WEEKLY (KW 46)

19. November 2018

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu WEEKLY – eurem queeren Wochenüberblick!

Auch diese Woche ist wieder einiges passiert, fangen wir also gleich an 🙂

 

 

Nochmal ein kurzes Update zur “Raibow Wave” der Midterms, die letzten Sonntag stattfand:

Kyrsten Sinema wurde am Montagabend zur Siegerin der Wahlen zum US-Senat in ihrem Heimatstaat Arizona erklärt. Die 42-Jährige ist damit die erste offen bisexuelle Person, die einen Sitz in der 100 Mitglieder umfassenden Parlamentskammer erringen konnte.

Der Sieg ist historisch für die Demokraten im traditionell eher konservativen Bundesstaat, da sie erstmals seit den Sechzigerjahren mehr Abgeordnete ins US-Kapitol schicken als die Republikaner.

Wir wünschen Kyrsten viel Erfolg und starke Nerven im Kongress!

 

Weiter geht es mit Indien: Hier zeigte MTV diese Woche das erste Mal ein gleichgeschlechtliches Paar in einer der dort laufenden Datingshows!

In MTVs Elevator Pitch versuchen die Kandidat_innen, ein Date mit der Person zu gewinnen, die dort im Aufzug auf sie wartet. Die Folge wurde nun ausgestrahlt, nachdem im September das Verbot gleichgeschlechtlicher Handlungen in Indien abgeschafft wurde.

 

Auch aus San Marino gibt es gute Neuigkeiten diese Woche: Am Donnerstag wurde für ein Gesetz gestimmt, das Lebenspartnerschaften für gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare einführt.

Mit der Lebenspartnerschaft erhalten die Paare in der kleinen, von Italien umgebenen Enklave mit rund 33.400 Einwohnern unter anderem Vorzüge bei der Krankenversicherung und bei Pensionen, die üblichen Niederlassungsrechte und weitere Rechte und Pflichten. Das neue Institut (“unioni civili”) schafft zudem die Möglichkeit zur Stiefkindadoption; Einzelpersonen konnten bereits seit 1986 Kinder adoptieren. Eine direkte gemeinschaftliche Adoption ist nicht ausdrücklich vorgesehen, wird aber nach Auffassung von LGBTI-Aktivisten in der Praxis durch Gerichte ermöglicht werden. Wird ein Kind in die Lebenspartnerschaft hinein geboren, werden beide Partner als Eltern anerkannt.

Das Gesetz geht damit weiter als in Italien, führt aber nicht die Ehe für alle ein. Im letzten Jahr stimmte das Parlament dafür, dass ausländische Homo-Paare – und nur diese – in San Marino heiraten dürfen.

 

Spannendes gibt es auch aus Köln!

Hier setzt die Stadt ein Zeichen gegen Diskriminierung, in dem das neu eingerichtete Amt für Integration und Vielfalt im Dezember seine Arbeit aufnehmen. Eine Kampagne mit dem Thema “Unsere Vielfalt. Kölns Stärke” wurde bereits jetzt schon gestartet.

Im Amt für Integration und Vielfalt wird fortan die fachlichen Kompetenzen mehrerer Dienststellen zu den Themen Einwanderung, Integration, Vielfalt und Inklusion unter einem Dach gebündet. Zudem werden in dem Amt, das rund 80 Mitarbeiter umfassen wird, wichtige Querschnittsaufgaben strategisch und teils auch operativ zentral gesteuert.

Wir dürfen gespannt sein, wie genau das neue Amt die kommenden Aufgaben umsetzt und ob Diskussionen einer Einführung in Sachsen-Anhalt in Zukunft geführt werden sollten!

 

In Frankreich gab es diese Woche einen kleinen Gewinn für trans Eltern: Eine trans Frau wollte nach ihrer Geschlechtsangleichung offiziell als Mutter ihrer leiblichen Tochter anerkannt werden. Dies konnte so vor Gericht nicht durchgebracht werden – allerdings wird die Mutter in Zukunft als “biologisches Elternteil” (le parent) in die Geburtsurkunde eingetragen, was eine Premiere in Frankreich ist!

Die Anwältin von Claire – so der Name, der der Klägerin gegeben wurde, um ihre Anonymität zu schützen – zeigte sich “zu 80 Prozent zufrieden” über das Urteil: “Der weibliche Vornamen meiner Mandantin wird in die Geburtsakte eingetragen, auch wenn das Gericht nicht das Wort ‘Mutter’ benutzt. Meine Mandantin ist sehr erleichtert, es ist ein sehr großer Schritt für sie.”

Ähnliche Fälle gibt es auch in Deutschland. Jedoch zeigten sich deutsche Gerichte bislang nicht so kompromissbereit und zwangen beispielsweise eine trans Frau dazu, sich als “biologischer Vater” des Kindes eintragen zu lassen. Einem trans Vater erging es ähnlich – er musste als “biologische Mutter” des Kindes eingetragen werden.

Mit dem neuen Gerichtsurteil aus Frankreich wäre es auch langsam an der Zeit, dass in deutschen Gerichten ein Umdenken stattfindet, um so weitere Diskriminierung von trans Personen aus dem Weg zu räumen.

 

Und noch ein kleiner Nachtrag zum Thema queer und Alter(n): Für Pflegeheime mit Spezialisierung auf LSBTIQ* Personen in Deutschland gibt es ein neues Qualitätssiegel. Das Immanuel Seniorenzentrum in Berlin-Schöneberg erhält es am Mittwoch als erstes Heim bundesweit, wie die Einrichtung mitteilte.

Um das Siegel “Lebensort Vielfalt” zu bekommen, muss ein Großteil von 120 Kriterien aus einem Katalog erfüllt sein, den die Berliner Schwulenberatung mit Menschen aus der Community erarbeitet hat.

Wer sich den Katalog gerne einmal genauer ansehen will, wird hier fündig.

 

Das wars auch schon für diese Woche! 🙂

 

Bis zum nächsten Mal,

Min. 

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

 

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