COME IN Weekly (KW 16)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu COME IN Weekly – eurer queeren Kolumne!

Diese Woche fangen wir mit meinem persönlichen Lieblingsthema an: Popkultur.

 

Anfang der Woche teilte RM (bürgerlich Kim Namjoon) – Leader der K-Pop-Band BTS – über Twitter einen Screenshot des Liedes „Strawberries & Cigarettes“, gesungen von Troye Sivan und Teil des Soundtracks für den Coming-Of-Age/Coming-Out-Film Love, Simon.

Betitelt hatte er den Screenshot mit „좋다~~ #RMusic“ (Koreanisch: Es ist wirklich gut #RMusik). Gefeiert wurde dies von ARMYs (Name der BTS-Fans) auf der ganzen Welt. Als „König der LSBTTIQ* Community“ (king of gays) wurde er von vielen betitelt. Auch wurde ihm für seine kontinuierliche Unterstützung gedankt, denn das war nicht das erste Mal, dass RM queeren Inhalt auf der offiziellen Band-Twitterseite geteilt hatte.

Bereits zuvor hatte er Macklemores „Same Love“ empfohlen und war über den Hintergrundgeschichte des Liedes erfreut. Auch Troye Sivan ist einer der Künstler, die BTS mehrfach und wiederholt ihren Fans ans Herz legen. Dabei ist zu beachten, dass Queerness in Südkorea immer noch ein sehr schwieriges Thema ist, das stark stigmatisiert wird.

Anfang des Jahres gab es erst das erste Idol (HOLLAND), das sich als schwul geoutet hatte und damit kein Geheimnis um seine Identität machte.

 

Bleiben wir gleich bei dem Thema K-Pop und Queerness: Ebenfalls Anfang der Woche wurde auf Twitter der Hashtag #LGBTQCarats gestartet. Carat(s) ist der Fanname der 13-köpfigen koreanischen Idolgruppe SEVENTEEN. Fans wollten mit dem Hashtag damit aufmerksam machen, dass es durchaus lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, asexuelle oder einfach queere K-Pop-Fans gibt.

SEVENTEEN selbst ist in der K-Pop-Szene als durchaus aufgeklärte Band bekannt – Vor allem Vernon (bürgerlich Hansol Vernon Chwe) setzt sich als Halbkoreaner gegen Rassismus im südkoreanischen Raum ein und versucht, die Körperpositivität unter seinen Bandkollegen zu verbreiten.

Der Hashtag hatte großen Anklang gefunden – Viele nutzten #LGBTQCarats auch, um sich das erste Mal zu outen.

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie Fankulturen Menschen zusammenbringen und ihnen helfen können, sich so zu akzeptieren, wie sie sind.

 

Kommen wir von Korea nach Polen: Robert Biedroń, Polens erster offen schwul lebender Bürgermeister, möchte 2020 für die Wahl des Bundespräsidenten kandidieren.

Aktuell schaut es tatsächlich so aus, als würden 25% der polnischen Bevölkerung für ihn stimmen und das, obwohl zwischen 50 und 70% des Landes gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen sind. Dazu kommt zudem, dass gute 90% römisch-katholisch

sind – Biedroń jedoch bezeichnet sich selbst als Atheist.

Auch wenn sein Erfolg erstmal untypisch erscheint, will Biedroń sich nicht verbiegen und genau der bleiben, der er ist: Ein linksorientierter, schwuler, atheistischer Politiker, der zudem im Vorstand der „Polnischen Kampagne gegen Homophobie“ agiert.

Bleibt ihm nur alles Gute für die kommende Wahl zu wünschen!

 

Neuigkeiten gibt es nun auch wieder aus Bayern:

Nach der jahrelangen Debatte können evangelische Pfarrer*innen in Bayern künftig gleichgeschlechtliche Paare im Gottesdienst segnen.

 

Allerdings – und das ist wichtig anzumerken – können Pfarrer*innen, die die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares nicht „mit ihrem Gewissen vereinen können“, jene auch ablehnen.

 

Die Regelungen der Landeskirchen sind ebenfalls unterschiedlich – Teils wird die Segnung einer Trauung gleichgestellt, teils ist sie keine offizielle Amtshandlung.

Trotz alledem – Herzlichen Glückwunsch an die evangelischen Gemeinden!

 

Zu guterletzt noch etwas in sachsen-anhaltischer Sache:

Der LSVD Sachsen-Anhalt e.V hat eine Pressemeldung zu Leo e.V. herausgegeben. Der Verein um Pfarrer Bernhard Ritter führt Seminare zur “Heilung von Homosexualität” durch und betitelt diese als Störung. Laut Ritter sei dies ein Produkt von Selbstmitleid und Minderwertigkeitskomplexen.

In der PM verlangt der LSVD eine klare Stellungnahme des Landkreises, in dem Leo e.V. agiert, sowie eine klare Distanzierung der sachsen-anhaltischen Landespolitik von dem Verein.

Der LSVD Sachsen-Anhalt stellt klar: Für Homophobie darf es keine Förderung geben.

 

Coming Out der Woche: Zander Hodgson.

Der 27-jährige Schauspieler hat sich diese Woche auf seinem YouTube Channel als schwul geoutet. Ihm sei es wichtig, ein Vorbild für queere Kinder und Jugendliche zu sein und möchte ihnen damit zeigen, dass sie nicht allein seien. Auch sei es ihm egal, wenn er durch sein Coming-Out einen beruflichen Nachteil erleiden würde. Er wolle sich nicht verstecken.

 

Das wars für die dieswöchige Weekly!

Euch allen wünsche ich ein sonniges Wochenende 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 15)

Hallo alle miteinander und herzlich Willkommen zurück bei COME IN Weekly – eurer queeren Wochen-Kolumne!

Diese Woche ist wieder einiges im Bereich LGBTQ*-Rechte auf internationaler Basis passiert .. legen wir also gleich los 🙂

 

Donald Trump – Amerikas Lachfigur #1 – hat mal wieder versucht, Trans*Menschen aus dem militärischen Bereich zu kicken. Schon der erste Versuch wurde erfolgreich abgeblockt, doch das hinderte den Präsidenten nicht daran, weitere Versuche gegen Trans*Soldat_innen zu unternehmen. 

Heute jedoch hat ein Gericht nicht nur den Antrag zurückgewiesen, sondern auch Trans*Menschen zu einer geschützten Personengruppe erklärt, die schon lang genug von systematischer Unterdrückung betroffen ist. Das bedeutet, dass jeglicher Versuch, Trans*Soldat_innen vom Militär auszuschließen mit höchster Sorgfalt überprüft wird. Es müssen also zwingende Gründe für eine Ausschließung vorliegen – Vorurteile oder Stereotype allein seien kein Ausschlussgrund.

Zusätzlich sollten Generäle und Militärsexpert*innen hinzugezogen werden, sollte Trump nochmals versuchen, Trans*Menschen aus dem militärischen Bereich ausschließen zu wollen. Das hatte er jedoch bisher nicht getan, obwohl es mehrfach angeordnet wurde!

Dass nicht jede*r positiv zum Thema Militär und Armee steht, ist mir klar – wichtig ist es aber, diesen Bereich soweit es geht von Diskriminierung freizuhalten und denen, die dem Land dienen wollen, diese Möglichkeit offen zu halten. Diese klare Positionierung des Gerichts war ein kleiner, positiver Lichtblick auf einem sehr beschwerlichen Weg und zeigt mir, dass es nur besser werden kann.

 

Einen weiteren gerichtlichen Meilenstein gab es diese Woche in Trinidad und Tobago

 

Die rund 1,2 Millionen Einwohner der beiden Inseln Trinidad und Tobago dürfen ab sofort gleichgeschlechtlichen Sex haben: Auf Klage eines LGBTI-Aktivisten entschied das Höchstgericht am Donnerstag, dass die Paragrafen 13 und 16 verfassungswidrig seien. Sie hätten auch keinen Effekt mehr, solange sie einvernehmliche sexuelle Beziehungen unter Erwachsenen bestrafen sollen.

Leider ist weiterhin ein Gesetz in Kraft, das Homosexuelle, die nicht Staatsangehörige sind, die Einreise verwehrt – Ähnlich sieht es bei Menschen mit Handicap oder Demenz aus, die Staaten wollen keine “Idioten” in ihrem Land haben.

Trotzdem ist dies, auch wenn das Gesetz vorher oftmals schon gar nicht mehr angewandt wurde, eine positive Neuigkeit aus der Karibik.

 

Nur reisen wir mal kurz zurück nach Deutschland, genauer gesagt nach Bayern:

Im bayerischen Landtags-Sozialausschuss sind am Donnerstag zwei Anträge der fraktionslosen Abgeordneten Claudia Stamm abgelehnt worden, im Freistaat einen Beauftragten der Landesregierung für queere Belange sowie einen gesonderten Beauftragten für LGBTQ*-Geflüchtete zu etablieren. Die CSU, die die absolute Mehrheit im Landtag stellt, lehnte die beiden Anträge ab.

Die bayerische Staatsregierung hatte in der Vergangenheit wiederholt beteuert, dass es der Freistaat nicht nötig habe, sexuelle und geschlechtliche Minderheiten zu schützen, weil alles bereits jetzt rosig sei. 2015 lehnte die Regierung etwa einen Aktionsplan gegen Homophobie mit folgender Begründung ab: “Die Bayerische Staatsregierung arbeitet bereits auf allen fachlichen Ebenen Homophobie entgegen und kümmert sich um die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen” 

 

Als jemand, der lange Jahre in Bayern gewohnt hat, fehlen mir die Worte – Auch wenn das Ergebnis für mich leider absolut nicht überraschend ist. Bayern wurde in den Augen der CSU offenbar nur für weiße, christliche, cishetero Bayern gemacht. Wer nicht in diese Kategorien fällt, hat scheinbar Pech gehabt.

Persönlich hoffe ich, dass Claudia Stamm weiter hinter ihren Anträgen steht. Bündnis 90/Die Grüne und die SPD hatten zumindest dem ersten Antrag bereits zugestimmt.

 

Die letzte Meldung kommt heute aus Portugal:

Das portugiesische Parlament hat am Freitag mit 109 zu 106 Stimmen ein Gesetz der regierenden “Sozialistischen Partei” (PS) verabschiedet, das es Personen vereinfacht, in offiziellen Dokumenten ihr Geschlecht und ihren Vornamen zu ändern. Dafür reicht zukünftig eine einfache Erklärung ohne weitere medizinische Gutachten aus, wie sie bisher gefordert wurden.

Die Vorlage gilt für Personen ab 16 Jahren, wobei bis zur Erlangung der Volljährigkeit eine Zustimmung der Eltern oder Erzierhungsberechtigten erforderlich ist. Kritisiert wurde jedoch die Nicht-Berücksichtigung von Einwanderern und Flüchtlingen in der Gesetzesvorlage.

Zusätzlich ist auch noch ein Verbot von Operationen an inter* Säuglingen und Kindern, die diese auf ein Geschlecht festlegen sollen, verankert. Betont werden soll auch hier das Recht auf Selbstbestimmung.

 

Herzlichen Glückwunsch an alle Portugies*innen 🙂

 

 

Zu guterletzt soll noch ein Crowdfunding-Projekt vorgestellt werden:

Markus Kowalksi – der bereits für queer.de geschrieben hatte – produziert gerade eine Dokumentation zum Thema “Queer Lives Matter”. Hierbei wurden Personen aus der LGBTQ*-Szene auf der ganzen Welt besucht und interviewt.

Für einen professionellen Cutter fehlen ihm jetzt allerdings noch knapp 1500€ – Wer also noch ein, zwei Euro übrig hat, kann ihm bei der Realisierung seines Projektes helfen.

Den Link zum Crowdfunding-Projekt findet ihr hier!

 

Das wars auch schon für diese Woche.

Allen noch ein sonniges Rest-Wochenende 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN WEEKLY (KW 14)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu Come In WEEKLY!

Um die restlichen Sonnenstrahlen noch genießen zu können, halten wir uns diese Woche kurz.  😎 

 

Zu allererst etwas in eigener Sache: Heute wurden die neuen Vorstandsmitglieder*innen des LSVD Sachsen-Anhalt e.V. gewählt.

Mathias und Dominic werden in Zukunft von Mathias (zur besseren Unterscheidung – er wohnt aktuell in Wiesbaden), Grit (die wieder in den Vorstand gewählt wurde) und – zur Überraschung von allen (vor allem mir) – mir unterstützt.

Ich persönlich bin schon unheimlich gespannt auf die Vorstandsarbeit und hoffe, dass wir alle gut miteinander arbeiten werden 🙂

 

Auch bei LAMBDA Sachsen-Anhalt ist einiges im Umbruch. So veranstaltet der Verein nicht nur vom 11. – 16. Mai in Magdeburg die JuLeica (Jugendleiter-Card), sondern auch einen Treff für queere Jugendliche und Jugendgruppen in Dessau!

Die erste queere Freizeit in Sachsen-Anhalt heißt Queernecrt, findet vom 25. – 27. Mai in der Jugendherberge Dessau II statt und soll jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich mit anderen Jugendlichen aus dem LSBTTIQ* Bereich auszutauschen.

Themen sind beispielsweise das eigene Coming-Out, Filmbeiträge oder “Das brauch ich zum guten Leben”. Natürlich darf der Spaß dabei auch nicht fehlen, weswegen gemeinsam gegrillt und ein Lagerfeuer angezündet wird.

Die Freizeit kostet insgesamt 5 Euro, die Anmeldung kann mensch hier finden!

 

Für alle party animals gibt es nächste Woche am 14.04 den GayDance hier in Magdeburg!

Die Party findet im Theater Grüne Zitadelle Magdeburg statt und beginnt um 23 Uhr. Besonders ist dieses Mal, dass alle Gäste mit mehr als 50km Anfahrt (Luftlinie) keinen Eintritt zahlen müssen. Einzig den Personalausweis und eine tagesaktuelle Quittung vom Wohnort müssen vorgelegt werden und schon geht es kostenfrei auf den GayDance.

Alle anderen dürfen an der Abendkasse 8 Euro zahlen, im Vorverkauf gibts die Karten für 6,50 Euro

 

Und zu guter letzt gibt es noch eine Kurzfilmvorstellung aus Norwegen:

“Nichts kann den Bund zwei treuer Herzen hindern, die wahrhaft gleichgestimmt”, schreibt Shakespeare in seinem Sonett 116. Sondre und Elias lesen es gerade im Schulunterricht. Ihre Hände berühren sich heimlich unter der Schulbank. Denn sie fühlen beide, dass sie für einander bestimmt sind. Aber da weiß Sondre noch nicht, dass Elias eine Nachricht hat, die ihn erschüttern wird.

“Stumm” ist ein Kurzfilm von Eilidh Gow aus Schottland und David Bonecker aus Österreich. Die Idee dazu kam Eilidh nach dem Besuch eines LGBTI-Filmfestivals, bei dem alle Kurzfilme ein tragisches Ende hatten: “Ich bin traurig und frustriert nach Hause gegangen. Ich fand es schrecklich, dass ungeoutete Teenager nur solche Beispiele zu sehen bekommen. Also dachte ich, es ist an der Zeit, jetzt wo ich geoutet bin, einen eigenen Film zu machen, der nicht mit einer toten oder zusammengeschlagenen Person endet.”

Anschauen könnt ihr euch die knapp neunminütige Liebesgeschichte hier

 

Das wars dann auch schon wieder!

Ein sonniges Wochenende wünsche ich euch allen 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 13)

Hallo und willkommen zurück zu COME IN Weekly!

 

Allen wünsche ich heute einen ruhigen International Day of Trans Visibility. 

Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto “surviving, thriving” (#TransThriving), also “überleben, aufblühen”. Dabei sollen die Leistungen von und für Trans*personen der letzten 12 Monate geehrt werden. Es geht nicht nur darum, dass das Trump-Regime überlebt wird, sondern auch gegen das allgemein herrschende politische Klima, das immer und immer transphober wird, anzugehen. Sich dagegen aufzulehnen, zu handeln und auch andere darüber aufzuklären hilft der Sicherheit von Trans*personen und ist ein wichtiger Schritt zur Akzeptanz der Community. 

 

Ein kleiner Hinweis für alle, die vielleicht nicht so sonderlich viel von Ostern halten – Am Ostermontag (02.04.) öffnet das COME IN, wie jeden Montag im Regenbogencafé, die Tore für euch. Hier gibt es keinen Feiertag, zumindest nicht für den Osterhasen.

Falls ihr also Lust habt, in einer gemütlichen Runde zusammenzusitzen und zu quatschen – Kommt vorbei! 🙂

 

Dann noch eine Ankündigung vom LSVD: Die Mitglieder*innen des Landesverbandes treffen sich am 07.04 (Samstag) zur Mitgliederversammlung. Ab 11 Uhr gehts im Regenbogencafé los. 

Gewählt werden dieses Mal auch neue Vorstandsmitglieder*innen. Falls ihr euch also beim LSVD engagieren wollt, wäre genau diesen Samstag eure Chance!

 

Doch Ostern mit dem LSVD ist nicht das einzige, das ein queeres Magdeburg zu bieten hat.

Der Theaterjugendclub des Theaters in Magdeburg führt aktuell ein Stück namens “Andere Ufer” auf. Inhalt des Stückes ist folgender:

 

Mitten im Schulalltag trifft sie die Liebe und nichts ist mehr wie es vorher war. Während die Schülerinnen und  Schüler nach außen tun als sei alles normal, erwachen Gefühle, die beachtet werden wollen. Es fühlt sich intensiv, ehrlich und stark an. Doch was denken die anderen? Ist meine Liebe normal? Gehöre ich jetzt noch zu den »Coolen«? Der Theaterjugendclub erzählt von Sehnsucht und Liebe, vom Kampf zwischen Selbstverwirklichung und Akzeptanz durch Familie und Freunde.

Heute Abend (31.03) und am Freitag (06.04) wird das Stück um 19.30 Uhr im Opernhaus / Podium gezeigt – Ich habe meine Karte für heute Abend schon besorgt und bin gespannt, wie die jungen Schauspieler*innen die Thematik umsetzen werden.

 

Kommen wir auch gleich noch zu einem Update zu einer Sache, die in der letztwöchigen WEEKLY angesprochen wurde: 

Die Berliner Landesregierung will, dass der Schutz von „sexueller und geschlechtlicher Identität“ ins Grundgesetz aufgenommen wird. Nach heißen Diskussionen, ob nun nur die sexuelle Identität laut Grundgesetz geschützt werden soll, schaut es wohl so aus, als hätten sich Die Linke und Die Grünen darauf geeinigt, doch die Formulierung “sexuelle und geschlechtliche Identität” zu übernehmen.

Am 10. April soll der Berliner Senat über die Initiative entscheiden. Unklar sei jedoch noch, ob die Initiative schon am 27. April in den Bundesrat eingebracht wird.

 

Weitere positive Nachrichten aus Deutschland kommen zur “Ehe für alle”:

Vom 1. Oktober 2017 bis Ende März 2018 heirateten weit mehr als 1.000 gleichgeschlechtliche Paare in Berlin. Dreiviertel der Paare lebten zuvor bereits in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und hatten diese dann in eine offiziell gültige Ehe umwandeln lassen. 

Die Standesämter rechnen im Laufe des Jahres mit einem verstärkten Zulauf, da viele schwule und lesbische Paare das Datum ihrer registrierten Lebenspartnerschaft für einen Hochzeitstermin nutzen wollen und bisher noch warten.

Da kann man allen Frischverheirateten doch nur herzlichst gratulieren! 🙂

 

Auch in Amerika gibt es kleine Lichtblicke für die queere Jugend – Der Staat Washington hat nun die “conversion therapy” (Reparativtherapie) für Menschen unter 18 verboten.

Das bedeutet also, dass Mediziner*innen oder andere Gesundheitsdienstleister*innen die Therapie zur “Änderung der sexuellen oder geschlechtlichen Identität” nicht mehr anwenden dürfen. Insgesamt gibt es in Amerika aktuell 11 Staaten, die die Reparativtherapie zumindest für Kinder und Jugendliche unter 18 verbieten.

Inwieweit das Verbot jedoch auch strafrechtlich verfolgt wird und inwieweit Kinder und Jugendliche sich selbst schützen können, sollten ihnen ihre Eltern diese Therapie aufzwingen wollen, ist leider nicht bekannt. 

Bleibt zu hoffen, dass hier die Wünsche und Ängste der queeren Jugend ernstgenommen wird.

 

Und nun zu guter letzt das Coming Out der Woche 🙂

Alyson Stoner – manchen vielleicht noch aus Filmen wie Camp Rock bekannt – schrieb gestern einen bewegenden Artikel für die TeenVogue, in der sie von ihrer ersten Beziehung mit einer Frau berichtet.

In dem Artikel beschreibt sie die inneren Kämpfe, die sie mit sich selbst austrug. Der eigene Glaube und 

schädigende Vorurteile wie “Vielleicht hatte ich einfach keine männliche Vorbildsfigur, da ich keine wirkliche Beziehung mit meinem Vater hatte” ließen sie an sich, ihrer Identität und ihren eigenen Gefühlen zweifeln. 

 

Auch ihre Karriere als Tänzerin und Schauspielerin ließen es in ihren Augen nicht zu, sich zu outen, zu sich zu stehen.

Doch es wäre nicht mein persönliches Coming Out der Woche, wenn es kein gutes Ende hätte: Alyson sagt nun selbst, dass sie sich von Menschen angezogen fühlt – unabhängig des Geschlechtes. Ihre Reise half ihr, über Vorurteile und Engstirnigkeit hinwegzukommen und stärker aus der Situation hervorzutreten.

Den ganzen Artikel gibt es in englischer Sprache hier.

 

Das wars nun auch schon wieder!

Packt euch bei dem grausigen Schneeregen warm ein und genießt die restlichen Feiertage (oder das verlängerte Wochenende, wenn Ostern nicht gefeiert wird 😉 )

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

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COME IN WEEKLY (KW 12)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei COME IN WEEKLY – der queere Kolumne des COME INs.

 

Trotz einer etwas ruhigeren Woche wollen wir gleich mal mit einer Nachricht aus Amerika anfangen.

Cynthia Nixon – einigen unter euch vielleicht noch als Miranda aus Sex And The City bekannt – hat Anfang der Woche bestätigt, dass sie für das Gouverneursamt in New York kandidieren will. Die New Yorkerin erzählt in einem kurzen Online-Video, dass New York ihre Heimat sei und sie noch nie woanders gelebt habe. Auch ihre Kinder – zwei davon aus der Ehe mit ihrem Ex-Mann und eines aus der Ehe mit ihrer jetzigen Ehefrau – sollen in der Stadt aufwachsen. 

 

Seit 2014 ist sie Teil eines Berater-Gremiums, der von Bürgermeister Bill de Blasio ins Leben gerufen wurde. Vor allem engagiert sie sich für die Bildungspolitik. Ihrer Meinung nach würden öffentliche Schulen im Staat keinerlei Zukunftsperspektiven mehr bieten – New York müsse sozialer und demokratischer werden.

Sollte Nixon die Wahl gewinnen, würde erstmals in den USA ein Gouverneursamt mit einer Person besetzt, die mit einem Partner des gleichen Geschlechts in einer Ehe lebt. Bisher gab es in allen Bundesstaaten nur zwei offen homo- oder bisexuelle Politiker: Jim McGreevey aus New Jersey und die offen bisexuelle Politikerin Kate Brown aus Oregon.

 

Auch in Deutschland gibt es Neuerungen – zumindest werden diese aktuell in Berlin heiß diskutiert!

Berlin möchte aus dem Bundesrat heraus den Grundrechtsschutz vor Diskriminierung erweitern. Diskutiert wurde ein Entwurf für eine Bundesratsinitiative, die Dirk Behrendt vorgelegt hatte.

Das Problem? Bislang konnte sich nicht auf die Begriffe geeinigt werden die dem Grundgesetz hinzugefügt werden sollen.

Im Entwurf der Grünen ist von “sexueller Identität” die Rede. Die Linke will aber, dass dort zwei Begriffe neu stehen: “geschlechtliche Identität” und “sexuelle Orientierung”. Bisher heißt es im Grundgesetz: “Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.” Grundsätzlich ist sich die rot-rot-grüne Koalition einig, dass die Verfassung geändert werden soll.

Bleibt abzuwarten, ob und inwieweit das Grundgesetz nun geändert wird.

 

Die letzte Nachricht kommt ebenfalls aus Berlin:

Seit 2012 betreibt die Schwulenberatung Berlin das Mehrgenerationenhaus “Lebensort Vielfalt” in Berlin-Charlottenburg und seit 2016 eine Unterkunft für queere Geflüchtete in Berlin-Treptow. Wie die 1981 gegründete Organisation am Montag mitteilte, entsteht direkt am Bahnhof Ostkreuz in Berlin-Friedrichshain eine weiterer “Lebensort Vielfalt” mit vier betreuten Wohngemeinschaften mit je sieben Plätzen für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung mit und ohne Fluchthintergrund (schwul, trans oder inter).

Die Wohnungen und Zimmer sind zum Teil behinderten- und rollstuhlgerecht. Jedes Zimmer verfügt über einen französischen oder einen begehbaren Balkon. Die Schwulenberatung Berlin unterstützt die Bewohner vor Ort bei der alltäglichen Lebensführung.

Im Erdgeschoss des Hauses soll ein kleines Café/Bistro entstehen, das als Arbeits- und Beschäftigungsprojekt betrieben wird. Dort haben betreute Klienten der Schwulenberatung Berlin die Möglichkeit, mitzuarbeiten und sich selbst zu erproben – vor allem für Menschen mit Fluchthintergrund würden sich dabei viele Möglichkeiten ergeben, sich mit der Berliner Kultur vertraut zu machen. Im Erdgeschoss sollen außerdem Büro- und Beratungsräume für die Betreuungsarbeit entstehen.

Sehr schade ist, dass das Haus und die Einrichtung nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Daher wird Unterstützung gesucht, beispielweise Einbauküchen, Waschmaschinen, Trockner, Stühle oder Tische.

Falls ihr helfen wollt oder könnt,  kann über schwulenberatungberlin.de Kontakt aufgenommen werden. 

 

Das wars auch schon für diese Woche!

Genießt die Sonne 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

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COME IN WEEKLY (KW 11)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei COME IN WEEKLY – der queere Kolumne, die kurz und knapp zusammenfasst, was alles in der letzten Woche so passiert ist.

Diese Woche war für jede*n was dabei, fangen wir also gleich an! 🙂

 

Sara Ramirez ist seit einiger Zeit wieder zurück auf dem Fernsehbildschirm.

Nachdem sie bis 2016 die bisexuelle Callie Torres  bei Grey’s Anatomy gespielt hatte, was es erstmal etwas ruhig um sie geworden. In dem Zeitraum hatte sie – lange Zeit nach ihrer Serienfigur – ihr eigenes, persönliches Coming Out. Während einer Rede beim True Colors 40 bezeichnete sie sich als “queere, bisexuelle Frau mit multikulturellen 

Wurzeln” und macht sich seit jeher als LGBTQI*-Aktivistin für die Rechte der queeren Amerikaner*innen stark. 

Nun hatte nach Callie Torres eine weitere ihrer Charaktere ein Coming Out.  Ihre Figur Kat Sandoval – Teil der Serie “Madam Secretary” – hatte sich letzten Sonntag als “queer und pansexuell” geoutet. Sara selbst sagt, es sei wichtig und aufregend, das wahre Leben so auf der Mattscheibe wiederzugeben, wie man es leider oft nicht in den Mainstream-Medien repräsentiert sieht.

 

Nun zu einem Menschen, der mir persönlich sehr am Herzen liegt: Harry Styles.

Der ehemalige One Direction-Sänger hat letzte Woche den zweiten Teil seiner Welttour mit dem Namen “Harry Styles: Live on Tour” begonnen und dort ein neues Lied vorgestellt: Medicine.

 

Fans, die dem Sänger schon länger folgen, waren begeistert – nicht nur, weil der rockige Sound etwas ist, das es so per se nicht während One Direction gab, sondern auch wegen folgender Liedzeile:  “The boys and the girls are here, I mess around with them, and I’m okay with it.” (dt.: Die Jungs und Mädchen sind hier, ich mach mit ihnen rum und das ist okay für mich)

Viele interpretieren dies als eine Art (erneutes) Coming Out des Sängers. Bereits in einem Interview mit der Sun 2017 sagte er, dass er keinen Sinn darin sehe, seiner Sexualität ein Label zu verpassen, da er nicht der Meinung ist, dass seine sexuell-romantische Identität etwas sei, das er erklären müsse.

Styles hatte es sich auch schon zu One Direction-Zeiten zur Aufgabe gemacht, den Fans deutlich zu machen, dass jede*r willkommen sei und jede Identität valide sei. Zu bisher jedem seiner Solokonzerte sprang er mit Regenbogenflagge – in Washington auch mit der Trans*-Flagge als Zeichen gegen Trump – auf der Bühne rum, was viele queere Fans anzieht, die in ihm und seiner Musik einen sicheren Ort gefunden haben. 

Einer der schönsten Momente – neben dem von Fans organisierten Projekt “Rainbow Direction” oder den verschiedenen Pride-Flaggen, die von Fans zu seinen Konzerten mitgebracht werden – waren die Verlobungen zweier weiblicher Fans mit ihren Freundinnen beim Pariser Konzert diese Woche. Die Geschichte von Clem und ihrer Verlobten verbreitete sich schnell unter den Fans auf Twitter und auch Harrys Team bekam Wind davon, als die offizielle Tourfotografin die beiden ablichtete.

Bleibt den vieren nur alles Gute zu wünschen 🙂

 

Ein weiterer Gewinn für die LGBTQI* Community kann Australien verzeichnen.

Seit einer dieswöchigen Entscheidung ist es nun gleichgeschlechtlichen Paaren möglich, sich für die Adoption eines Kindes zu bewerben und dieses Kind auch gemeinsam zu adoptieren. Die Entscheidung, die Adoption für gleichgeschlechtliche und unverheiratete Paare zu öffnen, kam nach der Öffnung der Ehe für alle, für die 62% der australischen Bevölkerung damals stimmte.

 

Zu guter letzt nochmal einiges aus Deutschland:

Hamburg – eindeutig Vorreiterin, wenn es um LGBTQI*-Rechte in Deutschland geht – soll die Große Koalition in Berlin drängen, das dritte Geschlecht für intersexuelle Menschen so schnell wie möglich einzuführen. Im Oktober 2017 hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Menschen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen können, einen eigenen Geschlechtseintrag im Personenstandsgesetz bekommen müssen. Wie diese Neuregelung allerdings gesetzlich aussehen wird, ist noch unklar.

Der Hamburger Senat möchte den Prozess nun beschleunigen, indem die betroffenen Fachbehörden schauen sollen, wo genau Handlungsbedarf besteht und wie erste Schritte umgesetzt werden können. Es soll geprüft werden, ob in Hamburg das dritte Geschlecht eigenständig eingeführt werden kann. Da das Personenstandsgesetz allerdings ein Bundesgesetz ist, soll dies eher eine symbolische Wirkung in Richtung Berlin haben.

Es tut gut zu sehen, dass sich diverse Bundesländer doch noch für die aufgestellten Aktionspläne für Vielfalt einsetzen und somit auch versuchen, auf Bundesebene einiges voranzutreiben.

 

Eine kurze bisexuelle Sondernennung kriegt diese Woche noch der australische Schauspieler Keiynan Lonsdale, der Bram Greenfeld in dem neuen Coming-of-Age Film “Love, Simon” spielt. Bereits 2017 outete er sich mit einem

 Instagram-Post als bisexuell, nachdem er meinte, dass sein Mitspielen in dem Film – bei dem es um einen ungeouteten schwulen Schüler geht – ihm den nötigen Mut gab, um seine internalisierte Scham zu überwinden und zu sich zu stehen.

 

Hierbei sieht man doch eigentlich mal wieder, wie wichtig Repräsentation für die Community und auch für sich selbst sein kann.

 

Das wars schon wieder für diese Woche.

Packt euch warm ein, der Winter kommt offenbar wieder zurück  😐 

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs COME IN sein muss.

COME IN WEEKLY (KW 10)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu COME IN WEEKLY!

Es ist wieder einiges in der queeren Welt passiert, also legen wir gleich los 🙂

 

Zu allererst eine lokale Erinnerung:

In der ersten COME IN WEEKLY wurde der Film “Call Me By Your Name” vorgestellt. Genau dieser Film startete Anfang März in den deutschen Kinos und kann in Magdeburg aktuell noch im Moritzhof gesehen werden.

Laut der offiziellen Homepage des Moritzhofs gibt es noch vier Vorstellungen, bevor der Film durch einen anderen ersetzt wird. Solltet ihr ihn also noch nicht gesehen haben, wird es höchste Zeit! Die letzte Vorstellung läuft am 14.3 um 17.45 Uhr.

 

 

Bleiben wir doch noch kurz beim Thema Filme …

Diese Woche wurden auch die Oscars verliehen! Unter anderem war “Call Me By Your Name” nominiert und räumte tatsächlich auch eine der begehrten Trophäen für das beste adaptierte Drehbuch ab – Ein Gewinn für die queere Community!

Neben dem Gewinn des Coming-Of-Age-Films gewann auch “Eine fantastische Frau – Una mujer fantástica” als bester fremdsprachiger Film. In dem Film geht es um eine Transfrau, die als Kellnerin arbeitet und nach dem plötzlichen Tod ihres älteren Freundes um ihr Recht auf Trauer kämpfen muss. Die Hauptdarstellerin Daniela Vega, die selbst trans ist, schrieb außerdem Geschichte, da sie als erste Trans-Schauspielerin bei den Oscars als Moderatorin auftrat. Sie stellte den Song “Mystery of Love” aus dem Film “Call Me By Your Name” vor, der als bester Orginalsong nominiert war.

 

Von Hollywood nach Berlin und somit zum deutschen Parliament …

Die Süddeutsche Zeitung hat sich letzte Woche einmal genau die Aufstellung der deutschen Abgeordneten angeschaut und festgestellt: Bei 709 Mitgliedern im Deutschen Bundestag sollte es – geht man nach der zehn-Prozent-Regel – wenigstens 70 queere Parlamentarier*innen geben.

Geht man nach der allgemeinen Repräsentation der deutschen Einwohner*innen müssten 7,3% nicht-heterosexuell sein, was bei 709 Mitgliedern genau 52 Politiker*innen wären.

Für den einen oder anderen nun vielleicht überraschend: 43 der 709 Abgeordneten identifizieren sich als nicht-heterosexuell. Somit fehlen “nur” neun weitere Personen, um die deutsche queere Bevölkerung zu repräsentieren. Bei Frauen, Alten, Jungen, Migranten, Muslimen, Menschen mit Behinderung oder mit Hauptschulabschluss, Alleinstehenden sowie Dorfbewohnern sieht das allerdings leider ganz anders aus.

Was jedoch heißt das genau? Von den 709 Politiker*innen haben nur 280 den detaillierten Fragebogen zurückgeschickt; viele sind nicht geoutet oder haben überhaupt nicht an der Umfrage der SZ teilgenommen. Auch sagt das nicht sonderlich viel über die Vertretung von LSBTTIQ*-Rechte aus. Immerhin gibt es seit der Bundestagswahl 2017 Alice Weidel, die zwar lesbisch ist, aber aktiv gegen die Ehe für alle vorgeht.

Ich frage mich ja, was ihre Ehefrau davon hält.

 

Zum Schluss nochmal ein kleiner Ausflug nach Amerika und in die dortige Politik:

Die Diskriminierung von Transpersonen ist in den USA nach einem Bürgerrechtsgesetz aus dem Jahr 1964 verboten. Das hat ein Bundesberufungsgericht in Cincinnati (US-Bundesstaat Ohio) am Mittwoch entschieden. Der “United States Court of Appeals for the Sixth Circuit” hatte über einen Fall eines Bestattungsinstituts in Garden City (US-Bundesstaat Michigan) entschieden, das eine Trans-Mitarbeiterin wegen ihrer Geschlechtsidentität fristlos gefeuert hatte.

Das Unternehmen, das Aimee Stephans zuvor angestellt hatte, hatte sie 2013 gefeuert, nachdem sie sich outete. Die Begründung ihres Chefs war, dass “das Geschlecht einer Person unabänderbar und gottgegeben” sei.

2016 wurde schon mal über den Fall entschieden – Damals, mit Hilfe eines von George W. Bush ernannten Juristen – bekam der christliche Arbeitgeber Recht. Aimee sei eine “erhebliche Belastung” für das Unternehmen. Nun aber haben drei Richterinnen in Cincinnati die Auffassung einstimmig zurückgewiesen. 

In “Title VII” des Bürgerrechtsgesetzes wird unter anderem auch das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes festgelegt; darunter würde das Merkmal Geschlechtsidentität fallen und somit sei es für Christen keine “substanzielle Bedeutung”, Trans-Arbeiternehmer*innen zu beschäftigen.

Allerdings ist die Entscheidung noch nicht endgültig – der Supreme Court in Washington wird wohl noch das letzte Wort haben. 

 

Das wars erstmal wieder mit COME IN WEEKLY.

Bleibt mir gesund! 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 09)

Willkommen zurück bei COME IN Weekly! 
Ich hoffe, ihr habe die eisige Kälte bisher gut überstanden und habt euch keine Erkältung eingefangen.  😎

Kommen wir gleich zum ersten Thema für die dieswöchige Weekly:

Bekanntlich macht der Mai alles neue. So auch in diesem Jahr, denn schon in acht Wochen beginnt hier in Deutschland die CSD-Zeit. Der erste deutsche Pride im Jahr 2018 findet am 05.05.2018 in Potsdam statt, zwei Wochen später geht die Party in Flensburg, Hannover und Greifswald weiter.

Für alle, denen Flensburg und co zu weit ist oder die einfach gerne queere Menschen aus der Magdeburger Szene kennenlernen wollen, empfehle ich den 25.08.2018 im Hinterkopf zu behalten. Im August feiert Magdeburg den Christopher-Street-Day und lädt alle Menschen auf dem LSBTTIQ* Spektrum und deren Verbündete dazu ein.

Weitere CSD-Termine in ganz Europa findet ihr hier.

 

Nun kommen wir zu meinem persönlichen Coming Out der Woche: Felix Jaehn.

Bisher bekannt für seine Remix-Versionen von Hits wie Photograph (Ed Sheeran) oder Cheerleader (Omi) erklärte er in einem aktuellen Interview, in dem er auf seinen neuen Hit “Don’t Say Love” angesprochen wurde: “Ich merkte damals, dass ein Mädchen mehr von mir wollte, […] aber ich wusste, dass ich auch Jungs gut finde. […] Dieser innere Konflikt ließ mich immer wieder vor festen Beziehungen zurückschrecken.”

Die Situation habe er erst einmal mit sich selber ausmachen wollen, bis er schließlich Hilfe in seiner Familie fand. Seine Brüder seien die Ersten gewesen, denen er sich anvertraute. Dadurch habe sich ein Knoten gelöst.

Ich bin in einem kleinen Dorf groß geworden […] wo vorgelebt wurde, dass es nicht normal ist, sich als Junge in Jungs zu verlieben. […] Ein Alptraum!

 

Jetzt träume er davon, einen Menschen zu finden, mit dem er sein Leben teilen könne. Gekrönt hat er das ganze mit dem Regenbogenemoji, den er öffentlich auf seiner Instagramseite gepostet hatte.

Bleibt zu hoffen, dass ihm großartige bi- oder homophobe Anfeindungen ersparen bleiben und er in naher Zukunft auch den Menschen finden kann, mit dem er glücklich wird und der ihn so akzeptiert, wie er ist.

 

Von jung zu alt (oder zumindest ein bisschen älter  😉 ) geht es jetzt nach Hamburg.

Am Mittwoch wurde die Neufassung des Hamburgischen Seniorenmitwirkungsgesetzes beschlossen. In der Neufassung ist nun auch explizit die Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt verankert. Diese Ergänzung ist – was leider doch sehr traurig ist – in Deutschland in dieser Form bisher einzigartig.

Kurz zum Hintergrund des Seniorenmitwirkungsgesetzes: Dieses gibt es seit 2012 und regelt die Mitwirkung von älteren Bürger*innen in ehrenamtlichen Bezirksseniorenbeiräten und im Landesseniorenbeirat. Die Anerkennung wurde deswegen veranlasst, damit der “Prozess des Älterwerdens in Würde und ohne Diskriminierung von der Stadt unterstützt werden kann”.

Christiane Blömeke, die seniorenpolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion erklärt dazu: “Vielfalt ist eine Stärke – auch in der Seniorenmitwirkung! Es ist gut und wichtig, diesen Grundsatz auch mit Blick auf die verschiedenen sexuellen Identitäten älterer Menschen im Seniorenmitwirkungsgesetz zu verankern. Dies ist ein klares Bekenntnis zur gleichberechtigten Teilhabe”

Man kann nur die Daumen drücken, dass auch andere Bundesländer nachziehen und ähnliche Gesetze in ihren Landesverfassungen verankern.

 

Auch auf EU-Ebene tut sich einiges im Bereich LSBTTIQ*-Rechte!

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag einen Bericht über die Lage der Grundrechte in der Europäischen Union beschlossen, in der auch Verbesserungen für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten gefordert werden.

Klingt jetzt alles erst einmal etwas schwammig, oder?

Dieser Bericht regt an, in den Lehrplänen der Schule eine Maßnahme zur Aufklärung über die Werte der Toleranz aufzunehmen, um Diskriminierung aller Art zu erkennen. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf Homo-, Trans- oder Biphobie, sondern auch auf antimuslimische, antiafrikanische oder romafeindliche Äußerungen, die stark zu verurteilen sind. Es wird zudem bedauert, dass ” lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle Personen (LGBTI) Mobbing und Belästigung erleben und in unterschiedlichen Bereichen ihres Lebens diskriminiert werden”. Hiergegen muss ganz klar angegangen werden, wobei vor allem eine frühe Aufklärung helfen kann.

Zusätzlich gab es noch zwei weitere Zusatzanträge, um die LSBTTIQ*-Rechte zu stärken: Zum einen wurde ein Antrag beschlossen, durch den Mitgliedsstaaten die Bewegungsfreiheit von gleichgeschlechtlichen Paaren und deren Familien garantieren müssen. Hintergrund des ganzen war die noch nicht überall eingeführte gleichgeschlechtliche Ehe oder eingetragene Partnerschaft. Länder wie z.B Polen oder Kroatien erkannten – beispielsweise in Deutschland geschlossene Partnerschaften – oftmals nicht an, was mit einem Rechteverlust der betroffenen Familien und Eheleute einherging.

Ein weiterer Antrag, dem zugestimmt wurde, war die Verurteilung der sogenannten Konversionstherapie. In Deutschland ist diese Praxis leider bislang noch legal, die Bundesregierung hatte sich bislang geweigert, die oft zwanghafte “Heilung” von Homosexualität zu verbieten.

Da Deutschland seit 2008 umfassende EU-Antidiskriminierungsrichtlinien blockiert, wird es sicherlich noch spannend zu sehen, ob und inwiefern die neuen Anträge auch hier in Deutschland umgesetzt werden.

 

Das wars für diese Woche mit COME IN Weekly.

Bleibt mir alle gesund  🙂 

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 08)

Hallo und herzlich Willkommen bei COME INs neuester Rubrik: COME IN Weekly.

Bei Come In Weekly werden euch die neuesten Nachrichten aus der queeren Welt vorgestellt – Damit ihr auch immer schön up-to-date bleibt!

Fangen wir gleich mal mit Nachrichten für die Filmnerds unter euch an:

Bei den diesjährigen BAFTA („British Academy Film Awards“) haben zwei LGBTQ Filme mächtig abgeräumt! In der Kategorie „Bester Fremdsprachiger Film“ gewann „The Handmaiden“ (dt: Die Taschendiebin), während „Call Me By Your Name“ den Award für „Bestes Adaptiertes Drehbuch“ für sich beanspruchte. [1]

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, eine kurze Zusammenfassung der beiden Filme:

[The Handmaiden / Die Taschendiebin]

„Korea in den 1930er Jahren, während der japanischen Besatzung. Das junge Mädchen Sook-hee (Kim Tae-ri) wird als Magd für die japanische Lady Izumi Hideko (Kim Min-hee) eingestellt, die mit ihrem Onkel Kouzuki (Cho Jin-woong) auf einem großen Anwesen auf dem Land lebt. Doch die Magd hat ein Geheimnis, denn sie ist eine Diebin, die dem Schwindler Fujiwara (Ha Jung-woo) dabei helfen soll, die Herrin zu verführen und sie auszurauben.“

[Call Me By Your Name]

„Norditalien, 1983: Familie Perlman verbringt den Sommer in ihrer mondänen Villa. Während der 17 Jahre alte Sohn Elio (Thimotée Chalamet) Bücher liest, klassische Musik hört und keinen Flirt mit seiner Bekannten Marzia (Esther Garrel) auslässt, beschäftigt sich sein Vater (Michael Stuhlbarg), ein emeritierter Professor, mit antiken Statuen. Für den Sommer hat sich der auf griechische und römische Kulturgeschichte spezialisierte Archäologe mit Oliver (Armie Hammer) einen Gast ins Haus geholt, der ihm bei seiner Arbeit zur Seite stehen soll. Der selbstbewusste und attraktive Besucher wirbelt die Gefühle des pubertierenden Elio ganz schön durcheinander. Während sich langsam eine Beziehung zwischen den beiden anbahnt, merkt Elio, dass er trotz seiner Intelligenz und der Bildung, die er dank seinem Vater und seiner Mutter Annella (Amira Casar) genießt, noch einiges über das Leben und die Liebe lernen muss …“

 

Nun zu einem Thema, das viele von uns hier in Deutschland beschäftigt – auch wenn man meinen sollte, mit der Einführung der „Ehe für alle“ 2017 sei das Problem erstmal gegessen – und für Amerikaner*innen wohl immer noch ein Dorn im Auge ist: Die „Homo-Hochzeiten“.

(Oder wie ich es nennen würde: Fuckery, die es so nur in Amerika gibt)

In South Carolina wollen sechs Kongressabgeordnete der republikanischen Mehrheitsfraktion die gleichgeschlechtliche Ehe in „Parodie-Ehe“ umbenennen lassen. Sinn des ganzen ist es, queere Ehe praktisch zu annullieren. Ehen, die nicht zwischen Mann und Frau geschlossen werden, werden damit nicht mehr anerkannt. Auch sollen Antidiskriminierungsgesetze verboten werden.

Warum das ganze? Nun, in South Carolina ist man offenbar der Meinung, dass man mit „Homo-Ehen“ die armen, armen Kinder versaut und dass es vor der Eheöffnung 2015 gar keinen Bedarf für gleichgeschlechtliche Ehen gegeben hätte; dafür aber religiöse Menschen vermehrt für ihre Meinung verfolgt worden wären. [2]

Verquere Welt? In Amerika offenbar Alltag.

Da könnten sich die Amerikaner*innen doch eigentlich mal was von uns abschauen, wenn es um das Thema „öffentliche Akzeptanz“ geht.

In Braunschweig nämlich wird für ganze drei Monate die „Regenbogenbahn“ durch die Stadt düsen und mit Slogans wie „Ich bin schwul“ oder „Ich bin genauso Mensch wie du“ für die Vielfalt und Akzeptanz von lesbischen, schwulen und trans* Menschen werben. Das Projekt soll eine Diskussion anzuregen, da viele Menschen – die sich nicht näher mit dem Thema beschäftigen – häufig nicht wissen, was es heißt, nicht-hetero oder nicht-cis zu sein. Vieles sei unklar, über vieles wird nicht gesprochen, so Birgit Sobiech, die das Wagendesign entworfen hat.

Falls ihr also demnächst mal in Braunschweig seid und die Regenbogenbahn seht, dann schießt doch ein Foto und taggt es auf Twitter oder Instagram mit #QueerInBS – Der*Die Gewinner*in kann im Rahmen eines Fotowettbewerbs einen Reisegutschein im Wert von 250 Euro gewinnen. [3]

 

Und wenn wir schon beim Thema Akzeptanz in der Öffentlichkeit sind …

Wie einige vielleicht mitgekriegt haben, hat Berlin eine Broschüre für (pädagogische) Fachkräfte herausgegeben, die sich mit der frühpädagogischen LGBTQ-Aufklärung auseinandersetzt.

 Die Bild betitelt die Aufklärungsarbeit als „Sex-Broschüre für Berliner Kita-Kinder“, die CDU fordert den Verteilungsstopp, während die AfD die Broschüre mit dem etwas zu lang geratenen Namen „Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben“ als Kindesmissbrauch, der „kranken Hirnen mit pädophilen Hintergedanken entsprungen zu sein scheint“ bezeichnet.

Überraschenderweise hat sich nun jedoch der Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) zu Wort gemeldet und entgegen der herrschenden Meinung der Parteikolleg*innen eine doch relativ klare Meinung vertreten: Die Handreichung ist „professionell aufgearbeitet und der Zielgruppe der Pädagogen vollkommen angemessen“. [4]

Tja, und Wasser ist nass, nicht wahr?

Für alle Interessierten in Sachsen-Anhalt: An einer ähnlichen Aufklärungskampagne sitzt momentan auch das Kompetenzzentrum für geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe (KgKJH) hier in Magdeburg. Ab April soll das Konzept für einen KiTa-Koffer bearbeitet werden, um es dann in den verschiedenen Einrichtungen vor Ort vorzustellen.

Solltet ihr aber nicht so lange warten wollen, gibt es die Berliner Broschüre auch als PDF zu downloaden, da die handliche Erstauflage von 2000 Exemplaren mittlerweile vergriffen ist.

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

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