten gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen Australiens installiert – um den Jahrestag des Parlamentsbeschlusses zur Eheöffnung zu feiern.

Insgesamt acht homosexuelle Liebespaare weisen Fußgängern in Braddon, dem Szene-Stadtteil der australischen Hauptstadt, den Weg. Der Standort seit gewählt wurden, weil Bradon der Ort der Feierlichkeiten für die LGBTIQ-Gemeinde von Canberra war.

Die ersten ersten gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen gab es übrigens 2015 in Wien! 🙂

 

Das wars dann auch schon für diese Woche!

Denkt dran, euch beim kommenden Winter warm einzupacken 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 

 

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WEEKLY (KW 47)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurer queeren Wochenübersicht!

Auch diese Woche ist wieder viel passiert, fangen wir also gleich an 🙂

 

Gestern gab es offizielle Wahlen zum Thema Eheöffnung in Taiwan. Leider wurde mit einer überwältigenden Mehrheit gegen die Eheöffnung gestimmt. Hätten die Leute in Taiwan dafür gestimmt, so wäre das Land das erste asiatische gewesen, in dem auch gleichgeschlechtliche Paare hätten heiraten können.

Doch nicht nur gegen die Eheöffnung wurde gestern abgestimmt: In weiteren LSBTIQ* bezogenen Fragen stimmte die Mehrheit z.B. gegen das Unterrichten von Geschlechtergleichwertigkeit (gender equality) an Grund- und Mittelschulen. Eben wurde gegen Sexualkundeunterricht gestimmt, der gleichgeschlechtliche Liebe mitbehandelt hätte. Positiv war jedoch, dass gleichgeschlechtliche Paare, die zusammenleben, nun auch rechtlich geschützt werden sollen.

Allerdings muss die Flinte noch nicht ins Korn geworfen werden: Im Mai 2017 hatte das oberste Gericht Taiwans bestimmt, dass auch gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Heirat hätten – es gab eine zweijährige Frist zur Umsetzung des Gesetzes, was bedeutet, dass LSBTIQ* Paare spätestens ab Mai 2019 auch in Taiwan heiraten dürfen.

Hoffen wir also, dass das Gesetz schnell umgesetzt wird!

 

Ebenso darf jetzt auch (wieder) offiziell in Bermuda geheiratet werden!

Nachdem die Ehe schon mal für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wurde, diese wieder aufgrund religiöser Argumentation wieder geschlossen wurde, wurde nun diesen Freitag die Ehe erneut für alle geöffnet.

Diese Ja-Nein-Spiel geht nun seit Mai 2017 und Aktivist_innen vor Ort hoffen nun, dass es bei der eheöffnenden Entscheidung bleibt.

 

Neues gibt es auch aus der queeren Musikszene:

Olly Alexander – Frontmann der Synthpop-Band Years & Years und offen schwul – performte diese Woche bei The Voice Of Poland in einem regenbogenfarbenen Anzug.

Ein Statement für LSBTIQ* Rechte in Polen sei der Anzug gewesen, um dessen Tragen polnische Aktivist_innen ihn gebeten hatten. Auf Twitter erklärt Olly, dass er dankbar sei, dass Aktivist_innen ihn gefragt hatte, ein Zeichen gegen die aufkommenden Queerphobie in Polen zu setzen. Mittlerweile sei es nicht einmal mehr erlaubt, gleichgeschlechtliche Paare bei Datingshows zu zeigen.

Des Weiteren erklärte er, dass “der Standpunkt der Regierung zu LSBTIQ* Gleichstellung nicht die Liebe und den Stolz repräsentiert, die er bei den [Years & Years] Shows oder bei den Leuten, mit denen er in Polen zusammenarbeite, sieht”. Sie habe ein tolles Wochenende in Polen gehabt und er würde sein bestes tun, um die polnischen Fans und Aktivist_innen weiterhin zu unterstützen.

Als Fan der Band bin ich natürlich umso glücklicher, dass er mit dem Anzug ein Zeichen setzen wollte – bleibt nur zu hoffen, dass es keinerlei Auswirkungen auf die Karriere der Band hat.

 

Auch aus dem WWW gibt es Neuigkeiten:

Twitter hat die Nutzungsbedingungen diese Woche geändert und – was für einige sicherlich überraschend kommt – verbietet es nun, Nutzer_innen mit “Beleidigungen und Verleumdungen zu erniedrigen und enthumanisieren”. Dies bezieht sich vor allem auf transphobe Beleidigungen (in dem Falle “deadnamen” und “misgendern”, die immer häufiger auf der Seite zu finden sind.

In einer Umfrage, die Twitter gestartet hatte, wurde herausgefunden, dass vor allem queere Menschen auf Onlineplattformen attackiert werden. Aber auch nicht-weiße Menschen und auch Frauen werden häufiger angegriffen – etwas, wogegen Twitter nun etwas mit den sogenannten “Konsequenzen” machen will. Hierbei will der Social Media-Riese gegen die Täter_innen vorgehen.

Für mich persönlich klingt das zu gut, um wirklich wahr zu sein. Vor allem auch deswegen, weil diese “Konsequenzen”-Option in Deutschland nicht vorhanden ist. Hier vor Ort handelt Twitter immer noch nach dem deutschen Gesetz, das deadnamen und misgendern nicht als explizite Beleidigung oder Verleumdung auffasst. Queere Menschen in Deutschland können also kaum gegen homo-, bi-, ace- oder transphobe Äußerungen vorgehen.

 

Bleiben wir doch gleich beim Thema Medien:

Dieses Wochenende war in Amerika Thanksgiving und typischerweise werden zu Thanksgiving Paraden im TV ausgestrahlt. Bei der diesjährigen The Macy’s Parade gab es den ersten lesbischen Kuss im Live TV!

Die Parade performte dieses Jahr ein Stück aus dem neuen Broadwaymusical “The Prom” – hierbei geht es um einen queeren Teenager, dessen Schultanz (“Prom”) gecancelt wird, nachdem die Schule herausfindet, dass sie ihre Partnerin zum Schultanz bringen will.

Wie erwartet rankten die Reaktionen auf den Kuss von erfreuten Jubel bis hin zu erbosten Tweets über die “Korruption der armen Kinder, die das Spektakel mitansehen mussten”.

Hört ihr, wie ich die Augen rolle? Ja? Sehr schön 🙂

Warum lesbische Sichtbarkeit heutzutage immer noch ein wichtiges Thema ist, muss ich hier vermutlich nicht ausführen. Deswegen bin ich umso glücklicher, dass der Kuss dieses Jahr bei der Parade gezeigt wurde – ganz gleich, wie manche “besorgte Eltern” darauf reagierten.

 

Und um die WEEKLY warm und kuschelig zu beenden, gibts noch einen kleinen Veranstaltungstipp aus Sachsen-Anhalt:

Am 01.12.2018 findet ein vorweihnachtliches Treffen der Queerulanten aus Halle, dem COME IN aus Magdeburg, dem Dyke&Gay aus Magdeburg und dem Queerbeet aus Wittenberg statt!

Die Gruppe trifft sich dieses Jahr in den Räumen von Queerbeet und besucht gemeinsam den Weihnachtsmarkt in Wittenberg.

Wer mehr dazu wissen will, findet die Veranstaltung auf Facebook.

 

Das wars auch schon für diese Woche!

 

Bis nächste Woche,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY (KW 46)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu WEEKLY – eurem queeren Wochenüberblick!

Auch diese Woche ist wieder einiges passiert, fangen wir also gleich an 🙂

 

 

Nochmal ein kurzes Update zur “Raibow Wave” der Midterms, die letzten Sonntag stattfand:

Kyrsten Sinema wurde am Montagabend zur Siegerin der Wahlen zum US-Senat in ihrem Heimatstaat Arizona erklärt. Die 42-Jährige ist damit die erste offen bisexuelle Person, die einen Sitz in der 100 Mitglieder umfassenden Parlamentskammer erringen konnte.

Der Sieg ist historisch für die Demokraten im traditionell eher konservativen Bundesstaat, da sie erstmals seit den Sechzigerjahren mehr Abgeordnete ins US-Kapitol schicken als die Republikaner.

Wir wünschen Kyrsten viel Erfolg und starke Nerven im Kongress!

 

Weiter geht es mit Indien: Hier zeigte MTV diese Woche das erste Mal ein gleichgeschlechtliches Paar in einer der dort laufenden Datingshows!

In MTVs Elevator Pitch versuchen die Kandidat_innen, ein Date mit der Person zu gewinnen, die dort im Aufzug auf sie wartet. Die Folge wurde nun ausgestrahlt, nachdem im September das Verbot gleichgeschlechtlicher Handlungen in Indien abgeschafft wurde.

 

Auch aus San Marino gibt es gute Neuigkeiten diese Woche: Am Donnerstag wurde für ein Gesetz gestimmt, das Lebenspartnerschaften für gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare einführt.

Mit der Lebenspartnerschaft erhalten die Paare in der kleinen, von Italien umgebenen Enklave mit rund 33.400 Einwohnern unter anderem Vorzüge bei der Krankenversicherung und bei Pensionen, die üblichen Niederlassungsrechte und weitere Rechte und Pflichten. Das neue Institut (“unioni civili”) schafft zudem die Möglichkeit zur Stiefkindadoption; Einzelpersonen konnten bereits seit 1986 Kinder adoptieren. Eine direkte gemeinschaftliche Adoption ist nicht ausdrücklich vorgesehen, wird aber nach Auffassung von LGBTI-Aktivisten in der Praxis durch Gerichte ermöglicht werden. Wird ein Kind in die Lebenspartnerschaft hinein geboren, werden beide Partner als Eltern anerkannt.

Das Gesetz geht damit weiter als in Italien, führt aber nicht die Ehe für alle ein. Im letzten Jahr stimmte das Parlament dafür, dass ausländische Homo-Paare – und nur diese – in San Marino heiraten dürfen.

 

Spannendes gibt es auch aus Köln!

Hier setzt die Stadt ein Zeichen gegen Diskriminierung, in dem das neu eingerichtete Amt für Integration und Vielfalt im Dezember seine Arbeit aufnehmen. Eine Kampagne mit dem Thema “Unsere Vielfalt. Kölns Stärke” wurde bereits jetzt schon gestartet.

Im Amt für Integration und Vielfalt wird fortan die fachlichen Kompetenzen mehrerer Dienststellen zu den Themen Einwanderung, Integration, Vielfalt und Inklusion unter einem Dach gebündet. Zudem werden in dem Amt, das rund 80 Mitarbeiter umfassen wird, wichtige Querschnittsaufgaben strategisch und teils auch operativ zentral gesteuert.

Wir dürfen gespannt sein, wie genau das neue Amt die kommenden Aufgaben umsetzt und ob Diskussionen einer Einführung in Sachsen-Anhalt in Zukunft geführt werden sollten!

 

In Frankreich gab es diese Woche einen kleinen Gewinn für trans Eltern: Eine trans Frau wollte nach ihrer Geschlechtsangleichung offiziell als Mutter ihrer leiblichen Tochter anerkannt werden. Dies konnte so vor Gericht nicht durchgebracht werden – allerdings wird die Mutter in Zukunft als “biologisches Elternteil” (le parent) in die Geburtsurkunde eingetragen, was eine Premiere in Frankreich ist!

Die Anwältin von Claire – so der Name, der der Klägerin gegeben wurde, um ihre Anonymität zu schützen – zeigte sich “zu 80 Prozent zufrieden” über das Urteil: “Der weibliche Vornamen meiner Mandantin wird in die Geburtsakte eingetragen, auch wenn das Gericht nicht das Wort ‘Mutter’ benutzt. Meine Mandantin ist sehr erleichtert, es ist ein sehr großer Schritt für sie.”

Ähnliche Fälle gibt es auch in Deutschland. Jedoch zeigten sich deutsche Gerichte bislang nicht so kompromissbereit und zwangen beispielsweise eine trans Frau dazu, sich als “biologischer Vater” des Kindes eintragen zu lassen. Einem trans Vater erging es ähnlich – er musste als “biologische Mutter” des Kindes eingetragen werden.

Mit dem neuen Gerichtsurteil aus Frankreich wäre es auch langsam an der Zeit, dass in deutschen Gerichten ein Umdenken stattfindet, um so weitere Diskriminierung von trans Personen aus dem Weg zu räumen.

 

Und noch ein kleiner Nachtrag zum Thema queer und Alter(n): Für Pflegeheime mit Spezialisierung auf LSBTIQ* Personen in Deutschland gibt es ein neues Qualitätssiegel. Das Immanuel Seniorenzentrum in Berlin-Schöneberg erhält es am Mittwoch als erstes Heim bundesweit, wie die Einrichtung mitteilte.

Um das Siegel “Lebensort Vielfalt” zu bekommen, muss ein Großteil von 120 Kriterien aus einem Katalog erfüllt sein, den die Berliner Schwulenberatung mit Menschen aus der Community erarbeitet hat.

Wer sich den Katalog gerne einmal genauer ansehen will, wird hier fündig.

 

Das wars auch schon für diese Woche! 🙂

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

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WEEKLY (KW 45)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurer queeren Wochenkolumne!

 

In Amerika hat sich diese Woche einiges bewegt – schauen wir doch gleich mal, was es dort neues gibt 🙂

Die Midterms standen in den Vereinigten Staaten an, was bedeutete, dass Abgeordnete des Repräsentantenhauses gewählt wurden und siehe da? Die Demokrat_innen haben nun wieder die Mehrheit im Kongress, was folglich heißt, sie können Trump das Leben schwer(er) machen.

Aber nicht nur das ist ein Sieg für die Vielfalt!

Auch mehrere LSBTIQ* Politiker_innen schafften den (Wieder-)Einzug ins Parlament, alle von ihnen waren Demokraten. Darunter war beispielsweise auch Sharice Davids, die lesbische ehemalige Kampfsportlerin, die nun als eine der ersten Native Americans im Kongress den Staat Kansas vertritt.

Zudem gab es staatenbezogene Wahlen. In einer Abstimmung über LSBTIQ* Rechte in Massachusetts (“Question 3”) stimmten 67 Prozent für die Beibehaltung des Diskriminierungsschutzes für trans Personen. Trans-Gegner hatten versucht, ein vom Parlament beschlossenes entsprechendes Gesetz mit direkter Demokratie auszuhebeln.

Außerdem sitzt jetzt in Florida ein nur aus LSBTIQ* Menschen bestehende Stadtrat: In Wilton Manors wurde für drei schwule Kandidaten gestimmt – darunter der Bürgermeister und zwei weitere Personen für den Stadtrat. Das heißt nun, dass Wilton Manors die zweite Stadt – nach Palm Springs – ist, in der nur homosexuelle Mitglieder im Stadtrat sitzen.
Allen gewählten Politiker_innen können wir nur alles Gute und viel Kraft wünschen!

 

Interessantes gibt es auch aus Deutschland: Im Rahmen der Haushaltsberatungen beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags am Freitag auf Initiative der SPD auch ein Modellprojekt, das älteren schwulen und lesbischen Personen ein diskriminierungsfreies Umfeld anbieten soll. Für die kommenden beiden Jahre sind dafür jeweils 250.000 Euro im Einzelplan 17 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorgesehen.

“Alterswürdiges Leben macht nicht an der sexuellen Identität halt”, erklärten die beiden SPD-Abgeordneten Karl-Heinz Brunner und Johannes Kahrs in einer Pressemitteilung. “Wir hoffen, dass dieses Projekt den ersten Schritt darstellt zu einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung im Umgang mit homosexuellen Menschen älteren Semesters. Gerade sie haben in der Vergangenheit oft Diskriminierung, Ausgrenzung, Stigmatisierungen, Repressionen, sogar Gewalt und Verfolgung erfahren.”
 

(Achtung, hier folgt ein kleiner Rant:)
Generell finde ich das Projekt und die Finanzierung eben jenes nicht schlecht – Das “Problem” ist nur dabei, dass es bereits um 2017 ein Forschungsprojekt zum Thema Homosexualität(en) im Alter gab, das an der Alice-Salomon-Hochschule erforscht wurde. Wer fällt dabei wieder komplett runter? Richtig – trans und inter Menschen.
Absolut sehe ich einen Bedarf, Pflegekräfte im Umgang mit LSBTIQ* Menschen zu stärken und auszubilden, allerdings sollte dabei niemals vergessen werden, dass es noch mehr auf dem Spektrum als die sexuell-romantische Identität eines Menschen gibt. Es wäre zu wünschen, dass sich Politik und Forschung in Zukunft auch mehr auf das Thema Trans- und Intergeschlechtlichkeit konzentrieren und auch hier Betroffenen von Diskriminierung und Gewalt entsprechende Hilfe anbieten.

 

Damit wir uns nicht zu sehr in meiner Meinung zu dem Thema verlieren, gehen wir zu Nachrichten aus Uruguay: Hier wurden nämlich vor zwei Wochen trans Personen-stärkende Gesetze erlassen!
Trans Menschen konnten schon seit 2009 ihren Personenstand ändern lassen, jetzt aber auch können sie ihren Personenstand ändern lassen, ohne dafür die Zustimmung eines_einer Richter_in zu benötigen. Zudem können Hormonbehandlungen und geschlechtsangleichende Operationen nun auch vom Staat übernommen werden.
Des Weiteren sollen innerhalb der nächsten 15 Jahren mindestens 1% der Jobs im Öffentlichen Dienst an trans Personen vergeben werden. Dies könne Arbeits- und Obdachlosigkeit vorbeugen, von denen trans Menschen leider immer noch zu häufig betroffen sind.
Das Gesetz ist ein Gewinn für unsere trans Freund_innen in Uruguay, zu dem wir nur Herzlichen Glückwunsch sagen können!

 

Queeres Leben wird auch in Berlin gelebt, denn hier wird ein Zentrum für queeres Leben in den alten Räumen der “taz” errichtet.
Für das sogenannte “Elberskirchen-Hirschfeld-Haus” haben sich bislang acht Institutionen aus dem schwul-lesbischen und feministischen Spektrum zum Verein der Freund*innen des Elberskirchen-Hirschfeld-Hauses zusammengeschlossen und die Bereitschaft signalisiert, in das neue Leuchtturmprojekt des queeren Berlins einziehen und es mitgestalten zu wollen. Das Haus soll, so heißt es in einer Selbsterklärung des Vereins, „ein lebendiger Ort der Wissenschaft, Bildung und Begegnung, der Archive, Bibliotheken und Sammlungen“ werden.
Geplant sind Ausstellungs- und Seminarräume, Ateliers, Kulturräume und ein offenes Café. Kurz: ein offenes, vielfältiges und sichtbares Zentrum für queeres Leben.
Einzig die dauerhafte Finanzierung des Projektes steht noch in den Sternen. Der Berliner Bezirk, in dem das Haus stehen wird, hatte aber schon seine Unterstützung zugesichert.

 

Zum Abschluss der WEEKLY haben wir noch einen Veranstaltungshinweis und natürlich noch unser Coming Out der Woche.

 

Zu aller erst wenden wir uns einer kommenden Veranstaltung der Hirschfeld-Eddy-Stiftung zu:

 

„LGBTQ*-Emanzipation und Postkolonialismus – afrikanische Perspektiven“

Die aktuelle Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*-Menschen (LGBT) auf dem afrikanischen Kontinent ist bedingt durch koloniale Kontinuitäten. Die Kriminalisierung von Homosexualität ist zumeist in der Kolonialzeit eingeführt worden und gleichzeitig werden die einst aufgezwungenen Anti-Homosexuellen-Gesetze heute auch als Ausdruck kultureller Identität interpretiert. Die britische Premierministerin hat sich im April 2018 für die homophobe Gesetzgebung und das dafür entstandene Leid entschuldigt. Wie ist diese Form von „Apology“ einzuschätzen? Wie kann stattdessen eine postkolonial informierte Praxis aussehen? Können postkoloniale Ansätze zur Lösung der komplexen Probleme beitragen? Und wenn ja, wie? Gibt es Zusammenarbeit zwischen afrikanischer Diaspora und entwicklungspolitischen NGOs zu diesen Fragen?

In einem Podiumsgespräch erkunden zwei Menschen vom afrikanischen Kontinent aus ihren Perspektiven diese Fragen. Erfahrungen aus Südafrika und Nigeria werden dabei im Mittelpunkt stehen. 

Ein Impulsvortrag zur verkürzten Wahrnehmung von Sexualitäten und Geschlechtlichkeiten im Globalen Norden leitet das Gespräch ein.

Wann: Mittwoch, 21. November 2018, 19 Uhr
Wo: Afrika-Haus Berlin, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin

mit
Bunye Ngene, Autor, Pädagoge und Sprachlernberater 
Tsepo Bollwinkel, politischer Referent und Empowerment Trainer

 

Und im Coming Out der Woche möchten wir einmal kurz über Asexualität reden: Model Yasmin Benoit hatte sich in einem Interview mit PinkNews als asexuell und aromantisch geoutet und spricht mit dem Portal über Vorurteile und Diskriminierung als asexuelle/aromantische Person.

Das komplette Interview könnte ihr hier (auf Englisch) anschauen!

 

Genießt noch den restlichen Sonntagmittag, wir lesen uns nächste Woche wieder! 🙂

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY (KW 44)

Hallo und herzlich Willkommen zur WEEKLY.

Diese Woche war es wieder sehr ruhig, deswegen fangen wir heute mal mit einer neuen Serie an, die ihr jetzt bei der kalten Jahreszeit anschauen könnt:

The Chilling Adventures of Sabrina, ein Reboot der Serie Sabrina The Teenage Witch (dt: Sabrina! – Total verhext), wurde letzte Woche auf Netflix veröffentlicht und überraschenderweise hat die Show gleich zwei Charaktere aus der LSBTIQ* Szene

Foto: © Netflix

… na ja, der eine ist noch nicht geoutet, aber der nicht-binäre Schauspieler Lachlan Watson (er und they Pronomen) hatte auf tumblr schon angedeutet, dass sich sein Charakter Susie womöglich in der zweiten Staffel als ebenfalls nicht-binär outen könnte.

Der zweite LSBTIQ* Charakter ist Ambrose Spellman, Sabrinas Cousin, der als “witty, puckish, and pansexual…always up for mischief” (dt: witzig, mutwillig und pansexuell … immer bereit für ein bisschen Unsinn) beschrieben wird.

 

Im Gegensatz zum Original lehnt The Chilling Adventures of Sabrina mehr an den Originalcomics an und wird mit Episoden, die als “Minifilme” als Homage an andere Horrorfilme wie Rosemary’s Baby oder The Exorcist anlehnen, umgesetzt.

Klingt alles sehr magisch – ich bin gespannt auf die Rückmeldungen zur Serie! 🙂

 

Nicht ganz so positive Nachrichten gibt es leider aus Deutschland: Anders als bei Heteropaaren wird die Ehepartnerin einer queeren Frau nicht automatisch bei der Geburt eines Kindes als Elternteil anerkannt. Das hat der Bundesgerichtshof in einem am Dienstag bekannt gegebenen Beschluss vom 10. Oktober entschieden.

Die Karlsruher Bundesrichter stellten fest, dass die bei verschiedengeschlechtlichen Ehepaaren geltende Abstammungsregelung bei gleichgeschlechtlichen Ehepaaren weiterhin nicht gilt. Mit dem Gesetz zur Öffnung der Ehe war die Passage im Originalparagraphen zur “Vaterschaft” nicht geändert worden, was natürlich scharf kritisiert wurde.

Bleibt zu hoffen, dass das Gesetz schnellstmöglich angeglichen wird, damit Mütter nicht weiterhin diskriminiert werden.

 

Etwas besser sieht es da in Hessen aus: Hier wurde der 23-jährige Azubi Felix Martin in den Landtag von Wiesbaden gewählt. Was neben seinem so jungen Alter so ungewöhnlich ist? Felix ist HIV-positiv.

Die Wahl ist – laut der AIDS-Hilfe Hessen – ein “starkes Signal für die Teilhabe von Menschen mit HIV”. Der schwule Grünenpolitiker aus dem Werra-Meißner-Kreis im Nordosten Hessens wird nach der Landtagswahl vom Sonntag der erste offen HIV-Positive im Wiesbadener Parlament sein. Seinen Einzug verdankt das zweitjüngste Mitglied des neuen Landtags dem starken Ergebnis der Grünen, die mit 19,8 Prozent zweitstärkste Kraft wurden.

Deutschlandweit ist bislang nur ein einziger anderer offen HIV-Positiver in ein Landesparlament eingezogen: Der Linkspolitiker Carsten Schatz ist seit 2013 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Hier noch das Coming Out der Woche:

Quelle: © jake.borelli | instagram

Jake Borelli, der seit 2017 den bisexuellen Arzt Levi Schmitt in der Serie Grey’s Anatomy spielt, hat sich auf Instagram als schwul geoutet. In dem Post schrieb er, dass ihm die Episode, in der langsam zu seinem schwulen Kollegen findet, besonders am Herzen liegt und er hofft, dass sich Menschen, denen es ähnlich wie Levi geht, gesehen fühlen. “Wir sitzen alle im selben Boot” steht am Ende der langen Coming-Out-Nachricht.

 

Das wars auch schon für diese Woche!

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

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