WEEKLY (KW 43)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurer queeren Wochenkolumne.

Ich hoffe, ihr habt die heutige Stunde alle sinnvoll genutzt und seid einfach länger im Bett liegen geblieben 😉

Die WEEKLY nutzt die Extrastunde, um euch die neuesten LSBTIQ* Nachrichten aus aller Welt zu bringen – fangen wir also gleich an!

 

In Taipei war dieses Wochenende der größte CSD Asiens!

Mehr als 130.000 Menschen haben die alljährliche Pride-Parade gefeiert, dies sei die bisher höchste Teilnehmendenzahl seit der ersten LSBTIQ*-Demonstrationen auf der Insel gewesen. Im Rahmen des CSD wurde die Eheöffnung gefordert. Am 24. November gibt es zudem ein Referendum zu LSBTIQ*-Fragen, für die die Teilnehmenden warben.

Drücken wir unseren taiwanesischen Geschwistern die Daumen, dass das Referendum mit Erfolg angenommen wird!

 

Ebenso gratulieren können wir der offen lesbische Chefin der schottischen Konservativen Partei, Ruth Davidson, die ihr erstes Kind zur Welt gebracht hat.

Am Freitag gab sie zusammen mit ihrer Partnerin Jen Wilson die Geburt ihres Sohnes Finn Paul bekannt. Davidson hatte ihre Schwangerschaft durch In-Vitro-Fertilisation im April öffentlich gemacht. Damit wollte sie nach eigenen Angaben auch dazu beitragen, dass gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern als etwas Normales angesehen werden.

Den Dreien können nur ruhige Nächte gewünscht werden 😉

 

In Deutschland wiederum könnte sich einiges im Arbeitsrecht machen:

 

In dem am Donnerstag verkündeten Urteil entschied das Bundesarbeitsgericht Erfurt, dass für eine Arbeitsaufnahme in einem kirchlichen Umfeld nicht unbedingt eine Kirchenmitgliedschaft gefordert werden darf. Dies sehen Verbände wie der LSVD nun als Chance, die Ausnahmeregelungen für Kirchen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz einzuschränken. In der Vergangenheit war es nämlich zu Kündigungen durch kirchliche Arbeitergeber_innen gekommen, sobald diese herausfanden, dass lesbische oder schwule Angestellte eine Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft eingingen.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig und könnte zu einer Grundsatzentscheidung in Karlsruhe führen – es basiert bereits auf einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, der in diesem Jahr mehrfach auf Vorlagen des deutschen Gerichts entschieden hatte, dass das kirchliche Arbeitsrecht nicht grenzenlos gelten dürfe.

Sollte es Neuigkeiten zum möglichen Schutz von LSBTIQ* Angestellten bei kirchlichen Trägern geben, werde ich natürlich sofort davon berichten!

 

Ebenfalls positiv aus Deutschland zu vermelden ist die Tatsache, dass nach nun über einem Jahr die Ehepartner_innen mit der korrekten Bezeichnung in das Programm der Standesämter eingetragen werden!

Bislang kennt die Software nur die Einträge “Ehemann” und “Ehefrau”, bei schwulen und lesbischen Paaren wurde jeweils einer der beiden an falscher Stelle einsortiert. Das ist nun korrigiert, beide Partner werden als “Ehegatten” erfasst. Im Alltag der gleichgeschlechtlichen Paare hatte das interne Software-Problem der Standesämter keine Auswirkungen.

 

Interessante Neuigkeiten für alle Frauen, die nächstes Jahr in Mallorca Urlaub machen wollen: Im Küstenort Porto Cristo eröffnet die spanische Hotelkette Som im April 2019 das “Som Dona”.

Nicht nur dürfen die 39 Zimmer nicht von Männer und Kinder betreten werden, es gibt auch ein Mindestalter, das bei der Buchung erreicht werden muss (in dem Fall 16 Jahre). Als Grund für das Women-only-Hotel – zu dem übrigens auch das Personal zählt – wurde die steigende Anzahl von alleinreisenden Frauen/Frauengruppen genannt, die gerne unter sich bleiben wollen würden.

Generell finde ich das keine schlechte Idee, um alleinreisenden Frauen unterwegs Sicherheit zu bieten – Mich würde jedoch interessieren, wie das Hotel mit trans Frauen umgeht und ob diese ein gesellschaftlich-akzeptables Passing haben müssen, um sich dort einbuchen zu können.

 

Mit so vielen Nachrichten verabschiede ich mich bis zur nächsten Woche.

Genießt den Feiertag am 31.10 und falls ihr nicht frei habt: Happy Halloween

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY (KW 42)

Ein kaltes Hallo und willkommen zurück zur WEEKLY – eurem queeren Wochenüberblick.

Bis auf den plötzlichen Wetterumschwung hat sich in der queeren Welt tatsächlich nicht so viel getan, deswegen werden wir die dieswöchige Ausgabe relativ kurz halten.

 

Für viele Fans der Serie “Orange Is The New Black” ist es eine traurige Nachricht:

Mit einem Video und der Tweetbeschreibung “Warning: This may make you cry. The Final Season, 2019.” (trans: Warnung: Das könnte dich/euch zum Weinen bringen. Die finale Staffel, 2019.) kündigte die Serie auf Twitter die letzte Staffel der Kultserie an, in der es nicht nur um diverse LSBTIQ* Charaktere ging, sondern die auch Stars wie Laverne Cox berühmt gemacht hat.

 

Etwas positivere Nachrichten gibt es da aus Frankreich:

In Frankreich dürfen sich homophobe Bürgermeister nicht aus Gewissens- oder religiösen Gründen weigern, gleichgeschlechtliche Paare zu vermählen. Das hat der Europäische Menschenrechtsgerichtshof am Mittwoch in Straßburg mitgeteilt. Das Gericht hat eine Klage von 146 konservativen Bürgermeistern für unzulässig erklärt – die Stadtoberhäupter hatten sich das Recht erstreiten wollen, nur heterosexuelle Paare zu vermählen. In Frankreich führen traditionell Bürgermeister Eheschließungen durch. Da diese als Stellvertreter des Staats handeln, wenn sie Eheschließungen durchführen, können sie sich nicht auf ihr Gewissen berufen.

Coming Out der Woche ist Daya!
Die 19 jährige Sängerin, die dem einen oder der anderen durch das Lied “Don’t Let Me Down” bekannt sein dürfte, hatte sich zum Internationalen Coming Out Day als bisexuell auf Instagram geoutet und zugleich auch ihre Freundin dort vorgestellt. Im Post selbst sagte sie, sie wisse, wie privilegiert sie sei und dass sie deshalb für andere queere Jugendliche und Fans da sein wollte.

 

Das wars für diese Woche tatsächlich auch schon wieder.

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

WEEKLY (KW 41)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei der WEEKLY!
Wir sind endlich aus der Sommerpause zurück, ein Grund zu jubeln!
(… wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob der Sommer auch weiß, dass er jetzt Pause hat …)

Wenn mensch mal in die aktuellen Nachrichtenportale schaut, wird schnell klar, dass diese Woche wieder einiges in der queeren Welt passiert ist. Fangen wir also gleich mal mit einem besonderen Tag an, der diese Woche stattfand:

Der Internationale Coming Out Tag (11.10)

© artinspiring – Stock.Adobe.com

Für viele ein Grund, auf sozialen Medien zu verkünden, dass sie doch nicht so hetero oder cis sind, wie die Welt vielleicht dachte.

Und da mir aufgefallen ist, dass ich mich tatsächlich nie vorgestellt habe, sondern einfach auf magische Weise mit der WEEKLY aufgetaucht bin, nutze ich den Tag, um mich vorzustellen: Hallo, ich bin Min. Mein generelles Label ist queer – im einzelnen bedeutet das, dass ich nicht-binär (they/them im Englischen), asexuell und aroflux (also irgendwas zwischen aromantisch und polyromantisch) bin. Freut mich, eure Bekanntschaft zu machen! 🙂

Ein ähnliches Coming Out hatte diese Woche übrigens auch Karina Manta, die für das amerikanische Olympiateam im Eiskunstlauf an den Start geht. In einem Video outet sie sich als bisexuell und spricht offen darüber, wie schwierig die ungeoutete Situation für sie selbst und auch ihre Partnerin war.

Erfreuliche Nachrichten gibt es auch aus Baden-Württemberg:

Am Freitag haben sich im Standesamt von Stockach erstmals zwei trans Frauen das Ja-Wort gegeben. Christin Löhner und ihre frischgebackene Ehefrau Michelle, geborene Bilgeri, sind in der Region keine Unbekannten. Beide engagieren sich u.a. im Vorstand des Konstanzer CSD-Vereins. Die beiden hatten sich im April 2016 in einer Trans-Selbsthilfegruppe kennen und lieben gelernt.

Dem Paar alles Gute für die gemeinsame Zukunft! 🙂

Bleiben wir beim Thema (hoffentlich) lebenslange Partnerschaft – Die führende Regierungspartei in Rumänien, die sozialdemokratische PSD, hat nach dem fehlgeschlagenen Volksentscheid zum Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften angekündigt. Nachdem am vergangenen Wochenende eine Volksentscheid zum Thema Verbot einer Eheöffnung stattfand und diese an der Mindestbeteiligung von 30 Prozent scheiterte, möchte die rumänische Regierung nun eingetragene Lebenspartnerschaften für hetero- und homosexuelle Paare öffnen.

Dies würde vor allem viele Gleichstellungen etwa im Erbschaftsrecht oder im Rentenrecht beinhalten. Manche Rechte, insbesondere das Adoptionsrecht, sollen jedoch verheirateten heterosexuellen Paaren vorenthalten bleiben.

Auch in Österreich gibt es immer noch Terz um das Thema Eheöffnung. Der Verfassungsgerichthof hatte entschieden, dass die Ehe für alle geöffnet werden müsse – nur die regierende konservative Volkspartei ÖVP und der rechtspopulistische Koalitionspartner FPÖ sind bislang immer noch dagegen.

Überraschend kommt es also, dass die Fraktionschefs nun “klein beigeben” und trotz dem Wunsches, an der “traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau” festhalten zu wollen – natürlich ganz ohne Diskriminierung von Homosexuellen … ist klar – dem Gerichtsurteil zustimmen. Bis zum 1. Januar 2019 muss nun also auch in Österreich die Ehe für alle Heiratswütigen geöffnet werden.

Nicht ganz so rosig sieht es dafür aktuell in der Gedenkstätte Ravensbrück aus: Der jahrelange Streit um ein offizielles Mahnmal für verfolgte Lesben in der Gedenkstätte Ravensbrück ist noch nicht beendet. Zwei Tage, nachdem der LSVD Berlin-Brandenburg in einer Pressemitteilung die Errichtung einer Gedenkkugel mit der vermeintlichen Kompromiss-Inschrift “Den lesbischen Frauen unter den Häftlingen der verschiedenen Verfolgtengruppen” quasi angekündigt hatte, hat die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten diese Mitteilung am Donnerstag als irreführend und “kontraproduktiv” zurückgewiesen.

Ein Mahnmal für verfolgte Lesben in der NS-Zeit sei aufgrund des “aktuellen Forschungsstandes” nicht möglich (lese: notwendig), da es kaum bis keinerlei historischer Beweise für die explizite Verfolgung von Lesben gäbe. In aktivistischen Kreisen gilt die Lesbenverfolgung in der NS-Zeit als “Legende” – Aktivistinnen, die für ein eigenes Mahnmal Druck machen, werden da auch gut und gerne als Krawalllesben bezeichnet.

Es ist frustrierend zu sehen, dass lesbische Sichtbarkeit offenbar immer noch nicht im Jahr 2018 angekommen ist oder gar ernstgenommen wird.

 

In der Hoffnung, dass nächste Woche positivere Nachrichten dabei sind, verabschiede ich mich in einen sonnigen Sonntag.

 

Bis nächste Woche,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

 

COME IN WEEKLY (KW 23)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei Come In WEEKLY, eurer queeren Kolumne vom COME IN! 🙂

 

Es gibt Neuigkeiten zum Thema “Drittes Geschlecht” aus Berlin:

Wie befürchtet wird mit der Reform nur das nötigste angepasst – das heißt konkret, dass Kindern neben “männlich” und “weiblich” auch der Geschlechtseintrag “weiteres” zugeschrieben werden kann. Er kann aber auch erst einmal komplett freigelassen werden.

Jugendlichen ab 14 und auch Erwachsenen steht es frei, ihren Geschlechtseintrag ändern zu lassen, wenn “die Variante der Geschlechtsentwicklung durch Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung” nachgewiesen werden kann. Zuständig sei dafür dann das Standesamt.

Nicht angegangen wird in dem Entwurf auch die im Koalitionsvertrag versprochene gesetzliche Klarstellung, “dass geschlechtsangleichende medizinische Eingriffe an Kindern nur in unaufschiebbaren Fällen und zur Abwendung von Lebensgefahr zulässig sind”. Begründet wird das ganze mit der zeitlich knappen Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts, das eine Umsetzung bis Ende des Jahres gefordert hatte. Für “die Umsetzung der sonstigen im Koalitionsvetrag festgelegten Vereinbarungen” bedürfe es “weiterer gesetzlicher Regelungen”, zu denen “Zeitpunkt und Federführung” noch nicht geklärt seien.

Letztendlich wird hier auch klare Aufteilung zwischen inter, trans und auch nicht-binären Menschen erzwungen, anstatt den Menschen ihren persönlichen Entscheidungs- und Entfaltungsfreiraum zu lassen.

 

Etwas bunter geht es in Braunschweig zu:

Gerade als die Weekly begonnen hatte, hatte Braunschweig die Regenbogentram vorgestellt. Diese sollte erst einmal drei Monate mit Slogans wie “Ich bin inter”, “Ich bin genauso Mensch wie Du” oder “Ich bin eine lesbische Polizistin” durch die Stadt düsen.

Nun geht das Projekt in Verlängerung – noch bis August könnt ihr die bunten Bahnen in Braunschweig benutzen.

 

Frankfurt steht dem ganzen in nichts nach:

Ab dem 21. Juni gibt es in der Frankfurter Innenstadt gleichgeschlechtliche Ampelfiguren!

Die Motive mit schwulen und lesbischen Pärchen werden bisher nur temporär für die Zeit des Christopher Street Day an den Ampeln installiert. Geht es nach CDU, Grünen und SPD sollen sie aber bald dauerhaft leuchten. Die Fraktionen haben den entsprechenden Antrag gestellt.

Bereits in Hamburg und Flensburg gab es ähnliche Aktionen, die sich die Städte aus der österreichischen Hauptstadt Wien abgeschaut hatten 🙂

 

In Bermuda wurde das erneute Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe wieder gekippt:

Wenige Tage nach seinem Inkrafttreten zum 1. Juni hat der Oberste Gerichtshof der Bermudainseln am Mittwoch ein Gesetz in jenen Teilen für verfassungswidrig erklärt, die gleichgeschlechtliche Ehen verboten hatten. In der Praxis erlaubt das Gericht damit schwulen und lesbischen Paaren erneut das Eingehen von Ehen – die Wirkung des Urteils wurde allerdings zunächst für sechs Wochen ausgesetzt, um der Regierung eine Prüfung zu ermöglichen, ob sie Einspruch erheben will.

Da einige Richter*innen jedoch der Meinung sind, dass kulturell bedingte Homophobie völlig in Ordnung sei und Menschen, die diese Meinung vertreten, ein Recht auf Schutz haben, ist es aktuell nicht 100%-ig sicher, ob das gekippte Verbot nicht wieder rückgängig gemacht wird.

 

Und jetzt kommen wir noch zu meinem persönlichen Lieblingsthema: LGBTIQ* in der Popkultur; in dem Fall befinden wir uns in Seoul, Südkorea …

Kwon Jo – ursprünglich Leader der K-Pop-Gruppe 2AM – hatte letzte Woche ein Foto gepostet, auf dem er mit Hong Suk Chun posierte. Warum das ganze so “dramatisch” ist? Hong Suk Chun ist einer der wenigen Berühmtheiten in Korea, die sich als Teil der LGBTIQ* Szene geoutet haben.

Viele Fans und Antis waren natürlich entsprechend schnell der Meinung, dass ein Selfie mit einer LGBTIQ* Berühmtheit bedeutet, dass Kwon Jo selbst queer ist. Dass dafür andere Punkte wie seine “Born This Way” oder “Equality” Tattoos sprechen könnten, lassen wir mal bewusst außen vor. 😉

Nachdem es offenbar viele homophobe Äußerungen ihm gegenüber gab, wandte er sich in einem öffentlichen Instagram-Post an alle, die sein Leben regelmäßig verfolgen:

‘That side” or this side, or whatever side, is there a problem? If I go there, am I on “that side”? Excuse me. It’s 2018. ‘I usually don’t care about what haters say. People call social media a waste of time, and I agree to some point. That’s why when I want to interact, I do it without causing harm or controversy. So when I see haters come with their fake accounts made fresh to be used for spying on other IG accounts and leaving hateful comments, I seriously have to ask. Did I ever cause you any trouble? Celebrities are people too. ‘I hope you learn to see the world with a broader perspective and realize that there are people who look like this and that, who act like this and that, and who prefer this or that. You should probably learn how to respect others. What would you say if someone randomly attacked another person about how he/she looks or is shaped? Everyone deserves to be loved and respected. If they haven’t done anything to you, leave them alone and go on with your life. Be loved. Live a better life.’ (trans.: Das Ufer oder jenes Ufer oder welches Ufer auch immer, ist das ein Problem? Wenn ich dorthin gehe [gemeint ist vermutlich Hong Suk Chuns Restaurant], gehöre ich dann zum anderen Ufer? Entschuldigt mal, es ist 2018. Normalerweise ist es mir egal, was Gegner*innen sagen. Leute nennen Social Media-Seiten eine Zeitverschwendung und bis zu einem gewissen Grad stimme ich dem zu. Deswegen will ich niemandem schaden, wenn ich mit irgendwem dort interagiere. Wenn ich also diese Gegner*innen sehe, die Fake Accounts machen, nur um andere auszuspionieren und hasserfüllte Kommentare zu hinterlassen, dann muss ich euch wirklich fragen, ob ich euch jemals Ärger bereitet habe? Berühmtheiten sind auch nur Menschen. Ich hoffe, dass ihr euren Horizont erweitern könnt und merkt, dass Menschen so oder so aussehen oder sich benehmen oder das oder jenes präferieren können. Ihr solltet lernen, dass man andere Menschen zu respektieren hat. Was würdet ihr sagen, dass jemand eine andere Person grundlos angreift und das nur wegen ihres Aussehens? Jede*r hat es verdient, geliebt und respektiert zu werden. Wenn diese Personen euch nichts getan haben, lasst sie in Ruhe und lebt einfach euer Leben.)

 

Zusätzlich ergänzt er noch:

‘I know there are others who DM my friends and hurting their feelings too. It’s ridiculous to be dividing up this side – that side. STOP DISCRIMINATING. You too are probably hated somewhere, discriminated against sometimes. Like so, I can’t satisfy everyone. Just know that there are basic manners. Don’t ever come back to my feed of rainbows and cloud all over it.’ (trans.: Ich weiß, dass es Leute gibt, die meine Freunde über Privatnachrichten anschreiben und ihre Gefühle ebenfalls verletzen. Es ist schwachsinnig, die Sache in das Ufer oder jenes Ufer aufteilen zu wollen – HÖRT AUF, LEUTE ZU DISKRIMINIEREN. Ihr werdet vermutlich auch irgendwo gehasst, irgendwer diskriminiert euch auch als irgendwelchen Gründen. Ich kann nicht jedem gerecht werden. Denkt einfach dran, dass es ein gewisses Maß an Höflichkeit geben sollte. Denkt bloß nicht dran, wieder auf meine farbenvolle Seite zu kommen und sie in den Dreck zu ziehen.)

Dieser Kommentar veranlasste einige Leute Dinge wie “Warum sollten wir keine Homosexuellen hassen? Immerhin zahlen wir für den “gay aids”-Behandlung” und “Er kann uns nicht vorschreiben, wen wir hassen” zu posten. Natürlich fachte das wieder die Diskussion um seine eigene Sexualität an, aber sind wir doch mal ehrlich … es braucht in einem Land wie Korea einen Haufen Mut, die LGBTIQ*-Szene zu verteidigen – ganz gleich ob Kwon Jo nun Teil davon ist oder nicht.

 

Zu guter letzt noch eine traurige Nachricht:

Die Weekly geht in Sommerpause.

Das bedeutet, dass es die nächsten paar Wochen (bis Ende September, um genau zu sein) keine Weekly geben wird. Dafür sind wir dann Anfang Oktober wieder zurück – passend zum Internationalen Coming Out Day! 🙂

 

Habt alle einen schönen Sommer!

Min.

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 22)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei COME IN Weekly! 🙂

 

Am 1. Juni hat der Pride Month begonnen!

Jeden Tag feiern wir nun einen anderen Pride Day – heute beispielsweise ist Bisexual Pride Day, also der Tag, um Bisexualität zu feiern 🙂

Weitere Tage sind zum Beispiel der 15. Juni, an dem der Agender Pride gefeiert wird oder der 30. Juni, an dem der Aromantic Pride gefeiert wird

 

Passend dazu hat das Rathaus von Seattle am Freitag eine neue Variante der Regenbogenfahne gehisst.

Das Ziel: Niemand in der Community soll ausgegrenzt werden!

Die mittlerweile mit sechs Farbstreifen bestückte Regenbogenflagge (das Original von Harvey Milk hatte nämlich acht Farbstreifen!) wurde um fünf weitere Farbstreifen ergänzt: Schwarz und Braun sollen People of Color repräsentieren, während sich in Pink, Hellblau und Weiß trans, intersexuelle und nichtbinäre Menschen wiederfinden sollen.

 

Auch in Deutschland wollen aktuell fünf Bundesländer Flagge zeigen: Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Thüringen mit Regierungsbeteiligungen von SPD, Linken, Grünen und FDP wollen den Diskriminierungsschutz von queeren Menschen verbessern.

In einer gemeinsamen Bundesratsinitiative fordern sie, in Artikel 3 des Grundgesetzes die Merkmale “sexuelle und geschlechtliche Identität” aufzunehmen. Sollte die Länderkammer die Vorlage beschließen, muss sich der Bundestag mit dem Thema beschäftigen. Für eine Änderung des Grundgesetzes ist in beiden Häusern eine Zweit-Drittel-Mehrheit erforderlich.

Wir können gespannt sein, inwieweit der Vorschlag umgesetzt wird.

 

Auch ganz tolle Nachrichten gibt es mal wieder aus Südkorea: Dutzende Dragqueens marschierten am Samstag in Itaewon durch die Straßen und forderten gleiche Rechte für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transpersonen. 

Itaewon, allgemein als Tourist*innen-Viertel und Gegend mit diversen LGBTIQ*-Bars (dem sogenannten Homo Hill) bekannt, wurde als Austragungsort aufgrund seiner toleranten Atmosphäre gewählt.

“Die menschenrechtlichen Bedingungen in Südkorea sind nicht ausreichend, wenn es um Rechte für sexuelle Minderheiten geht”, erklärte Organisatorin Yang Heezy gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. “Die Dragparade soll ebenso wie andere queere Kulturveranstaltungen die Aufmerksamkeit der Mehrheitsgesellschaft auf sexuelle Minderheiten lenken.”

 

Das solls auch schon für diese Woche gewesen sein! 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 21)

Hallo alle zusammen und willkommen zurück zur WEEKLY 🙂

Die letzte Woche ist nicht so sonderlich viel passiert, aber! Es gab das erste queere Jugendvernetzungstreffen hier in Sachsen-Anhalt und darüber soll natürlich kurz berichtet werden:

Am 11.10, dem internationalen Coming-Out-Day, sollen gemeinsame Aktionen durch Jugendorganisationen in Sachsen-Anhalt veranstaltet werden. Haltet also die Augen offen, ob nicht ein lokaler Jugendtreff einen Workshop anbietet.  😎 

Lambda Sachsen-Anhalt erweitert sein Einzugsgebiet um Thüringen und benennt sich in Lambda Mitteldeutschland um – eine positive Nachricht für alle queeren Thüringer*innen!

Außerdem sollen queere Jugendvernetzungstreffen in Zukunft zweimal jährlich stattfinden – das natürlich dann auch in unterschiedlichen Städten und mit unterschiedlichem Inhalt. Ihr dürft also gespannt sein, was da noch so alles kommen wird.
 
Ein großes Danke geht an Dominic, der den LSVD vor Ort in Dessau vertreten hat 🙂
 
 
Letzte Woche wurde ebenfalls die erste Pride-Kollektion bei h&m angekündigt. Ein Teil der Erlöse soll an LGBTIQ*-Organisationen gespendet werden.
Die Linie aus T-Shirts, Tanktops, Shorts, Sweatshirts, Sweatpants, Hoodies, Mützen, Bauchtaschen, Schlüsselbändern und Socken in Regenbogenfarben und Pastelltönen ist mit Schlagworten wie “Pride”, “Love” oder “Equality” bedruckt – ideal zum Flagge zeigen im Alltag. Beworben werden die Kleidungsstücke von queeren Prominenten.
 
 
In Amerika wurde letzte Woche im Streitfall um den Zugang zur Schultoilette zugunsten eines trans Teenagers entschieden.
Im bereits drei Jahre andauernden Streit um seinen Zugang zu Schultoiletten hat der inzwischen 19-jährige transidente Ex-Schüler Gavin Grimm einen Sieg vor einem Bundesgericht gegen seinen Schulbezirk errungen. Bundesrichterin Arenda L. Wright Allen hat in Norfolk (Virginia) entschieden, dass seine Schule Grimm nicht hätte verbieten dürfen, die Jungentoilette aufzusuchen. Das verstoße gegen das Teilgesetz “Title IX”, das seit 1972 bundesweit Geschlechterdiskriminierung an Schulen verbietet.

Der Streit um die Toilettennutzung hatte sich in den letzten Jahren in den USA zu einem ideologischen Kampf entwickelt: Die Obama-Regierung hatte 2016 entschieden, dass öffentliche Schulen Transsexuelle auch beim Gang auf die Schultoilette nicht diskriminieren dürften. Die Trump-Regierung hob diese Entscheidung aber vergangenes Jahr auf.

 
 
Und das wars in aller Kürze auch schon wieder 🙂
 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

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COME IN Weekly (KW 20)

Hallo alle zusammen und willkommen zurück zu COME IN Weekly – eurer queeren Kolumne!

Entschuldigt bitte die kleine Verspätung, aber auch Autor*innen müssen mal frei haben 😉

Dafür geht es gestärkt an den dieswöchigen Artikel, fangen wir also gleich an!

Wie ihr vielleicht mitgekriegt habt, war am Donnerstag (17.05.) der IDAHOBIT – der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Überall auf der Welt feierten Leute den Tag, um darauf aufmerksam zu machen, dass viele queere Leute immer noch diskriminiert werden, dass die gleichen Rechte für alle in vielen Ländern immer noch ein Traum ist, an den viele nicht glauben können.

In der Ukraine beispielsweise wurden sowohl das Equality Festival als auch der IDAHOBIT so stark von Orthodoxen und Rechten mit Drohungen und sogar Rauchbomben gestört, dass zumindest das Equality Festival aufgelöst werden musste.

Deutlich friedlicher lief es beim Stendaler IDAHOBIT ab. Hier hatten sich verschiedene Mitglieder*innen des LSVDs, des QueerDenkers und auch Akteur*innen aus der lokalen Politik versammelt, um gegen 17.00 Uhr im Namen des Rainbowflashs bunte Luftballons steigen zu lassen.

Zuvor konnten noch Prospekte von der mobilen Opferberatung für Opfer rechter Gewalt, vom LSVD und anderen Teilnehmenden oder auch der Medienkoffer des KgKJH begutachtet werden. Auch ins Gesprach kamen die Leute vor Ort, um sich über die aktuelle Situation für queere Menschen auszutauschen.

 

Und wenn wir gerade bei lokalen queeren Veranstaltungen sind, hier ein Tipp für alle queeren Studierenden und jungen Erwachsenen, die in Magdeburg und Umgebung wohnen:

 

Am Donnerstag (24.05) findet ab 14.00 Uhr auf dem Campus Herrenkrug der HS Magdeburg-Stendal die “Wiederauferstehung” des QueerDenker Studierendenreferats statt! Nach einer längeren Pause ist das Referat wieder zurück und lädt alle herzlich dazu ein, bei Bier, Bratwurst und guter Musik das neu auferlebte Referat zu feiern.

Weitere Informationen zur Veranstaltung findet ihr hier.

 

Auch diese Woche gibt es Neuigkeiten aus Amerika:

Maryland hat nun ebenfalls ein Verbot der Konversionstherapie an queeren Jugendlichen unterzeichnet. Mit dem Gesetz soll die psychische Gesundheit von Jugendlichen geschützt werden.

Eine der größten Befürworterinnen des Gesetzes war die republikanische Parlamentsabgeordnete Meagan Simonaire. Sie hatte sich in einer bewegenden Rede im Parlament als Bisexuelle geoutet und davon berichtet, wie sie als Teenagerin vor ihren Eltern zunächst geheim gehalten habe, dass sie sowohl Männer als auch Frauen sexuell attraktiv findet – als sie ihnen doch davon erzählte, hätten ihre Eltern Homo-“Heiler”-Camps für sie gesucht. Ihr Vater sei immer noch nicht mit dem “Lebensstil” seiner Tochter einverstanden und stimmte gegen das Verbot.

 

Coming Out der Woche ist dieses Mal Xu Jingsen.

Der chinesische Profi-Surfer hatte sich diese Woche auf Weibo (dem chinesischen Facebook) mit den Worten “Ich werde stolz meine Wahrheit leben und sehe es als größtes Geschenk, das mir mitgegeben wurde” geoutet. Er wird bei den Gay Games in Paris dieses Jahr als erster Botschafter aus dem asiatischen Raum auftreten.

Mit seinem Coming Out hofft er, anderen Mut zu machen – Die rechtliche und gesellschaftliche Situation für queere Menschen in China ist leider immer noch sehr problematisch, sodass ein so öffentliches Coming Out oftmals viele Schwierigkeiten mit sich bringt.

 

Und hier noch ein musikalischer Tipp der Woche: Ryan Amador hat die Woche seine neue Single “Loverboy” veröffentlicht.

Für ihn selbst ist das Lied und auch das Musikvideo – das ihr hier sehen könnt – wie ein zweites Coming Out, da er bisher immer etwas nervös wurde, die Hand seines Partners in der Öffentlichkeit zu halten oder auch nur seinen Eltern vorzustellen. 

 

Und das wars auch schon wieder für diese … na ja, für die letzte Woche 😉

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 19)

Hallo alle miteinander und herzlich Willkommen zurück zu COME IN Weekly – der queeren Kolumne des COME INs 🙂

Auch diese Woche ist wieder einiges passiert – legen wir also gleich mal los!

 

In Pakistan wurden diese Woche Gesetze zum Schutz von trans* und inter* Personen beschlossen.

Das Gesetz umfasst nicht nur die Möglichkeit der Änderung des Geschlechtseintrags – neben “männlich” und “weiblich” ist nun auch der Eintrag “gemischt” und “keins” möglich – sondern verbietet zudem die Diskriminierung von trans* Personen in Schulen, am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen und im öffentlichen Nahverkehr.

Zusätzlich werden Regelungen zum Erbschaftsrecht geschaffen, Zufluchtszentren und spezielle Gefängnistrakte gefordert und das Recht auf aktive und passive Wahl und das Ausübung eines öffentlichen Amtes eingefordert.

Das Hauptproblem ist, dass aktuell noch nicht feststeht, wann die Gesetze umgesetzt werden und inwieweit mögliche Verstoße geahndet werden.

 

Auch in Deutschland gibt es Neuigkeiten zum Thema “drittes Geschlecht”:

Nachdem im vergangenen Jahr beschlossen wurde, dass es einen dritten Geschlechtseintrag für inter* Menschen in Deutschland geben sollte, gab es Anfang der Woche die ersten Vorschläge für eine mögliche Benennung des sogenannten dritten Geschlechts.

Das aktuelle Gesetz will inter* Personen im Personalausweis zukünftig als „anderes“ bezeichnen – statt als „inter“ oder „divers“, wie es Fachverbände gefordert hatten. Zudem soll es kein Operationsverbot an intergeschlechtlichen Kindern geben.

 

Zudem wird ein medizinisches Gutachten verlangt, um die “dritte Option” als Geschlechtseintrag nutzen zu können. Diese Gutachten werden von vielen Fachverbänden stark verurteilt, weil damit eine Stigmatisierung von Intersexualität als Krankheit einhergeht. Die Internationale Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM) etwa lehnt pathologisierenden Kategorien wie „Störung“ ab.

 

Und noch etwas wird gerade für Deutschland gefordert: Das Verbot der Konversionstherapie.

Nachdem Leo e.V die letzten Wochen Schlagzeilen machten und in Sachsen-Anhalt wieder als “Homo-Heiler” unter dem Schutzmantel eines Jugendarbeitträgers agieren wollte, rief AllOut nun dazu auf, Konversionstherapie in Deutschland komplett zu verbieten.

Die Petition, die sich an den Gesundheitsminister Jens Spahn richtet, könnt ihr hier finden.

 

Ein Bundesstaat in Amerika ist da schon deutlich weiter: New Hampshire ist nun der 13. Staat, der die Konversionstherapie an queeren Kindern und Jugendlichen unter 18 verbietet.

Das Repräsentatenhaus wird zwar hauptsächlich von Republikaner*innen kontrolliert, doch bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes hatte sich der Regierungschef Chris Sununu klar gegen Konversionstherapien ausgesprochen, sodass eine Durchsetzung sehr wahrscheinlich ist.

 

Ebenfalls positives ist aus Kuba zu vermelden: Mariela Castro – Nichte von Fidel Castro – hatte letzte Woche bekannt gegeben, dass in der geplanten Reform der kubanischen Verfassung auch die Ehe-Öffnung verankert werden soll.

Bisher ist in Kuba nur die Eheschließung zwischen Mann und Frau erlaubt, obwohl dort – von Mariela Castro inszeniert – schon seit Jahren immer wieder symbolische gleichgeschlechtliche Trauungen durchgeführt werden.

 

Und mit so vielen doch positiven Nachrichten beenden wir diese Woche die WEEKLY. 🙂

Noch eine kleine Erinnerung zum Schluss: Am 17.05 (Donnerstag) ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie. Falls ihr Lust habt, diesen zu feiern, findet ihr in Magdeburg, Halle oder Stendal Veranstaltungen, die von verschiedenen Träger*innen der Queerarbeit organisiert werden.

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 18)

Hallo und herzlich willkommen zurück bei COME IN Weekly, eurer queeren Wochenkolumne! 🙂

Zuerst einmal möchte ich auf den kommenden IDAHOT aufmerksam machen: Der IDAHOT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie) findet am Donnerstag, dem 17. Mai in Sachsen-Anhalt in Halle, Magdeburg und Stendal statt.

In Halle wird es – organisiert von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, der AK Queer und dem bbz Lebensart e.V. – einen Vortrag zum Thema “Von Mama und Mami, extra-Papas und Viertelgeschwistern” an der Martin-Luther-Universität geben, in Magdeburg wird es – organisiert von der AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V., dem CSD Magdeburg und DykeAndGay – am Ulrichplatz verschiedene Infostände und Redebeiträge geben und in Stendal wird der LSVD Sachsen-Anhalt e.V. vertreten sein und um 17.00 Uhr in der Stendaler Innenstadt den Rainbowflash abhalten.

Falls ihr also Lust habt, euch mit queeren Leuten aus Sachsen-Anhalt zu unterhalten, könnt ihr verschiedenste Leute aus der Community an diesem Tag in diesen drei Städten finden!

 

Kommen wir nun zu den queeren Nachrichten dieser Woche:

Hawaii ist nun der 12. Staat in den USA, der die Konversionstherapie für Jugendliche verboten hat.

Beide Kammern des Parlaments im US-Bundesstaat Hawaii haben am Freitag ein Verbot von “Therapien” beschlossen, die zum Ziel haben, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von Kindern und Jugendlichen zu “ändern” – im Senat hatte es nur eine Gegenstimme gegen SB 370 gegeben.

Das Gesetz soll sicherstellen, dass LSBTIQ*-Jugendliche nicht von Ärzt*innen oder Psychiater*innen gefoltert werden, erklärte der Chef der demokratischen LGBTIQ*-Parlamentariergruppe Michael Golojuch. Über ein Verbot der “Therapien”, das nicht nur für Jugendliche gelten soll, diskutiert aktuell der Bundesstaat Kalifornien.

 

Das Medienprojekt queerblick hatte diese Woche den spanischen Kurzfilm “Ein Stern weniger am Himmel” mit deutschen Untertiteln ergänzt und ihn somit dem deutschen queeren Publikum zugänglich gemacht, das (noch) nicht fließend Spanisch spricht.

In dem Film geht es Miguel, der sich in seinen besten Freund und Klassenkameraden Lucas verliebt.

Roberto Carlos, der beim Dreh des Films 17 Jahre halt war, spielte nicht nur selbst die Hauptrolle, sondern drehte ebenso den Kurzfilm.

Solltet ihr nun Lust haben, euch den Film einmal anzusehen, könnt ihr ihn hier finden.

 

Eine nicht ganz so erfreuliche Nachricht gibt es aus Kenya:

Dort wurde der Film “Rafiki” verboten. 

Der Film, in dem es um die Liebesbeziehung zweier Frauen geht, wurde vor seiner Premiere beim internationalen Filmfestival Cannes verboten, da er “das Lesbischsein promoten würde”. Homosexualität ist in Kenya verboten und kann mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden.

 

 

Und zu guter letzt nochmal Nachrichten aus Amerika:

San Francisco hat einstimmig dafür gestimmt, das queere Szeneviertel im Westen des Stadtviertels South of Market (SoMa) unter besonderen Schutz zu stellen. Nun ist SoMa ein LGBTIQ*- und Leder-Kulturviertel, was bedeutet, dass Grundstücke, Einrichtungen oder Orte von historischer Bedeutung besonders vor Veränderungen geschützt werden.

Bereits im vergangenen Monat hatte der Stadtrat beschlossen, die Abfertigungshalle “Terminal 1” des Flughafens von San Francisco in “Harvey-Milk-Terminal” umzubenennen.

 

Coming Out der Woche ist Anne-Marie!

Die Popsängerin, die schon als opening act für Ed Sheeran gespielt hat, hatte sich diese Woche in einem Interview als bisexuell geoutet und meinte, dass sie möge, wen auch immer sie möge. Sie hatte nie das Bedürfnis, sich deswegen unbedingt zu outen, weil Liebe für sie einfach Liebe ist.

 

 

Das wars auch schon für diese Woche. 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 17)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei COME IN Weekly.

Wöchentlich berichte ich über queere News aus aller Welt und auch diese Woche gab es viel zu lesen 🙂

Fangen wir also gleich mal an.

 

Die 17. Kalenderwoche schien die persönliche Coming-Out-Woche einiger Stars gewesen zu sein.

Den Anfang machte Sängerin Kehlani, die sich bereits letzten Sonntag auf Twitter als queer outete.

In einem Tweet erklärt sie, dass sie immer noch regelmäßig nach ihrer sexuell-romantischen Identität gefragt werden würde und räumte mit allen Gerüchten ein für alle mal auf: “cuz i keep geddin asked.. i’m queer. not bi, not straight. i’m attracted to women, men, REALLY attracted to queer men, non binary people, intersex people, trans people. lil poly pansexual papi hello good morning. does that answer your questions? ✨” (dt: “Weil ich immer danach gefragt werde.. Ich bin queer. Nicht bi, nicht hetero. Ich fühle mich zu Frauen*, Männern*, vor allem queeren Männern*, nicht-binären Menschen, inter* Menschen und trans* Menschen hingezogen. Kleiner poly pansexueller Papi, hallo, guten Morgen. Beantwortet das deine Fragen?“)

Zudem kritisierte sie Menschen, die queere Männer* nur aufgrunddessen ablehnte, weil  sie eben nicht 100%-ig hetero sind: “if ur attracted to a man and then change your energy up when you find out he’s sexually ambiguous or queer, thass gross.” (dt: “Wenn du dich zu einem Mann* hingezogen fühlst und du änderst deine Meinung, weil du rausfindest, dass er nicht nur hetero oder sogar queer ist, dann ist das echt ekelhaft.“)

 

Ebenso outete sich Kollegin Janelle Monáe, um die es schon seit ihrem letzten Musikvideo Gerüchte gab, sie sei möglicherweise nicht hetero, als queer. Zunächst dachte sie, sie sei bisexuell, lernte dann aber mehr über den Begriff “pansexuell” und was dieser bedeutet und sagt nun, dass sie sich mit Aspekten beider Identitäten identifiziert.

Ihr neues Album “Dirty Computer” beschreibt sie als Album für die Jugendlichen, die immer noch Probleme damit haben, ihre sexuell-romantische Identität zu akzeptieren oder deswegen gemobbt werden: “I want young girls, young boys, nonbinary, gay, straight, queer people who are having a hard time dealing with their sexuality, dealing with feeling ostracized or bullied for just being their unique selves, to know that I see you. This album is for you. Be proud.” (dt: “Ich will, dass junge Mädchen*, junge Jungs*, nicht-binäre Menschen, homosexuelle, heterosexuelle und queere Menschen, denen es schwer fällt, sich mit ihrer Sexualität auseinander zu setzen, die ausgegrenzt oder gemobbt werden und das nur, weil sie sie selbst sind, wissen, dass ich sie sehe. Das Album ist für euch. Seid stolz auf euch.“)

 

Bleiben wir gleich beim Thema Queerness und Musik:

Amber Liu, Sängerin der koreanischen Band f(x), hatte vor zwei Wochen ihr Mixtape veröffentlicht. Darunter auch das Lied LIFELINE, in dem sie zwei nicht-weiße männliche Tänzer gefeatured hat. Die Idee, die im Lied dargestellte Liebesgeschichte durch ein gleichgeschlechtliches Paar dazustellen, kam ihr beim Brainstormen mit ihren Freund*innen.

Wie bereits in einer vorherigen WEEKLY erwähnt, ist es noch relativ unüblich in Korea, das Thema Queerness/Homosexualität offen anzusprechen, doch es ist nicht das erste Mal, dass Amber vorhandene Grenzen in Korea überschritten hat. Sie selbst bezeichnet sich als androgynen Tomboy und ist zudem noch stark tätowiert, was in Südkorea immer wieder für Irritationen gesorgt hat.

Amber selbst bezeichnet sich als Ally der LSBTTIQ*-Szene in dem Billboard-Interview zu ihrem Mixtape und sagt zudem: “It’s just love. Love is eternal. Love takes on many shapes and forms and this song is for whoever you want to sing it. Gay, straight, bi, whatever, it doesn’t matter. Love is love” (dt: “Es ist einfach nur Liebe. Liebe ist unendlich. Liebe gibt es in vielen Formen und Arten und dieses Lied [LIFELINE] könnte für jede Person sein. Homosexuell, heterosexuell, bisexuell – was auch immer, es ist egal. Liebe ist Liebe“)

 

Eine künstlerisch-wertvollen Beitrag lieferte uns diese Woche außerdem Schleswig-Holstein:

Das Land Schleswig-Holstein fördert ein queeres Kinderbuch und eine Lesereihe um eine Regenbogenfamilie – gleichzeitig erscheint die zweite Auflage des ersten LGBTI-Märchenbands.

“Die neun bunten Königinnenreiche – queere Märchen nicht nur für Kinder” handelt von gleichgeschlechtlichen Beziehungen, Regenbogenfamilien, Menschen mit Behinderung, starken Mädchen und Vielfalt auf allen Ebenen. Da gibt es ein Rollstuhlmädchen, was mit ihren beiden Papas ihr Lachen sucht, eine Spinne, die ihr Geschlecht nicht festlegen will, eine dreiarmige Postbotin, die in eine Frau verliebt ist, die drei Außerirdischen Gaxi, Goxi und Guxi, die fünf Geschlechter haben, aber auch einen Bösewicht, die oder der alles auf den Kopf stellt.

Ein Minibuch, das sich mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt und vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Jugend finanziert wird, könnt ihr hier per PDF runterladen.

 

Und zu guter Letzt noch eine sehr positive Nachricht aus Amerika:

In Massachusetts sollen ab Herbst 2018 LSBTTIQ*-inklusive Schulinhalte unterrichtet werden.

Im Bereich Gesundheit, Geschichte und Englisch wollen amerikanische Lehrer*innen Themen wie Stonewall oder queere Autor*innen ihren Schüler*innen näherbringen. Die Materialien wurden vom Massachusetts Safe Schools Program for LGBTQ Students (Massachusetts Sichere Schulen Programm für LSBTTIQ* Schüler*innen) und der Massachusetts Commission on LGBTQ Youth (Massachussetts Kommission für LSBTTIQ* Jugendliche) erstellt. Verpflichtend sind sie zwar nicht, doch die Initiator*innen hoffen, dass öffentliche Schulen das Material zumindest teilweise in ihren Unterricht miteinbauen.

 

Das wars auch schon für diese Woche! 🙂

Genießt das verlängerte Wochenende  😎 

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

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die queere Sendung aus Magdeburg

jeden 4.Mittwoch im Monat um 18 Uhr eine neue Ausgabe