WEEKLY (KW 46)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu WEEKLY – eurem queeren Wochenüberblick!

Auch diese Woche ist wieder einiges passiert, fangen wir also gleich an 🙂

 

 

Nochmal ein kurzes Update zur “Raibow Wave” der Midterms, die letzten Sonntag stattfand:

Kyrsten Sinema wurde am Montagabend zur Siegerin der Wahlen zum US-Senat in ihrem Heimatstaat Arizona erklärt. Die 42-Jährige ist damit die erste offen bisexuelle Person, die einen Sitz in der 100 Mitglieder umfassenden Parlamentskammer erringen konnte.

Der Sieg ist historisch für die Demokraten im traditionell eher konservativen Bundesstaat, da sie erstmals seit den Sechzigerjahren mehr Abgeordnete ins US-Kapitol schicken als die Republikaner.

Wir wünschen Kyrsten viel Erfolg und starke Nerven im Kongress!

 

Weiter geht es mit Indien: Hier zeigte MTV diese Woche das erste Mal ein gleichgeschlechtliches Paar in einer der dort laufenden Datingshows!

In MTVs Elevator Pitch versuchen die Kandidat_innen, ein Date mit der Person zu gewinnen, die dort im Aufzug auf sie wartet. Die Folge wurde nun ausgestrahlt, nachdem im September das Verbot gleichgeschlechtlicher Handlungen in Indien abgeschafft wurde.

 

Auch aus San Marino gibt es gute Neuigkeiten diese Woche: Am Donnerstag wurde für ein Gesetz gestimmt, das Lebenspartnerschaften für gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare einführt.

Mit der Lebenspartnerschaft erhalten die Paare in der kleinen, von Italien umgebenen Enklave mit rund 33.400 Einwohnern unter anderem Vorzüge bei der Krankenversicherung und bei Pensionen, die üblichen Niederlassungsrechte und weitere Rechte und Pflichten. Das neue Institut (“unioni civili”) schafft zudem die Möglichkeit zur Stiefkindadoption; Einzelpersonen konnten bereits seit 1986 Kinder adoptieren. Eine direkte gemeinschaftliche Adoption ist nicht ausdrücklich vorgesehen, wird aber nach Auffassung von LGBTI-Aktivisten in der Praxis durch Gerichte ermöglicht werden. Wird ein Kind in die Lebenspartnerschaft hinein geboren, werden beide Partner als Eltern anerkannt.

Das Gesetz geht damit weiter als in Italien, führt aber nicht die Ehe für alle ein. Im letzten Jahr stimmte das Parlament dafür, dass ausländische Homo-Paare – und nur diese – in San Marino heiraten dürfen.

 

Spannendes gibt es auch aus Köln!

Hier setzt die Stadt ein Zeichen gegen Diskriminierung, in dem das neu eingerichtete Amt für Integration und Vielfalt im Dezember seine Arbeit aufnehmen. Eine Kampagne mit dem Thema “Unsere Vielfalt. Kölns Stärke” wurde bereits jetzt schon gestartet.

Im Amt für Integration und Vielfalt wird fortan die fachlichen Kompetenzen mehrerer Dienststellen zu den Themen Einwanderung, Integration, Vielfalt und Inklusion unter einem Dach gebündet. Zudem werden in dem Amt, das rund 80 Mitarbeiter umfassen wird, wichtige Querschnittsaufgaben strategisch und teils auch operativ zentral gesteuert.

Wir dürfen gespannt sein, wie genau das neue Amt die kommenden Aufgaben umsetzt und ob Diskussionen einer Einführung in Sachsen-Anhalt in Zukunft geführt werden sollten!

 

In Frankreich gab es diese Woche einen kleinen Gewinn für trans Eltern: Eine trans Frau wollte nach ihrer Geschlechtsangleichung offiziell als Mutter ihrer leiblichen Tochter anerkannt werden. Dies konnte so vor Gericht nicht durchgebracht werden – allerdings wird die Mutter in Zukunft als “biologisches Elternteil” (le parent) in die Geburtsurkunde eingetragen, was eine Premiere in Frankreich ist!

Die Anwältin von Claire – so der Name, der der Klägerin gegeben wurde, um ihre Anonymität zu schützen – zeigte sich “zu 80 Prozent zufrieden” über das Urteil: “Der weibliche Vornamen meiner Mandantin wird in die Geburtsakte eingetragen, auch wenn das Gericht nicht das Wort ‘Mutter’ benutzt. Meine Mandantin ist sehr erleichtert, es ist ein sehr großer Schritt für sie.”

Ähnliche Fälle gibt es auch in Deutschland. Jedoch zeigten sich deutsche Gerichte bislang nicht so kompromissbereit und zwangen beispielsweise eine trans Frau dazu, sich als “biologischer Vater” des Kindes eintragen zu lassen. Einem trans Vater erging es ähnlich – er musste als “biologische Mutter” des Kindes eingetragen werden.

Mit dem neuen Gerichtsurteil aus Frankreich wäre es auch langsam an der Zeit, dass in deutschen Gerichten ein Umdenken stattfindet, um so weitere Diskriminierung von trans Personen aus dem Weg zu räumen.

 

Und noch ein kleiner Nachtrag zum Thema queer und Alter(n): Für Pflegeheime mit Spezialisierung auf LSBTIQ* Personen in Deutschland gibt es ein neues Qualitätssiegel. Das Immanuel Seniorenzentrum in Berlin-Schöneberg erhält es am Mittwoch als erstes Heim bundesweit, wie die Einrichtung mitteilte.

Um das Siegel “Lebensort Vielfalt” zu bekommen, muss ein Großteil von 120 Kriterien aus einem Katalog erfüllt sein, den die Berliner Schwulenberatung mit Menschen aus der Community erarbeitet hat.

Wer sich den Katalog gerne einmal genauer ansehen will, wird hier fündig.

 

Das wars auch schon für diese Woche! 🙂

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

 

WEEKLY (KW 45)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurer queeren Wochenkolumne!

 

In Amerika hat sich diese Woche einiges bewegt – schauen wir doch gleich mal, was es dort neues gibt 🙂

Die Midterms standen in den Vereinigten Staaten an, was bedeutete, dass Abgeordnete des Repräsentantenhauses gewählt wurden und siehe da? Die Demokrat_innen haben nun wieder die Mehrheit im Kongress, was folglich heißt, sie können Trump das Leben schwer(er) machen.

Aber nicht nur das ist ein Sieg für die Vielfalt!

Auch mehrere LSBTIQ* Politiker_innen schafften den (Wieder-)Einzug ins Parlament, alle von ihnen waren Demokraten. Darunter war beispielsweise auch Sharice Davids, die lesbische ehemalige Kampfsportlerin, die nun als eine der ersten Native Americans im Kongress den Staat Kansas vertritt.

Zudem gab es staatenbezogene Wahlen. In einer Abstimmung über LSBTIQ* Rechte in Massachusetts (“Question 3”) stimmten 67 Prozent für die Beibehaltung des Diskriminierungsschutzes für trans Personen. Trans-Gegner hatten versucht, ein vom Parlament beschlossenes entsprechendes Gesetz mit direkter Demokratie auszuhebeln.

Außerdem sitzt jetzt in Florida ein nur aus LSBTIQ* Menschen bestehende Stadtrat: In Wilton Manors wurde für drei schwule Kandidaten gestimmt – darunter der Bürgermeister und zwei weitere Personen für den Stadtrat. Das heißt nun, dass Wilton Manors die zweite Stadt – nach Palm Springs – ist, in der nur homosexuelle Mitglieder im Stadtrat sitzen.
Allen gewählten Politiker_innen können wir nur alles Gute und viel Kraft wünschen!

 

Interessantes gibt es auch aus Deutschland: Im Rahmen der Haushaltsberatungen beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags am Freitag auf Initiative der SPD auch ein Modellprojekt, das älteren schwulen und lesbischen Personen ein diskriminierungsfreies Umfeld anbieten soll. Für die kommenden beiden Jahre sind dafür jeweils 250.000 Euro im Einzelplan 17 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorgesehen.

“Alterswürdiges Leben macht nicht an der sexuellen Identität halt”, erklärten die beiden SPD-Abgeordneten Karl-Heinz Brunner und Johannes Kahrs in einer Pressemitteilung. “Wir hoffen, dass dieses Projekt den ersten Schritt darstellt zu einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung im Umgang mit homosexuellen Menschen älteren Semesters. Gerade sie haben in der Vergangenheit oft Diskriminierung, Ausgrenzung, Stigmatisierungen, Repressionen, sogar Gewalt und Verfolgung erfahren.”
 

(Achtung, hier folgt ein kleiner Rant:)
Generell finde ich das Projekt und die Finanzierung eben jenes nicht schlecht – Das “Problem” ist nur dabei, dass es bereits um 2017 ein Forschungsprojekt zum Thema Homosexualität(en) im Alter gab, das an der Alice-Salomon-Hochschule erforscht wurde. Wer fällt dabei wieder komplett runter? Richtig – trans und inter Menschen.
Absolut sehe ich einen Bedarf, Pflegekräfte im Umgang mit LSBTIQ* Menschen zu stärken und auszubilden, allerdings sollte dabei niemals vergessen werden, dass es noch mehr auf dem Spektrum als die sexuell-romantische Identität eines Menschen gibt. Es wäre zu wünschen, dass sich Politik und Forschung in Zukunft auch mehr auf das Thema Trans- und Intergeschlechtlichkeit konzentrieren und auch hier Betroffenen von Diskriminierung und Gewalt entsprechende Hilfe anbieten.

 

Damit wir uns nicht zu sehr in meiner Meinung zu dem Thema verlieren, gehen wir zu Nachrichten aus Uruguay: Hier wurden nämlich vor zwei Wochen trans Personen-stärkende Gesetze erlassen!
Trans Menschen konnten schon seit 2009 ihren Personenstand ändern lassen, jetzt aber auch können sie ihren Personenstand ändern lassen, ohne dafür die Zustimmung eines_einer Richter_in zu benötigen. Zudem können Hormonbehandlungen und geschlechtsangleichende Operationen nun auch vom Staat übernommen werden.
Des Weiteren sollen innerhalb der nächsten 15 Jahren mindestens 1% der Jobs im Öffentlichen Dienst an trans Personen vergeben werden. Dies könne Arbeits- und Obdachlosigkeit vorbeugen, von denen trans Menschen leider immer noch zu häufig betroffen sind.
Das Gesetz ist ein Gewinn für unsere trans Freund_innen in Uruguay, zu dem wir nur Herzlichen Glückwunsch sagen können!

 

Queeres Leben wird auch in Berlin gelebt, denn hier wird ein Zentrum für queeres Leben in den alten Räumen der “taz” errichtet.
Für das sogenannte “Elberskirchen-Hirschfeld-Haus” haben sich bislang acht Institutionen aus dem schwul-lesbischen und feministischen Spektrum zum Verein der Freund*innen des Elberskirchen-Hirschfeld-Hauses zusammengeschlossen und die Bereitschaft signalisiert, in das neue Leuchtturmprojekt des queeren Berlins einziehen und es mitgestalten zu wollen. Das Haus soll, so heißt es in einer Selbsterklärung des Vereins, „ein lebendiger Ort der Wissenschaft, Bildung und Begegnung, der Archive, Bibliotheken und Sammlungen“ werden.
Geplant sind Ausstellungs- und Seminarräume, Ateliers, Kulturräume und ein offenes Café. Kurz: ein offenes, vielfältiges und sichtbares Zentrum für queeres Leben.
Einzig die dauerhafte Finanzierung des Projektes steht noch in den Sternen. Der Berliner Bezirk, in dem das Haus stehen wird, hatte aber schon seine Unterstützung zugesichert.

 

Zum Abschluss der WEEKLY haben wir noch einen Veranstaltungshinweis und natürlich noch unser Coming Out der Woche.

 

Zu aller erst wenden wir uns einer kommenden Veranstaltung der Hirschfeld-Eddy-Stiftung zu:

 

„LGBTQ*-Emanzipation und Postkolonialismus – afrikanische Perspektiven“

Die aktuelle Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*-Menschen (LGBT) auf dem afrikanischen Kontinent ist bedingt durch koloniale Kontinuitäten. Die Kriminalisierung von Homosexualität ist zumeist in der Kolonialzeit eingeführt worden und gleichzeitig werden die einst aufgezwungenen Anti-Homosexuellen-Gesetze heute auch als Ausdruck kultureller Identität interpretiert. Die britische Premierministerin hat sich im April 2018 für die homophobe Gesetzgebung und das dafür entstandene Leid entschuldigt. Wie ist diese Form von „Apology“ einzuschätzen? Wie kann stattdessen eine postkolonial informierte Praxis aussehen? Können postkoloniale Ansätze zur Lösung der komplexen Probleme beitragen? Und wenn ja, wie? Gibt es Zusammenarbeit zwischen afrikanischer Diaspora und entwicklungspolitischen NGOs zu diesen Fragen?

In einem Podiumsgespräch erkunden zwei Menschen vom afrikanischen Kontinent aus ihren Perspektiven diese Fragen. Erfahrungen aus Südafrika und Nigeria werden dabei im Mittelpunkt stehen. 

Ein Impulsvortrag zur verkürzten Wahrnehmung von Sexualitäten und Geschlechtlichkeiten im Globalen Norden leitet das Gespräch ein.

Wann: Mittwoch, 21. November 2018, 19 Uhr
Wo: Afrika-Haus Berlin, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin

mit
Bunye Ngene, Autor, Pädagoge und Sprachlernberater 
Tsepo Bollwinkel, politischer Referent und Empowerment Trainer

 

Und im Coming Out der Woche möchten wir einmal kurz über Asexualität reden: Model Yasmin Benoit hatte sich in einem Interview mit PinkNews als asexuell und aromantisch geoutet und spricht mit dem Portal über Vorurteile und Diskriminierung als asexuelle/aromantische Person.

Das komplette Interview könnte ihr hier (auf Englisch) anschauen!

 

Genießt noch den restlichen Sonntagmittag, wir lesen uns nächste Woche wieder! 🙂

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY (KW 44)

Hallo und herzlich Willkommen zur WEEKLY.

Diese Woche war es wieder sehr ruhig, deswegen fangen wir heute mal mit einer neuen Serie an, die ihr jetzt bei der kalten Jahreszeit anschauen könnt:

The Chilling Adventures of Sabrina, ein Reboot der Serie Sabrina The Teenage Witch (dt: Sabrina! – Total verhext), wurde letzte Woche auf Netflix veröffentlicht und überraschenderweise hat die Show gleich zwei Charaktere aus der LSBTIQ* Szene

Foto: © Netflix

… na ja, der eine ist noch nicht geoutet, aber der nicht-binäre Schauspieler Lachlan Watson (er und they Pronomen) hatte auf tumblr schon angedeutet, dass sich sein Charakter Susie womöglich in der zweiten Staffel als ebenfalls nicht-binär outen könnte.

Der zweite LSBTIQ* Charakter ist Ambrose Spellman, Sabrinas Cousin, der als “witty, puckish, and pansexual…always up for mischief” (dt: witzig, mutwillig und pansexuell … immer bereit für ein bisschen Unsinn) beschrieben wird.

 

Im Gegensatz zum Original lehnt The Chilling Adventures of Sabrina mehr an den Originalcomics an und wird mit Episoden, die als “Minifilme” als Homage an andere Horrorfilme wie Rosemary’s Baby oder The Exorcist anlehnen, umgesetzt.

Klingt alles sehr magisch – ich bin gespannt auf die Rückmeldungen zur Serie! 🙂

 

Nicht ganz so positive Nachrichten gibt es leider aus Deutschland: Anders als bei Heteropaaren wird die Ehepartnerin einer queeren Frau nicht automatisch bei der Geburt eines Kindes als Elternteil anerkannt. Das hat der Bundesgerichtshof in einem am Dienstag bekannt gegebenen Beschluss vom 10. Oktober entschieden.

Die Karlsruher Bundesrichter stellten fest, dass die bei verschiedengeschlechtlichen Ehepaaren geltende Abstammungsregelung bei gleichgeschlechtlichen Ehepaaren weiterhin nicht gilt. Mit dem Gesetz zur Öffnung der Ehe war die Passage im Originalparagraphen zur “Vaterschaft” nicht geändert worden, was natürlich scharf kritisiert wurde.

Bleibt zu hoffen, dass das Gesetz schnellstmöglich angeglichen wird, damit Mütter nicht weiterhin diskriminiert werden.

 

Etwas besser sieht es da in Hessen aus: Hier wurde der 23-jährige Azubi Felix Martin in den Landtag von Wiesbaden gewählt. Was neben seinem so jungen Alter so ungewöhnlich ist? Felix ist HIV-positiv.

Die Wahl ist – laut der AIDS-Hilfe Hessen – ein “starkes Signal für die Teilhabe von Menschen mit HIV”. Der schwule Grünenpolitiker aus dem Werra-Meißner-Kreis im Nordosten Hessens wird nach der Landtagswahl vom Sonntag der erste offen HIV-Positive im Wiesbadener Parlament sein. Seinen Einzug verdankt das zweitjüngste Mitglied des neuen Landtags dem starken Ergebnis der Grünen, die mit 19,8 Prozent zweitstärkste Kraft wurden.

Deutschlandweit ist bislang nur ein einziger anderer offen HIV-Positiver in ein Landesparlament eingezogen: Der Linkspolitiker Carsten Schatz ist seit 2013 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Hier noch das Coming Out der Woche:

Quelle: © jake.borelli | instagram

Jake Borelli, der seit 2017 den bisexuellen Arzt Levi Schmitt in der Serie Grey’s Anatomy spielt, hat sich auf Instagram als schwul geoutet. In dem Post schrieb er, dass ihm die Episode, in der langsam zu seinem schwulen Kollegen findet, besonders am Herzen liegt und er hofft, dass sich Menschen, denen es ähnlich wie Levi geht, gesehen fühlen. “Wir sitzen alle im selben Boot” steht am Ende der langen Coming-Out-Nachricht.

 

Das wars auch schon für diese Woche!

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY (KW 43)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurer queeren Wochenkolumne.

Ich hoffe, ihr habt die heutige Stunde alle sinnvoll genutzt und seid einfach länger im Bett liegen geblieben 😉

Die WEEKLY nutzt die Extrastunde, um euch die neuesten LSBTIQ* Nachrichten aus aller Welt zu bringen – fangen wir also gleich an!

 

In Taipei war dieses Wochenende der größte CSD Asiens!

Mehr als 130.000 Menschen haben die alljährliche Pride-Parade gefeiert, dies sei die bisher höchste Teilnehmendenzahl seit der ersten LSBTIQ*-Demonstrationen auf der Insel gewesen. Im Rahmen des CSD wurde die Eheöffnung gefordert. Am 24. November gibt es zudem ein Referendum zu LSBTIQ*-Fragen, für die die Teilnehmenden warben.

Drücken wir unseren taiwanesischen Geschwistern die Daumen, dass das Referendum mit Erfolg angenommen wird!

 

Ebenso gratulieren können wir der offen lesbische Chefin der schottischen Konservativen Partei, Ruth Davidson, die ihr erstes Kind zur Welt gebracht hat.

Am Freitag gab sie zusammen mit ihrer Partnerin Jen Wilson die Geburt ihres Sohnes Finn Paul bekannt. Davidson hatte ihre Schwangerschaft durch In-Vitro-Fertilisation im April öffentlich gemacht. Damit wollte sie nach eigenen Angaben auch dazu beitragen, dass gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern als etwas Normales angesehen werden.

Den Dreien können nur ruhige Nächte gewünscht werden 😉

 

In Deutschland wiederum könnte sich einiges im Arbeitsrecht machen:

 

In dem am Donnerstag verkündeten Urteil entschied das Bundesarbeitsgericht Erfurt, dass für eine Arbeitsaufnahme in einem kirchlichen Umfeld nicht unbedingt eine Kirchenmitgliedschaft gefordert werden darf. Dies sehen Verbände wie der LSVD nun als Chance, die Ausnahmeregelungen für Kirchen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz einzuschränken. In der Vergangenheit war es nämlich zu Kündigungen durch kirchliche Arbeitergeber_innen gekommen, sobald diese herausfanden, dass lesbische oder schwule Angestellte eine Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft eingingen.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig und könnte zu einer Grundsatzentscheidung in Karlsruhe führen – es basiert bereits auf einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, der in diesem Jahr mehrfach auf Vorlagen des deutschen Gerichts entschieden hatte, dass das kirchliche Arbeitsrecht nicht grenzenlos gelten dürfe.

Sollte es Neuigkeiten zum möglichen Schutz von LSBTIQ* Angestellten bei kirchlichen Trägern geben, werde ich natürlich sofort davon berichten!

 

Ebenfalls positiv aus Deutschland zu vermelden ist die Tatsache, dass nach nun über einem Jahr die Ehepartner_innen mit der korrekten Bezeichnung in das Programm der Standesämter eingetragen werden!

Bislang kennt die Software nur die Einträge “Ehemann” und “Ehefrau”, bei schwulen und lesbischen Paaren wurde jeweils einer der beiden an falscher Stelle einsortiert. Das ist nun korrigiert, beide Partner werden als “Ehegatten” erfasst. Im Alltag der gleichgeschlechtlichen Paare hatte das interne Software-Problem der Standesämter keine Auswirkungen.

 

Interessante Neuigkeiten für alle Frauen, die nächstes Jahr in Mallorca Urlaub machen wollen: Im Küstenort Porto Cristo eröffnet die spanische Hotelkette Som im April 2019 das “Som Dona”.

Nicht nur dürfen die 39 Zimmer nicht von Männer und Kinder betreten werden, es gibt auch ein Mindestalter, das bei der Buchung erreicht werden muss (in dem Fall 16 Jahre). Als Grund für das Women-only-Hotel – zu dem übrigens auch das Personal zählt – wurde die steigende Anzahl von alleinreisenden Frauen/Frauengruppen genannt, die gerne unter sich bleiben wollen würden.

Generell finde ich das keine schlechte Idee, um alleinreisenden Frauen unterwegs Sicherheit zu bieten – Mich würde jedoch interessieren, wie das Hotel mit trans Frauen umgeht und ob diese ein gesellschaftlich-akzeptables Passing haben müssen, um sich dort einbuchen zu können.

 

Mit so vielen Nachrichten verabschiede ich mich bis zur nächsten Woche.

Genießt den Feiertag am 31.10 und falls ihr nicht frei habt: Happy Halloween

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY (KW 42)

Ein kaltes Hallo und willkommen zurück zur WEEKLY – eurem queeren Wochenüberblick.

Bis auf den plötzlichen Wetterumschwung hat sich in der queeren Welt tatsächlich nicht so viel getan, deswegen werden wir die dieswöchige Ausgabe relativ kurz halten.

 

Für viele Fans der Serie “Orange Is The New Black” ist es eine traurige Nachricht:

Mit einem Video und der Tweetbeschreibung “Warning: This may make you cry. The Final Season, 2019.” (trans: Warnung: Das könnte dich/euch zum Weinen bringen. Die finale Staffel, 2019.) kündigte die Serie auf Twitter die letzte Staffel der Kultserie an, in der es nicht nur um diverse LSBTIQ* Charaktere ging, sondern die auch Stars wie Laverne Cox berühmt gemacht hat.

 

Etwas positivere Nachrichten gibt es da aus Frankreich:

In Frankreich dürfen sich homophobe Bürgermeister nicht aus Gewissens- oder religiösen Gründen weigern, gleichgeschlechtliche Paare zu vermählen. Das hat der Europäische Menschenrechtsgerichtshof am Mittwoch in Straßburg mitgeteilt. Das Gericht hat eine Klage von 146 konservativen Bürgermeistern für unzulässig erklärt – die Stadtoberhäupter hatten sich das Recht erstreiten wollen, nur heterosexuelle Paare zu vermählen. In Frankreich führen traditionell Bürgermeister Eheschließungen durch. Da diese als Stellvertreter des Staats handeln, wenn sie Eheschließungen durchführen, können sie sich nicht auf ihr Gewissen berufen.

Coming Out der Woche ist Daya!
Die 19 jährige Sängerin, die dem einen oder der anderen durch das Lied “Don’t Let Me Down” bekannt sein dürfte, hatte sich zum Internationalen Coming Out Day als bisexuell auf Instagram geoutet und zugleich auch ihre Freundin dort vorgestellt. Im Post selbst sagte sie, sie wisse, wie privilegiert sie sei und dass sie deshalb für andere queere Jugendliche und Fans da sein wollte.

 

Das wars für diese Woche tatsächlich auch schon wieder.

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY (KW 41)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei der WEEKLY!
Wir sind endlich aus der Sommerpause zurück, ein Grund zu jubeln!
(… wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob der Sommer auch weiß, dass er jetzt Pause hat …)

Wenn mensch mal in die aktuellen Nachrichtenportale schaut, wird schnell klar, dass diese Woche wieder einiges in der queeren Welt passiert ist. Fangen wir also gleich mal mit einem besonderen Tag an, der diese Woche stattfand:

Der Internationale Coming Out Tag (11.10)

© artinspiring – Stock.Adobe.com

Für viele ein Grund, auf sozialen Medien zu verkünden, dass sie doch nicht so hetero oder cis sind, wie die Welt vielleicht dachte.

Und da mir aufgefallen ist, dass ich mich tatsächlich nie vorgestellt habe, sondern einfach auf magische Weise mit der WEEKLY aufgetaucht bin, nutze ich den Tag, um mich vorzustellen: Hallo, ich bin Min. Mein generelles Label ist queer – im einzelnen bedeutet das, dass ich nicht-binär (they/them im Englischen), asexuell und aroflux (also irgendwas zwischen aromantisch und polyromantisch) bin. Freut mich, eure Bekanntschaft zu machen! 🙂

Ein ähnliches Coming Out hatte diese Woche übrigens auch Karina Manta, die für das amerikanische Olympiateam im Eiskunstlauf an den Start geht. In einem Video outet sie sich als bisexuell und spricht offen darüber, wie schwierig die ungeoutete Situation für sie selbst und auch ihre Partnerin war.

Erfreuliche Nachrichten gibt es auch aus Baden-Württemberg:

Am Freitag haben sich im Standesamt von Stockach erstmals zwei trans Frauen das Ja-Wort gegeben. Christin Löhner und ihre frischgebackene Ehefrau Michelle, geborene Bilgeri, sind in der Region keine Unbekannten. Beide engagieren sich u.a. im Vorstand des Konstanzer CSD-Vereins. Die beiden hatten sich im April 2016 in einer Trans-Selbsthilfegruppe kennen und lieben gelernt.

Dem Paar alles Gute für die gemeinsame Zukunft! 🙂

Bleiben wir beim Thema (hoffentlich) lebenslange Partnerschaft – Die führende Regierungspartei in Rumänien, die sozialdemokratische PSD, hat nach dem fehlgeschlagenen Volksentscheid zum Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften angekündigt. Nachdem am vergangenen Wochenende eine Volksentscheid zum Thema Verbot einer Eheöffnung stattfand und diese an der Mindestbeteiligung von 30 Prozent scheiterte, möchte die rumänische Regierung nun eingetragene Lebenspartnerschaften für hetero- und homosexuelle Paare öffnen.

Dies würde vor allem viele Gleichstellungen etwa im Erbschaftsrecht oder im Rentenrecht beinhalten. Manche Rechte, insbesondere das Adoptionsrecht, sollen jedoch verheirateten heterosexuellen Paaren vorenthalten bleiben.

Auch in Österreich gibt es immer noch Terz um das Thema Eheöffnung. Der Verfassungsgerichthof hatte entschieden, dass die Ehe für alle geöffnet werden müsse – nur die regierende konservative Volkspartei ÖVP und der rechtspopulistische Koalitionspartner FPÖ sind bislang immer noch dagegen.

Überraschend kommt es also, dass die Fraktionschefs nun “klein beigeben” und trotz dem Wunsches, an der “traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau” festhalten zu wollen – natürlich ganz ohne Diskriminierung von Homosexuellen … ist klar – dem Gerichtsurteil zustimmen. Bis zum 1. Januar 2019 muss nun also auch in Österreich die Ehe für alle Heiratswütigen geöffnet werden.

Nicht ganz so rosig sieht es dafür aktuell in der Gedenkstätte Ravensbrück aus: Der jahrelange Streit um ein offizielles Mahnmal für verfolgte Lesben in der Gedenkstätte Ravensbrück ist noch nicht beendet. Zwei Tage, nachdem der LSVD Berlin-Brandenburg in einer Pressemitteilung die Errichtung einer Gedenkkugel mit der vermeintlichen Kompromiss-Inschrift “Den lesbischen Frauen unter den Häftlingen der verschiedenen Verfolgtengruppen” quasi angekündigt hatte, hat die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten diese Mitteilung am Donnerstag als irreführend und “kontraproduktiv” zurückgewiesen.

Ein Mahnmal für verfolgte Lesben in der NS-Zeit sei aufgrund des “aktuellen Forschungsstandes” nicht möglich (lese: notwendig), da es kaum bis keinerlei historischer Beweise für die explizite Verfolgung von Lesben gäbe. In aktivistischen Kreisen gilt die Lesbenverfolgung in der NS-Zeit als “Legende” – Aktivistinnen, die für ein eigenes Mahnmal Druck machen, werden da auch gut und gerne als Krawalllesben bezeichnet.

Es ist frustrierend zu sehen, dass lesbische Sichtbarkeit offenbar immer noch nicht im Jahr 2018 angekommen ist oder gar ernstgenommen wird.

 

In der Hoffnung, dass nächste Woche positivere Nachrichten dabei sind, verabschiede ich mich in einen sonnigen Sonntag.

 

Bis nächste Woche,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

 

COME IN WEEKLY (KW 23)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei Come In WEEKLY, eurer queeren Kolumne vom COME IN! 🙂

 

Es gibt Neuigkeiten zum Thema “Drittes Geschlecht” aus Berlin:

Wie befürchtet wird mit der Reform nur das nötigste angepasst – das heißt konkret, dass Kindern neben “männlich” und “weiblich” auch der Geschlechtseintrag “weiteres” zugeschrieben werden kann. Er kann aber auch erst einmal komplett freigelassen werden.

Jugendlichen ab 14 und auch Erwachsenen steht es frei, ihren Geschlechtseintrag ändern zu lassen, wenn “die Variante der Geschlechtsentwicklung durch Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung” nachgewiesen werden kann. Zuständig sei dafür dann das Standesamt.

Nicht angegangen wird in dem Entwurf auch die im Koalitionsvertrag versprochene gesetzliche Klarstellung, “dass geschlechtsangleichende medizinische Eingriffe an Kindern nur in unaufschiebbaren Fällen und zur Abwendung von Lebensgefahr zulässig sind”. Begründet wird das ganze mit der zeitlich knappen Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts, das eine Umsetzung bis Ende des Jahres gefordert hatte. Für “die Umsetzung der sonstigen im Koalitionsvetrag festgelegten Vereinbarungen” bedürfe es “weiterer gesetzlicher Regelungen”, zu denen “Zeitpunkt und Federführung” noch nicht geklärt seien.

Letztendlich wird hier auch klare Aufteilung zwischen inter, trans und auch nicht-binären Menschen erzwungen, anstatt den Menschen ihren persönlichen Entscheidungs- und Entfaltungsfreiraum zu lassen.

 

Etwas bunter geht es in Braunschweig zu:

Gerade als die Weekly begonnen hatte, hatte Braunschweig die Regenbogentram vorgestellt. Diese sollte erst einmal drei Monate mit Slogans wie “Ich bin inter”, “Ich bin genauso Mensch wie Du” oder “Ich bin eine lesbische Polizistin” durch die Stadt düsen.

Nun geht das Projekt in Verlängerung – noch bis August könnt ihr die bunten Bahnen in Braunschweig benutzen.

 

Frankfurt steht dem ganzen in nichts nach:

Ab dem 21. Juni gibt es in der Frankfurter Innenstadt gleichgeschlechtliche Ampelfiguren!

Die Motive mit schwulen und lesbischen Pärchen werden bisher nur temporär für die Zeit des Christopher Street Day an den Ampeln installiert. Geht es nach CDU, Grünen und SPD sollen sie aber bald dauerhaft leuchten. Die Fraktionen haben den entsprechenden Antrag gestellt.

Bereits in Hamburg und Flensburg gab es ähnliche Aktionen, die sich die Städte aus der österreichischen Hauptstadt Wien abgeschaut hatten 🙂

 

In Bermuda wurde das erneute Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe wieder gekippt:

Wenige Tage nach seinem Inkrafttreten zum 1. Juni hat der Oberste Gerichtshof der Bermudainseln am Mittwoch ein Gesetz in jenen Teilen für verfassungswidrig erklärt, die gleichgeschlechtliche Ehen verboten hatten. In der Praxis erlaubt das Gericht damit schwulen und lesbischen Paaren erneut das Eingehen von Ehen – die Wirkung des Urteils wurde allerdings zunächst für sechs Wochen ausgesetzt, um der Regierung eine Prüfung zu ermöglichen, ob sie Einspruch erheben will.

Da einige Richter*innen jedoch der Meinung sind, dass kulturell bedingte Homophobie völlig in Ordnung sei und Menschen, die diese Meinung vertreten, ein Recht auf Schutz haben, ist es aktuell nicht 100%-ig sicher, ob das gekippte Verbot nicht wieder rückgängig gemacht wird.

 

Und jetzt kommen wir noch zu meinem persönlichen Lieblingsthema: LGBTIQ* in der Popkultur; in dem Fall befinden wir uns in Seoul, Südkorea …

Kwon Jo – ursprünglich Leader der K-Pop-Gruppe 2AM – hatte letzte Woche ein Foto gepostet, auf dem er mit Hong Suk Chun posierte. Warum das ganze so “dramatisch” ist? Hong Suk Chun ist einer der wenigen Berühmtheiten in Korea, die sich als Teil der LGBTIQ* Szene geoutet haben.

Viele Fans und Antis waren natürlich entsprechend schnell der Meinung, dass ein Selfie mit einer LGBTIQ* Berühmtheit bedeutet, dass Kwon Jo selbst queer ist. Dass dafür andere Punkte wie seine “Born This Way” oder “Equality” Tattoos sprechen könnten, lassen wir mal bewusst außen vor. 😉

Nachdem es offenbar viele homophobe Äußerungen ihm gegenüber gab, wandte er sich in einem öffentlichen Instagram-Post an alle, die sein Leben regelmäßig verfolgen:

‘That side” or this side, or whatever side, is there a problem? If I go there, am I on “that side”? Excuse me. It’s 2018. ‘I usually don’t care about what haters say. People call social media a waste of time, and I agree to some point. That’s why when I want to interact, I do it without causing harm or controversy. So when I see haters come with their fake accounts made fresh to be used for spying on other IG accounts and leaving hateful comments, I seriously have to ask. Did I ever cause you any trouble? Celebrities are people too. ‘I hope you learn to see the world with a broader perspective and realize that there are people who look like this and that, who act like this and that, and who prefer this or that. You should probably learn how to respect others. What would you say if someone randomly attacked another person about how he/she looks or is shaped? Everyone deserves to be loved and respected. If they haven’t done anything to you, leave them alone and go on with your life. Be loved. Live a better life.’ (trans.: Das Ufer oder jenes Ufer oder welches Ufer auch immer, ist das ein Problem? Wenn ich dorthin gehe [gemeint ist vermutlich Hong Suk Chuns Restaurant], gehöre ich dann zum anderen Ufer? Entschuldigt mal, es ist 2018. Normalerweise ist es mir egal, was Gegner*innen sagen. Leute nennen Social Media-Seiten eine Zeitverschwendung und bis zu einem gewissen Grad stimme ich dem zu. Deswegen will ich niemandem schaden, wenn ich mit irgendwem dort interagiere. Wenn ich also diese Gegner*innen sehe, die Fake Accounts machen, nur um andere auszuspionieren und hasserfüllte Kommentare zu hinterlassen, dann muss ich euch wirklich fragen, ob ich euch jemals Ärger bereitet habe? Berühmtheiten sind auch nur Menschen. Ich hoffe, dass ihr euren Horizont erweitern könnt und merkt, dass Menschen so oder so aussehen oder sich benehmen oder das oder jenes präferieren können. Ihr solltet lernen, dass man andere Menschen zu respektieren hat. Was würdet ihr sagen, dass jemand eine andere Person grundlos angreift und das nur wegen ihres Aussehens? Jede*r hat es verdient, geliebt und respektiert zu werden. Wenn diese Personen euch nichts getan haben, lasst sie in Ruhe und lebt einfach euer Leben.)

 

Zusätzlich ergänzt er noch:

‘I know there are others who DM my friends and hurting their feelings too. It’s ridiculous to be dividing up this side – that side. STOP DISCRIMINATING. You too are probably hated somewhere, discriminated against sometimes. Like so, I can’t satisfy everyone. Just know that there are basic manners. Don’t ever come back to my feed of rainbows and cloud all over it.’ (trans.: Ich weiß, dass es Leute gibt, die meine Freunde über Privatnachrichten anschreiben und ihre Gefühle ebenfalls verletzen. Es ist schwachsinnig, die Sache in das Ufer oder jenes Ufer aufteilen zu wollen – HÖRT AUF, LEUTE ZU DISKRIMINIEREN. Ihr werdet vermutlich auch irgendwo gehasst, irgendwer diskriminiert euch auch als irgendwelchen Gründen. Ich kann nicht jedem gerecht werden. Denkt einfach dran, dass es ein gewisses Maß an Höflichkeit geben sollte. Denkt bloß nicht dran, wieder auf meine farbenvolle Seite zu kommen und sie in den Dreck zu ziehen.)

Dieser Kommentar veranlasste einige Leute Dinge wie “Warum sollten wir keine Homosexuellen hassen? Immerhin zahlen wir für den “gay aids”-Behandlung” und “Er kann uns nicht vorschreiben, wen wir hassen” zu posten. Natürlich fachte das wieder die Diskussion um seine eigene Sexualität an, aber sind wir doch mal ehrlich … es braucht in einem Land wie Korea einen Haufen Mut, die LGBTIQ*-Szene zu verteidigen – ganz gleich ob Kwon Jo nun Teil davon ist oder nicht.

 

Zu guter letzt noch eine traurige Nachricht:

Die Weekly geht in Sommerpause.

Das bedeutet, dass es die nächsten paar Wochen (bis Ende September, um genau zu sein) keine Weekly geben wird. Dafür sind wir dann Anfang Oktober wieder zurück – passend zum Internationalen Coming Out Day! 🙂

 

Habt alle einen schönen Sommer!

Min.

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 22)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei COME IN Weekly! 🙂

 

Am 1. Juni hat der Pride Month begonnen!

Jeden Tag feiern wir nun einen anderen Pride Day – heute beispielsweise ist Bisexual Pride Day, also der Tag, um Bisexualität zu feiern 🙂

Weitere Tage sind zum Beispiel der 15. Juni, an dem der Agender Pride gefeiert wird oder der 30. Juni, an dem der Aromantic Pride gefeiert wird

 

Passend dazu hat das Rathaus von Seattle am Freitag eine neue Variante der Regenbogenfahne gehisst.

Das Ziel: Niemand in der Community soll ausgegrenzt werden!

Die mittlerweile mit sechs Farbstreifen bestückte Regenbogenflagge (das Original von Harvey Milk hatte nämlich acht Farbstreifen!) wurde um fünf weitere Farbstreifen ergänzt: Schwarz und Braun sollen People of Color repräsentieren, während sich in Pink, Hellblau und Weiß trans, intersexuelle und nichtbinäre Menschen wiederfinden sollen.

 

Auch in Deutschland wollen aktuell fünf Bundesländer Flagge zeigen: Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Thüringen mit Regierungsbeteiligungen von SPD, Linken, Grünen und FDP wollen den Diskriminierungsschutz von queeren Menschen verbessern.

In einer gemeinsamen Bundesratsinitiative fordern sie, in Artikel 3 des Grundgesetzes die Merkmale “sexuelle und geschlechtliche Identität” aufzunehmen. Sollte die Länderkammer die Vorlage beschließen, muss sich der Bundestag mit dem Thema beschäftigen. Für eine Änderung des Grundgesetzes ist in beiden Häusern eine Zweit-Drittel-Mehrheit erforderlich.

Wir können gespannt sein, inwieweit der Vorschlag umgesetzt wird.

 

Auch ganz tolle Nachrichten gibt es mal wieder aus Südkorea: Dutzende Dragqueens marschierten am Samstag in Itaewon durch die Straßen und forderten gleiche Rechte für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transpersonen. 

Itaewon, allgemein als Tourist*innen-Viertel und Gegend mit diversen LGBTIQ*-Bars (dem sogenannten Homo Hill) bekannt, wurde als Austragungsort aufgrund seiner toleranten Atmosphäre gewählt.

“Die menschenrechtlichen Bedingungen in Südkorea sind nicht ausreichend, wenn es um Rechte für sexuelle Minderheiten geht”, erklärte Organisatorin Yang Heezy gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. “Die Dragparade soll ebenso wie andere queere Kulturveranstaltungen die Aufmerksamkeit der Mehrheitsgesellschaft auf sexuelle Minderheiten lenken.”

 

Das solls auch schon für diese Woche gewesen sein! 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

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COME IN Weekly (KW 21)

Hallo alle zusammen und willkommen zurück zur WEEKLY 🙂

Die letzte Woche ist nicht so sonderlich viel passiert, aber! Es gab das erste queere Jugendvernetzungstreffen hier in Sachsen-Anhalt und darüber soll natürlich kurz berichtet werden:

Am 11.10, dem internationalen Coming-Out-Day, sollen gemeinsame Aktionen durch Jugendorganisationen in Sachsen-Anhalt veranstaltet werden. Haltet also die Augen offen, ob nicht ein lokaler Jugendtreff einen Workshop anbietet.  😎 

Lambda Sachsen-Anhalt erweitert sein Einzugsgebiet um Thüringen und benennt sich in Lambda Mitteldeutschland um – eine positive Nachricht für alle queeren Thüringer*innen!

Außerdem sollen queere Jugendvernetzungstreffen in Zukunft zweimal jährlich stattfinden – das natürlich dann auch in unterschiedlichen Städten und mit unterschiedlichem Inhalt. Ihr dürft also gespannt sein, was da noch so alles kommen wird.
 
Ein großes Danke geht an Dominic, der den LSVD vor Ort in Dessau vertreten hat 🙂
 
 
Letzte Woche wurde ebenfalls die erste Pride-Kollektion bei h&m angekündigt. Ein Teil der Erlöse soll an LGBTIQ*-Organisationen gespendet werden.
Die Linie aus T-Shirts, Tanktops, Shorts, Sweatshirts, Sweatpants, Hoodies, Mützen, Bauchtaschen, Schlüsselbändern und Socken in Regenbogenfarben und Pastelltönen ist mit Schlagworten wie “Pride”, “Love” oder “Equality” bedruckt – ideal zum Flagge zeigen im Alltag. Beworben werden die Kleidungsstücke von queeren Prominenten.
 
 
In Amerika wurde letzte Woche im Streitfall um den Zugang zur Schultoilette zugunsten eines trans Teenagers entschieden.
Im bereits drei Jahre andauernden Streit um seinen Zugang zu Schultoiletten hat der inzwischen 19-jährige transidente Ex-Schüler Gavin Grimm einen Sieg vor einem Bundesgericht gegen seinen Schulbezirk errungen. Bundesrichterin Arenda L. Wright Allen hat in Norfolk (Virginia) entschieden, dass seine Schule Grimm nicht hätte verbieten dürfen, die Jungentoilette aufzusuchen. Das verstoße gegen das Teilgesetz “Title IX”, das seit 1972 bundesweit Geschlechterdiskriminierung an Schulen verbietet.

Der Streit um die Toilettennutzung hatte sich in den letzten Jahren in den USA zu einem ideologischen Kampf entwickelt: Die Obama-Regierung hatte 2016 entschieden, dass öffentliche Schulen Transsexuelle auch beim Gang auf die Schultoilette nicht diskriminieren dürften. Die Trump-Regierung hob diese Entscheidung aber vergangenes Jahr auf.

 
 
Und das wars in aller Kürze auch schon wieder 🙂
 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

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COME IN Weekly (KW 20)

Hallo alle zusammen und willkommen zurück zu COME IN Weekly – eurer queeren Kolumne!

Entschuldigt bitte die kleine Verspätung, aber auch Autor*innen müssen mal frei haben 😉

Dafür geht es gestärkt an den dieswöchigen Artikel, fangen wir also gleich an!

Wie ihr vielleicht mitgekriegt habt, war am Donnerstag (17.05.) der IDAHOBIT – der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Überall auf der Welt feierten Leute den Tag, um darauf aufmerksam zu machen, dass viele queere Leute immer noch diskriminiert werden, dass die gleichen Rechte für alle in vielen Ländern immer noch ein Traum ist, an den viele nicht glauben können.

In der Ukraine beispielsweise wurden sowohl das Equality Festival als auch der IDAHOBIT so stark von Orthodoxen und Rechten mit Drohungen und sogar Rauchbomben gestört, dass zumindest das Equality Festival aufgelöst werden musste.

Deutlich friedlicher lief es beim Stendaler IDAHOBIT ab. Hier hatten sich verschiedene Mitglieder*innen des LSVDs, des QueerDenkers und auch Akteur*innen aus der lokalen Politik versammelt, um gegen 17.00 Uhr im Namen des Rainbowflashs bunte Luftballons steigen zu lassen.

Zuvor konnten noch Prospekte von der mobilen Opferberatung für Opfer rechter Gewalt, vom LSVD und anderen Teilnehmenden oder auch der Medienkoffer des KgKJH begutachtet werden. Auch ins Gesprach kamen die Leute vor Ort, um sich über die aktuelle Situation für queere Menschen auszutauschen.

 

Und wenn wir gerade bei lokalen queeren Veranstaltungen sind, hier ein Tipp für alle queeren Studierenden und jungen Erwachsenen, die in Magdeburg und Umgebung wohnen:

 

Am Donnerstag (24.05) findet ab 14.00 Uhr auf dem Campus Herrenkrug der HS Magdeburg-Stendal die “Wiederauferstehung” des QueerDenker Studierendenreferats statt! Nach einer längeren Pause ist das Referat wieder zurück und lädt alle herzlich dazu ein, bei Bier, Bratwurst und guter Musik das neu auferlebte Referat zu feiern.

Weitere Informationen zur Veranstaltung findet ihr hier.

 

Auch diese Woche gibt es Neuigkeiten aus Amerika:

Maryland hat nun ebenfalls ein Verbot der Konversionstherapie an queeren Jugendlichen unterzeichnet. Mit dem Gesetz soll die psychische Gesundheit von Jugendlichen geschützt werden.

Eine der größten Befürworterinnen des Gesetzes war die republikanische Parlamentsabgeordnete Meagan Simonaire. Sie hatte sich in einer bewegenden Rede im Parlament als Bisexuelle geoutet und davon berichtet, wie sie als Teenagerin vor ihren Eltern zunächst geheim gehalten habe, dass sie sowohl Männer als auch Frauen sexuell attraktiv findet – als sie ihnen doch davon erzählte, hätten ihre Eltern Homo-“Heiler”-Camps für sie gesucht. Ihr Vater sei immer noch nicht mit dem “Lebensstil” seiner Tochter einverstanden und stimmte gegen das Verbot.

 

Coming Out der Woche ist dieses Mal Xu Jingsen.

Der chinesische Profi-Surfer hatte sich diese Woche auf Weibo (dem chinesischen Facebook) mit den Worten “Ich werde stolz meine Wahrheit leben und sehe es als größtes Geschenk, das mir mitgegeben wurde” geoutet. Er wird bei den Gay Games in Paris dieses Jahr als erster Botschafter aus dem asiatischen Raum auftreten.

Mit seinem Coming Out hofft er, anderen Mut zu machen – Die rechtliche und gesellschaftliche Situation für queere Menschen in China ist leider immer noch sehr problematisch, sodass ein so öffentliches Coming Out oftmals viele Schwierigkeiten mit sich bringt.

 

Und hier noch ein musikalischer Tipp der Woche: Ryan Amador hat die Woche seine neue Single “Loverboy” veröffentlicht.

Für ihn selbst ist das Lied und auch das Musikvideo – das ihr hier sehen könnt – wie ein zweites Coming Out, da er bisher immer etwas nervös wurde, die Hand seines Partners in der Öffentlichkeit zu halten oder auch nur seinen Eltern vorzustellen. 

 

Und das wars auch schon wieder für diese … na ja, für die letzte Woche 😉

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

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die queere Sendung aus Magdeburg

jeden 4.Mittwoch im Monat um 18 Uhr eine neue Ausgabe