(Bi-)WEEKLY (KW 12)

19. März 2019

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur (Bi-)WEEKLY, eurer queeren Wochenübersicht!

Ich hoffe, es ist euch in den letzten zwei Wochen soweit gut ergangen 🙂 Ich hatte jedenfalls viel Spaß beim Dreh der nächsten GoQueer Episode, die am Samstag gedreht wurde. Schaut doch einfach mal unter GoQueer vorbei – die neue Folge sollte eigentlich innerhalb der nächsten paar Tage hochgeladen werden! 😀

Nach dem bisschen Schleichwerbung kommen wir nun zu den Nachrichten aus der queeren Welt. Fangen wir also gleich an!

Die Wolfsburger Volkswagen Arena startet bei einem kommenden Fußballspiel den Versuch, das Fußballerlebnis geschlechtsneutral(er) zu machen:

Zwei Vorschläge aus dem Workshop “Queere Fans im Stadion” sollen beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien am 20. März umgesetzt werden.

Diese beinhalten nicht nur, dass sich Besucher_innen aussuchen können, von welcher_m Ordner_in sie kontrolliert werden – nein, es soll auch Unisextoiletten geben!

Die Ordner_innen und Helferinnen wurden angeblich alle geschult. Bleibt nur die Frage, ob sie sich auch tatsächlich bei einem möglichen Fall von Diskriminierung unter den Fans einsetzen. Immerhin möchte niemand angepöbelt werden, nur weil si_er grad mal das Klo aufsuchen will.

Auch gibt es neues aus der Union:

Beim Deutschlandtag der Jungen Union wurde ein neuer Bundesvorsitzende gewählt und die Bewerbungsreden stehen in Sachen Diskriminierung den Witzen vom #AKKGate um nichts nach.

Tilman Kuban z.B. meinte in seiner Rede: “Und wenn sich die Linken in unserem Land hinstellen und lieber für die Schultoilette des 3. bis 312. Geschlechts kämpfen oder sich um die Verkleidung am Karneval kümmern, dann stehen wir auf und reden Klartext”. Gleich darauf forderte die Ausweisung straffällig gewordener Ausländer. Außerdem sei die “linke Intoleranzpolizei” noch schlimmer als die “Schariapolizei”.

Eigentlich will ich solchen Leuten hier keine Plattform bieten. (Bi-)WEEKLY soll eine Wochenübersicht mit positiven Nachrichten sein, denn mein Gott, die queere Community hat tagein, tagaus mit Diskriminierung und Gewalt zu kämpfen. Aber was zur Hölle geht da grad bei der CDU ab!?

Wenn man so eine (entschuldigung) gequirlte Scheiße von sich gibt, kann man doch auch gleich zur AfD rüberwandern. Oder sind die AKK und Herrn Kuban zu “radikal”? Zu “rechts”? Oder hey, vielleicht feiern die ja auch alle heimlich gemeinsam Geburtstag, wie es mittlerweile auch deutsche Journalisten tun.

Ich habe es bei #AKKGate gesagt und ich sage es jetzt nochmal: Das hier sind die Politiker_innen, die in Zukunft Deutschland regieren, wenn die CDU weiterhin an der Macht bleibt. Das ist die Stimmung, mit der wir als Community letztendlich umgehen müssen, mit der Gewalt gegen uns gerechtfertigt wird, denn wir seien ja alle nur Spinner. Ich habe Angst vor diesem Deutschland. Ich habe Angst, dass Gewalt weiter ausschlägt, dass queere Menschen irgendwann auch vermehrt wieder ermordert werden, nur weil Menschen wie die Mitglieder der AfD oder auch CDU Queerfeindlichkeit wieder salonfähig machen.

Es liegt an uns, diese Stimmung zu ändern.

Auch in Amerika schaut es aktuell sehr düster aus:

Bereits 2017 hatte Trump angekündigt, trans Soldat_innen aus der US Army, der Air Force, der Navy, der Marine und der Coast Guard schmeißen zu wollen und jetzt hat er es leider geschafft.

Zum 12. April wird eine Regelung durchgesetzt, mit der trans Mitglieder der Armee nur noch dann dienen dürfen, wenn sie ihre Transgeschlechtlichkeit verstecken und unter einem falschen Geschlecht leben. Wörtlich heißt es in dem Papier, dass jede Person mit der Diagnose “Geschlechtsidentitätsstörung” aus dem Militär entfernt werden könne.

Viele Dienende und Veteran_innen hatten sich dazu im Kongress geäußert. Ein Video dazu könnt ihr hier auf Facebook finden.

Kommen wir jetzt lieber zu einem positiveren Thema, in dem eine Politikerin aus Hamburg involviert ist:

Katharina Fegebank – Hamburgs zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung – übernimmt die Schirmherrschaft für das trans Tanz-Ensemble “Transparence Theatre” (#TPT).

Das Projekt wurde vor drei Jahren in Hamburg gegründet, um trans Künstler_innen eine Plattform für ihr künstlerisches Können geben zu können. Gründungsmitglied Aline de Oliveira erklärt, dass #TPT deshalb auch gegründet wurde, da sie nach ihrer Transition keine Jobangebote mehr bekam, obwohl sie zuvor an großen Häusern engagiert war.

Passend dazu gibt es noch einen TV-Tipp: Bei Let’s Dance (immer freitags um 20.15 Uhr auf RTL) gibt es das erste gleichgeschlechtliche Tanzpaar!

Kerstin Ott tanzt diese Staffel mit Regina Luca, der sechsfachen Landesmeisterin in Mecklenburg Vorpommern in Standard und Latein (Norddeutsche Meisterin ist sie übrigens auch 😉 ). Dies war eine Voraussetzung Kerstins, unter der sie bei der Show mitmachen würde.

Drücken wir den beiden also die Daumen! 🙂

Das wars für diese Woche auch schon wieder.

Lasst es euch gutgehen, bis zum nächsten Mal,

Min.

Anzeige:

die queere Sendung aus Magdeburg

jeden 4.Mittwoch im Monat um 18 Uhr eine neue Ausgabe